Was nutzt es, wenn ein Team wie der SV Friesen von anderen Trainern ständig als eine der spielstärksten Mannschaften gelobt wird, aber Kampfgeist und unbändiger Siegeswillen fehlen. Alle drei Fußball-Eigenschaften legte die Böger-Truppe im Spiel gegen den Spitzenreiter an den Tag und begeisterte die vielen Zuschauer, die ihrer Elf sogar Szenenapplaus spendeten. Der SV Friesen scheint es kapiert zu haben, dass der Kampf um den zweiten Platz nur dann gewonnen wird, wenn alle Akteure auch um jeden Ball und jeden Meter Boden kämpfen.


"Weiden hatte nur eine richtige Chance"



Dies unterstrich auch Trainer Christoph Böger: "Weiden hatte eigentlich nur eine richtige Chance. Meine Jungs gingen aggressiv zu Werke, waren willig und einsatzfreudig. Gefreut habe ich mich besonders für Dominik Woitschitzke, der nach seinem Kreuzbandriss ein tolles Comeback feierte."

Gästetrainer Christian Stadler war von dieser aggressiven Spielweise völlig überrascht: "Ich hatte Friesen mehrfach beobachtet und wusste, dass die Truppe äußerst spielstark ist. Überrascht war ich aber von dem aggressiven Auftreten des SV, das ich bisher so noch nicht gesehen hatte."


Hurec sorgt für ersten Streich



Gekonnt schob schon nach einer Viertelstunde Aleksander Hurec den Ball gegen den Lauf von Torwart Forstner in die Maschen, nachdem er von Frank Fugmann, der auf der linken Seite über eine Stunde für mächtig Betrieb gesorgt hatte, mustergültig angespielt worden war. Weiden schien durch diesen Treffer wachgerüttelt und verstärkte die Offensive. Kein Problem hatte aber Torwart Tobias Mayer bei einem Distanzschuss von Christian Hegenbart. Und wenig später fischte er gekonnt eine Flanke von Andreas Wendl ab. Wieder war es der starke Frank Fugmann, der sich nach einer halben Stunde durch die Abwehrreihen des Tabellenführers dribbelte und maßgenau auf Maurice Koch passte, der sich die Chance aus wenigen Metern nicht entgehen ließ (29.). Von diesem Schock erholte sich der Tabellenführer nicht mehr. Seine überragende Leistung hätte Frank Fugmann noch vor der Pause krönen können, doch wurde sein Lupfer Beute von Dominik Forstner(35.).

Eigentlich hatte man im zweiten Durchgang ein Aufbäumen des Gastes erwartet, doch waren es die Grün-Weißen, die weiter das Zepter schwangen. Mit einem Traumpass schickte der agile René Schubart den gut aufgelegten Aleksander Hurec auf die Reise, der den Gästetorwart gekonnt austanzte und im Stile eines Klassestürmers vollendete (51.). Nach diesem Tor verstummten die Gesänge der Weidener Fans, zumal das Fell ihrer Trommel sich in Fetzen auflöste. Es blieb dem SV-Mittelstürmer Aleksander Hurec vorbehalten, nach neuerlicher Flanke von Frank Fugmann den Schlusspunkt zu setzen.


Schiedsrichter leitet souverän



Natürlich gebührt der Offensivabteilung der Hausherren ob vier geschossener Tore ein Loblied, gewonnen hat diese Partie aber die Abwehr. Der Riegel mit Dominik Zwosta, Lars Meyer und den unbändig kämpfenden Kevin Roger und Dominik Woitschitzke, der sein Saisondebüt feiern durfte, zeichnete sich als Bollwerk aus. Gekonnt agierte Kapitän Frederic Martin mal vor und mal hinter seinen Abwehrkollegen. Diese Leistung der "Flößer" macht Lust auf die kommenden Begegnungen zu Hause gegen den FC Burgkunstadt und dann beim Mitkonkurrenten Quelle Fürth. Schiedsrichter Michael Wander (TV Helmstadt) leitete die packende Partie souverän.