"Ich wäre mit einem dreckigen Punktgewinn in Selbitz zufrieden." Friesens Trainer Andreas Lang erhoffte sich im Vorfeld des mit Spannung erwarteten Frankenwald-Derbys zumindest eine Punkteteilung. Und die bekam er dann auch, denn nach 90 hart umkämpften Minuten hieß es gestern Abend 2:2 in Selbitz.
Es war der erste Auswärtspunkt in dieser Saison für die "Grün-Weißen", die zwar damit ihre Ausgangsposition im Tabellenkeller der Landesliga Nordost nicht wesentlich verbesserten, jedoch war ein klarer Aufwärtstrend im Vergleich zu den vorangegangenen schwachen Heimspielen erkennbar.
Den Friesener Jungs war die Verunsicherung von Beginn an anzumerken. Von der erhofften Unbekümmertheit, die sich Trainer Andreas Lang erhofft hatte, war nichts zu sehen. Im Gegenteil: Nervosität von der ersten Minute an.
Ohne Esprit, ohne die in dieser Situation notwendige Aggressivität agierten die Gäste und wurden schnell mit zwei Gegentoren bestraft.
Aber es spricht für die intakte Moral der Friesener, dass sie sich danach nicht aufgaben und zurück ins Spiel fanden. Dass die bis dahin sehr entschlossen aufgetretenen Gastgeber verwundbar waren, zeigte der erste gelungene Angriff des SVF über die rechte Seite. Höhn konnte schließlich nur mit einem Foul gestoppt werden und David Daumann ließ sich die Chance zum Anschlusstreffer per Elfmeter nicht entgehen.
Danach war Friesen hellwach, legte die anfängliche Ängstlichkeit endgültig ab und erzwang ein Spiel auf Augenhöhe. Zum erhofften Ausgleich reichte es vor der Pause aber nicht mehr.
Aber Friesen kam schwungvoll aus der Kabine, attackierte jetzt viel früher. Der Wille, den schnellen Ausgleich zu erzielen, war regelrecht spürbar.
Diese deutliche Leistungssteigerung im Vergleich zur schwachen Anfangsphase krönte Höhn mit dem 2:2: Nach einem Ballgewinn im Mittelfeld wurde das Streitobjekt durch die Schnittstelle gespielt und der Mittelstürmer schob überlegt ins lange Eck ein.
Danach verflachte das Frankenwälder-Derby etwas. Keiner wollte verlieren, die Hektik nahm zu und die Fouls häuften sich. Beide Teams spielten jetzt mit offenen Visier und Selbitz hatte dabei die besseren Chancen. Da die Gäste aber mit Glück und Geschick die Drangphase der Platzherren auf der Zielgerade überstanden, blieb es am Ende bei der gerechten Punkteteilung. Wem dieser Punkt letztlich mehr hilft, wird sich in den noch herausstellen. red


SpVgg Selbitz gegen
SV Friesen 2:2 (2:1)

SR: Christoph Stühler. - Zuschauer: 285. - Tore: 1:0 Elbl (6.), 2:0 Hager (19.), 2:1 Daumann (27., Foulelfmeter), 2:2 Höhn (60.). - Gelbe Karten: Hager / Zapf, Köcher, Daumann, Bernegg, Firnschild.