Was für ein Spiel, was für eine Spannung und was für eine Begeisterung: Zum Abschluss des Fußballjahres 2014 boten beide Teams Fußball vom Feinsten. Zunächst sahen die Frankenwälder wie der sichere Sieger aus, gerieten aber dann fast noch an den Abgrund einer Niederlage. Selten durften die Fans des runden Leders zwei so unterschiedliche Halbzeiten miterleben wie an diesem Samstag im Flößerdorf.

Dergahspor machte von Anfang an klar, dass die Erfolge der letzten Wochen kein Zufall waren. Schon nach wenigen Minuten musste Schlussmann Siggi Kirschbauer sein ganzes Können aufbieten, um einen Schuss von Richard Vidal Camejo abzuwehren.
Mit konsequentem Pressing versuchten die Gäste, den Hausherren den Schneid abzukaufen.

20 Minuten wie entfesselt

Nach einer Viertelstunde befreiten sich die Jungs von Trainer Andi Lang aber und spielten gut 20 Minuten wie entfesselt. Geschickt passte der kampfstarke Dominik Woitschitzke zu Spielmacher Frank Fugmann, der Torwart Jürgen Singer umkurvte und den Ball zum 1:0 ins lange Eck schlenzte (16.). Patrick Sudel, der sich erneut in prächtiger Form präsentierte, marschierte zwei Minuten später durch die Nürnberger Abwehr und legte genau für den jungen Philipp Gleich auf, der sicher vollendete (18.). Wieder war dann Frank Fugmann schon an Torwart Singer vorbei, doch hatte ein Gästeakteur aufgepasst und klärte auf der Linie.

Gäste-Neuzugang Engin Kalender leistete sich in der 21. Minute einen längeren Wortwechsel mit dem Schiedsrichter, sah zunächst die Gelbe Karte und dann sogar "gelb-rot".

Der wieder gut agierende Kevin Roger hämmerte kurz darauf das Leder mit seinem schwächerem rechten Fuß zum 3:0 in den Winkel (26.). Nach einer Kombination mit Hendric Marzog hatte Frank Fugmann sein Visier etwas zu hoch eingestellt. Noch vor der Pause schien Philipp Gleich mit seinem zweiten Treffer alles klargemacht zu haben. Als Torhüter Singer Schüsse von Roger und Fugmann abgewehrt hatte staubte der Wallenfelser in Friesener Diensten kaltschnäuzig zum 4:0 ab.

Gäste drehen auf

Wer glaubte, die Partie sei endgültig entschieden, wurde eines Besseren belehrt. Unmittelbar nach Wiederanpfiff verkürzte der starke Ferdinand Ehrl (46.). Der gleiche Spieler tauchte Minuten später allein vor Torwart Kirschbauer auf, konnte diesen aber nicht überwinden. Als Michel Moungue einen strammen Schuss von Ehrl ins Friesener Netz abfälschte, begann bei den Gastgebern das berühmte Flattern. Nichts ging mehr, und es kam noch dicker. Mutig stoppte Siggi Kirschbauer den durchgelaufenen Michel Mougue, war dann aber beim Nachschuss von Camejo zum 4:3 machtlos (60.).

Mit den Fingerspitzen vereitelte in der Folgezeit der SV-Torhüter den Ausgleich. Die Mittelfranken spielten nun wie aufgedreht. Mit einem Heber übers Lattenkreuz hatte auf der anderen Seite Patrick Sudol kein Glück.
Erst als die Platzherren ebenfalls dezimiert waren, besannen sie sich wieder aufs Fußballspielen. Woitschitzke erkämpfte sich in seiner unnachahmlichen Art in der eigenen Hälfte das Leder und schickte Sudol auf die Reise, der uneigennützig für Goalgetter Frank Fugmann auflegte. Dieser schob den Ball zum 5:3-End einschob. In der Schlussphase hatten Daniel Jakobi und Patrick Sudol mit Distanzschüssen kein Glück.

Der konsequent leitende Schiedsrichter Sven Engl war stets Herr des Geschehens. Fazit: Der SV Friesen ist für die Landesliga und für das Jahr 2015 bestens gerüstet.

SV Friesen: Kirschbauer - Woitschitzke, Roger, Meyer, Nützel, Fugmann, Marzog (67. Jakobi), Gleich, Sudol, Köcher (78. Ph. Kestel), Firnschild
Dergahspor Nürnberg: Singer - Ehrl (89. Yagiz), Maksimovic (45. Tech), Höhenberger, Köseoglu, Maraj, Moungue, Kalender, Camejo, Calisir, Caglar
Tore: 1:0 Fugmann (16.), 2:0 Gleich, (18.), 3:0 Roger (26.), 4:0 Gleich (37.), 4:1 Ehrl (47.), 4:2 Moungue (55.), 4:3 Camejo (60.), 5:3 Fugmann (80.)
SR: Engl (RSV Ittling)
Zuschauer: 120
Gelbe Karten: Sudol, Gleich / Kalender, Caglar, Calisir
Gelb-Rot: Gleich (75.) / Kalender (21.)
Rote Karte: - / Maraj (88.).