Viele bekannte Radprofis hatten sich für die Alpentour-Trophy 2017 in Schladming (Österreich) rund um den Dachstein angekündigt. Fast 400 Starter von fünf verschiedenen Kontinenten waren vertreten. Unter anderem gingen so bekannte Profis wie Alban Lakata, Moritz Milatz, Yana Belomoina, Christina Kollmann oder Nadine Rieder an den Start. In der Kategorie "Mixed-Teams" waren auch Kerstin und Uwe Kuhnlein aus Steinwiesen am Start, die für das Sirius-Sporthaus-Erhard-Team starten und dem RVC Trieb angehören. Sie vertraten im Mixed die deutschen Farben bei diesem viertägigen Rennen. Und das mit reichlich Erfolg. Am Ende der Tour konnten die Kuhnleins aufgrund ihrer hervorragenden Leistungen den 2. Podestplatz für Deutschland erringen. Mit der zweitbesten Gesamtzeit aller vier Etappen lag man knapp hinter den Siegern aus Österreich (Philipp Reindl und Barbara Mayer) und verwies die Italiener (Samuel Mazzucchelli und Alessia Della Valle) auf den dritten Platz.


300 Kilometer durch die Berge

Schon als sich Kerstin und Uwe Kuhnlein Anfang des Jahres entschieden haben, bei der Alpentour-Trophy teilzunehmen, war den beiden klar, dass dies der Saisonhöhepunkt sein würde. Dementsprechend haben sich die Kuhnleins vorbereitet. An vier Renntagen wurden 300 Kilometer gefahren und 10 000 Höhenmeter überwunden. Die Anspannung war beim Eintreffen in Schladming vor dem Rennen entsprechend groß. Nach einer Regennacht und dem Hoffen auf schönes Wetter kam am Tag der 1. Etappe doch noch die Sonne hervor. "Uns wurde ganz schön mulmig, als wir auf die 400 Starter aus fünf Kontinenten trafen. Und dann noch so viele bekannte Profis dabei. Es war schon ein unbeschreibliches Gefühl, als wir mit unseren Startnummern 857 und 858 antraten", erinnert sich Kerstin Kuhnlein an diesen Augenblick.

Die 1. Etappe verlief über den Hochwurzen und, genau wie vorher gedacht, mit brutal steilen Anstiegen und halsbrecherischen Abfahrten über Schneefelder und Flussdurchfahrten. Der frisch geschmolzene Schnee bei den Giglachseen auf rund 2000 Metern Höhe verwandelte die Strecke zum Teil in Sumpflandschaften, was sehr viel Kraft und Energie zog. Doch die beiden kämpften und fuhren als zweites Mixed-Team ins Ziel.
Am zweiten Tag stand die Königsetappe über den Dachstein an und diese war auch die härteste. Bei teilweise 36 Grad in der Sonne wurde den Fahrern alles abverlangt, dennoch kamen die Deutschen auch hier als zweites Team ins Ziel.


Beste Leistung bei letzter Etappe

Alle Mixed-Teams wollten auf der 3. Etappe die Kräfte für das am vierten Tag stattfindende Bergzeitfahren sparen - doch dieser Plan stellte sich als nicht machbar heraus. Also wurde bei der Fahrt über den Hauser Kaibling wieder alles gegeben. Der Lohn: Platz 2. "Unseren besten Tag hatten wir dann zum Schluss beim Bergzeitfahren über die Planai zur Schafalm und konnten uns so den 2. Platz in der Gesamtwertung sichern", sagte Uwe Kuhnlein.

Eigentlich hatten sich Uwe und Kerstin Kuhnlein einen Podestplatz bei einer Etappe als Ziel gesetzt. Dass am Ende aber vier Top3-Platzierungen und der 2. Rang im Gesamtklassement der Mixed-Teams eingefahren werden konnte, machte die beiden natürlich richtig stolz. Sie mussten sich nur dem siegreichen Team aus Österreich geschlagen geben, die bei dieser Alpentour einfach nicht zu bezwingen waren. Letztendlich holten die Kuhnleins eine starke Platzierung für ihr Heimatland und erlebten zugleich ihr größtes Abenteuer im Radsport.