Den Meistertitel hatte vor der Saison beim FSV Ziegelerden niemand so richtig im Visier. Die Saison zuvor - es war die erste Saison nach dem Abstieg in die Kreisklasse - war nämlich nicht besonders gut gelaufen, und übermäßig verstärkt hatte sich die Mannschaft auch nicht.

"Wir wollten eine gute Saison im vorderen Drittel spielen, aber ich habe dann schnell gemerkt, dass die Spieler andere Ambitionen hatten", sagt Trainer Werner Oßmann. Seine Schützlinge hatten die Serie zuvor offensichtlich etwas zu leicht genommen und nicht die Kampfkraft an den Tag gelegt, die nötig ist, um zu bestehen. "Das ist gegen Ende der Serie 2010/11 schon besser geworden, und diesmal hat die Mannschaft von Anfang an gewusst, dass sie jeden Gegner respektieren und in jedes Spiel mit der gleichen Einstellung gehen muss." Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Mit 68 Punkten hat der FSV Ziegelerden den Titel geholt und die Rückkehr in die Kreisliga geschafft.

Ganz reibungslos verlief die Serie für Oßmann und seine Schützlinge nicht. Da waren die schweren Verletzungen von Stefan Götz und Kevin Winkelmann, die beide Monate lang außer Gefecht waren. Da war die 3:5-Schlappe im ersten Heimspiel gegen den FC Pressig und die schwache Leistung in Reitsch, wo man nur mit Glück 2:1 gewinnen konnte. Dass am Ende trotzdem der Titel heraussprang, hat nach Meinung Oßmanns mehrere Gründe: "Auf unsere Abwehr-Achse mit Torwart Bernd Nestmann, Christian Müller und Bastian Biesenecker war im Normalfall Verlass. Und neben Salvatore La Rosa hat Matthias Schedel als Drahtzieher im defensiven Mittelfeld eine überragende Saison gespielt."


Wertvolle Stützen für die Mannschaft



Dass Andre Brendel trotz einer Sperre beinahe Torschützenkönig der Kreisklasse geworden wäre, unterstreicht dessen Qualitäten. Nicht unbedingt auf der Rechnung hatte der Trainer dagegen den jungen Dominik Schirmer. "Er war eine extreme Verstärkung für uns; sein kleiner Durchhänger nach der Winterpause ist für einen 18-Jährigen ganz normal." Nicht vergessen will Oßmann die beiden Routiniers Matthias Kohlmann und Martin Schirmer, die sich als wertvolle Stützen der Mannschaft erwiesen haben.

"Wir haben konzentriert gearbeitet und manchmal auch das nötige Quäntchen Glück gehabt, das man ganz einfach braucht", lautet das Fazit des 55-Jährigen, der der Mannschaft den Löwenanteil am Meistertitel zubilligt. Bei ihm selbst ist es im Übrigen der dritte Titel in den letzten neun Jahren mit drei verschiedenen Mannschaften in drei unterschiedlichen Ligen. "Darauf bin ich schon etwas stolz", bekennt Werner Oßmann.

Vor der Kreisliga ist ihm nicht bange. "Da müssen wir nicht immer das Spiel machen; das sollte uns sogar entgegen kommen", sagt er und ist überzeugt, dass Platz 10 erreichbar ist. "Wir haben das Potenzial, zumal wir vermutlich keine Abgänge haben werden. Wir dürfen nach diesem Erfolg aber auch nicht überheblich werden."