Die Traumnote 1,0 erreichte Sophie Mitter aus Gehülz. So steht es jedenfalls in ihrem Zeugnis. Rechnerisch beläuft sich nämlich ihr Notendurchschnitt aufgrund ihrer hohen Punkteanzahl beziehungsweise vielen 1+ Bewertungen in den jeweiligen Fächern sogar auf 0,87, was aber in den Zeugnissen in Bayern nicht vorgesehen ist.
Die 18-Jährige möchte an der Universität in Heidelberg Medizin studieren. Eilig hat sie es damit aber nicht. "Ich möchte den Winter in Frankreich verbringen, dort Erfahrungen sammeln und meine Sprachkenntnisse verbessern", verrät sie. Obwohl die Einser-Abiturientin bereits in der Vergangenheit mit sehr guten Schulnoten glänzte, stellte ihr Traum-Abitur für sie noch einmal eine Steigerung dar.
"Eine Portion Glück gehört da aber auch dazu", meint sie bescheiden. So sei beispielsweise in den Fächern Mathematik und Deutsch auch ein wenig die Tagesform mit entscheidend.
Gerade vor Mathematik hätten heuer viele der Absolventen Bammel gehabt - unbegründet, wie sich im Nachhinein herausstellte. "Wir sind alle ganz gut durchgekommen", freut sie sich. Die Prüfungen selbst bezeichnet sie als anspruchsvoll, aber machbar, obwohl man natürlich schon viel habe lernen müssen.
Ihre Lieblingsfächer waren Mathematik, Biologie und Französisch, aber eigentlich mochte sie alle Fächer. Wie sie einräumt, werde sie ihre Mitschüler, die Lehrer und die Schule schon vermissen. "Das sind schon gemischte Gefühle und ich bin schon ein wenig traurig", meint sei - gerade auch im Hinblick auf die Lehrer, die sie über einen langen Zeitraum unterrichteten und natürlich auch auf ihre Mitschüler, die man nun nicht mehr tagtäglich sehe. Aber diese Gefühle seien derzeit noch zu frisch. So überwiege momentan die Freude über das sehr gute Ergebnis, das tolle Gefühl, es geschafft zu haben und die Vorfreude auf den neuen Lebensabschnitt.


Rekord-Jahrgang glänzt am FWG

Die Absolventen erhielten aus Händen von Schulleiter Dr. Klaus Morsch, Oberstufenkoordinator Hermann Werner, Elternbeirats-Vorsitzender Tanja Mitter sowie der Fördervereins-Vorsitzenden Sabine Stöhr ihre Abiturzeugnisse. Die Jahrgangsbesten mit einem Notendurchschnitt bis 1,5 wurden gesondert ausgezeichnet. Jahrgangsbeste war Sophie Mitter aus Gehülz mit dem Traum-Notendurchschnitt von 1,0.
Der Verabschiedung war ein fröhlich-bunter ökumenischer Gottesdienst unter dem Motto "Wer hat an der Uhr gedreht?" in der Stadtpfarrkirche vorausgegangen. Zur Abiturfeier in der Dreifachturnhalle fanden sich viele Verwandte, Angehörige und Freunde der Entlassschüler ein. Stellvertretender Schulleiter Alf Merkel konnte zahlreiche Ehrengäste begrüßen, darunter auch ehemalige Lehrer und Schüler. Er freute sich über den starken Jahrgang mit 104 erfolgreichen Absolventen und einen noch nie dagewesenen Rekord-Gesamt-Notendurchschnitt.
Die Glückwünsche der Stadt Kronach übermittelte 3. Bürgermeister Markus Wich. 12 Jahre Schulzeit - 4.500 Tage ihres Lebens - voller Höhen, aber auch Rückschlägen und vielen persönlichen Erlebnissen lägen nun hinter den Absolventen - oder um es fußballtechnisch auszudrücken, sie hätten nunmehr ihren "Elfer" versenkt.
"Ein Lebensabschnitt geht zu Ende, das Lernen aber wird euch weiterhin begleiten", gab er ihnen mit auf den Weg. Wissen und Bildung seien zwar unablässig für ihre weitere Lebensgestaltung. Es zählten aber auch Werte wie Sozialkompetenz, Teamfähigkeit und Toleranz.


Dank an Schulfamilie

Elternbeirats-Vorsitzende Tanja Mitter sprach namens des Gremiums aber auch als Mutter einer Abiturientin der gesamten Schulfamilie mit der Schulleitung ihren Dank aus. "Ihr habt das toll gemacht", zollte sie allen Absolventen größten Respekt. Damit meinte sie aber nicht nur deren sehr gute Abschlussergebnisse, sondern auch deren eigenverantwortliche - mit viel Arbeit verbundene - Vorbereitung der Abiturfeier, beginnend von Brötchen schmieren und dem Abhalten von Veranstaltungen, um Geld in die Abi-Kasse zu bekommen, bis hin zur Abi-Zeitung, dem Abi-Scherz, dem Abschluss-Gottesdienst und schließlich das aufwändige Schmücken der Dreifachturnhalle. Die Vorsitzende Sabine Stöhr gab einen Einblick in die vielfältigen Aktivitäten der "Freunde des Frankenwald-Gymnasiums".
Diese hätten die Entlassschüler während ihrer gesamten gymnasialen Laufzeit bei den von ihnen ausgewählten Seminaren und ihren Arbeitsgruppen finanziell unterstützt. Wenn sie später in der Ferne arbeiteten oder studierten, würden die jungen Leute durch Newsletter aus ihrer Heimat auf dem Laufenden gehalten. Sie hoffte, dass diese später einmal gerne wieder in den Landkreis zurückkehrten.
In ihrer ebenso humorvollen wie beeindruckenden Abschiedsrede dankten die Abiturienten Jannis Köstner und Maria Welscher allen Verantwortlichen des FWG, die die Absolventen während ihrer Schullaufbahn begleitet hatten. An diesem Tag zögen viele Ereignisse und Erinnerungen an ihnen vorbei. "Die Schule hat uns entscheidend geprägt", resümierten sie. Schulleiter Dr. Klaus Morsch zollte den Abiturienten großen Respekt. Die heutige Veranstaltung werde ihm - trotz aller Freude - immer mit dem historischen Ereignis des Brexit in Erinnerung bleiben, was einen tiefen Einschnitt in Europa bedeute. Stimmig musikalisch umrahmt wurde die Feierstunde vom Chor, der Band sowie dem Chor der Abiturienten. Dem offiziellen Teil folgte ein Festabend, ebenfalls in der Dreifachturnhalle des Schulzentrums.


Die Besten

Jahrgangsbeste (jeweils nach Alphabet) waren: bis Notendurchschnitt 1,5: Elena Böhm, Lena Engelhardt, Lukas Fischer, Anna Heuschmann, Anna Hollendonner, Mira Kochdumper, Kira Kryzer, Henrik Kuhnlein, Silvia Pfluger, Theresa Pietz, Xenia Pohl, Michael Weiß sowie die Jahrgangsbeste mit einem Notendurchschnitt von 1,0: Sophie Mitter. Notendurchschnitt 1,6 bis 1,9: Felix Beierwaltes, Annalisa Fischer, Annemie Guggemos, Julius Hümmer, Jannis Köstner, Daniel Löffler, Johannes Löffler, Miriam Müller, Monique Neubauer, Jan Niefanger, Alexander Oelschlegel, Robin Sugar, Eva Trebes, Eva Wachter, Mia Wagner, Theresa Wich, Laura Zeuß, Alina Zohner.