Musikschulleiter Holger Pohl begrüßte alle Eltern und Musikfreunde im bis auf den letzten Platz gefüllten Probenheim der Küpser Orchester. Die Musikschule Küps hatte zum Abschlusskonzert der musikalischen Früherziehung geladen und knapp zwanzig Kinder warteten bereits im Sitzkreis vor ihren Instrumenten auf ihren Auftritt. Das Sommerfest des Fördervereins stand für einen guten Zweck: Alle Einnahmen werden der Kumamoto Erdbebenhilfe gespendet, war doch das Orchester 1995 selbst dort zu Gast in Japan und schockiert über die Schäden, die durch das Erdbeben im April entstanden sind.
Beim Begrüßungslied (Leiterin Julia Bauer) wurden die Gäste mit Winken und Stampfen begrüßt. Beim "Schnurpsenkonzert" konnte als erstes der "Taktigent" der Truppe Raphael Pohl begrüßt werden, der stilecht mit Fliege und Dirigierstab vor sein Orchester trat.
Während Leni Michel die einzelnen Instrumente in einem Gedicht vorstellte, versuchte Raphael sein Orchester zu bändigen. Die eifrigen Musiker waren mit Schlag- und Stabinstrumenten ausgerüstet. Aber der Dirigent meisterte seine Aufgabe und pünktlich zum Ende des Gedichts war das Orchester brav und folgte artig.
Nach dieser Anstrengung war es Zeit für etwas Entspannung. Mit YMCA legten die Kinder eine heiße Sohle aufs Parkett und spornten auch die Zuschauer an, gleich mitzumachen. Im Anschluss wurde in der "Vogelband" das Instrumentenkarussell vorgestellt. Im Laufe der musikalischen Früherziehung konnten die Kinder diverse Blasinstrumente kennenlernen und diese auch ausprobieren.


"Wer hat an der Uhr gedreht?"

Von der kleinen Klarinette "Kalinka" bis zu "Emil", der Tuba, stellten die Kinder den Eltern ihre Instrumente vor. Im Refrain wurde die Vogelband dann langsam zusammengebaut. Bei "Wer macht mit?" hatte Leonie Rebhan ihren Soloauftritt am Xylophon. Auswendig spielte sie zwischen die einzelnen Strophen die Melodie des Stückes, was am Ende auch mit großem Applaus belohnt wurde. Jetzt wurde es rasant. Beim Tanz "Head, Shoulder..." wurde die Melodie immer schneller und schneller bis nicht mal mehr die Eltern, die mitmachen durften, hinterherkamen - die Kinder aber schon. "Wer hat an der Uhr gedreht?", beendete das Abschlusskonzert. "Ist denn heute wirklich Schluss?", sangen die Kinder. Leider ja, aber keine Angst, im nächsten Jahr wird die Musikschule einen zweiten Teil des Kurses anbieten. Musikschulleiter Holger Pohl konnte dies gleich verkünden und überreichte Julia Bauer für ihre gelungene Arbeit einen Blumenstrauß der Marktgemeinde Küps.
Wegen Regens wurde beschlossen, auch den nächsten Programmpunkt, das Konzert des Schüler- und Jugendorchesters Küps nach innen zu verlegen. Schnell wurde aufgebaut und das Konzert konnte beginnen.
Dirigentin Anna Ringlstetter hatte ein buntes Programm zusammengestellt. Neben Klassikern wie dem USA-Marsch oder Aura Lee, begeisterten besonders die beiden Wertungsspielstücke, die dem Orchester einen ausgezeichneten Erfolg - dem höchsten Prädikat - beim Bundesbezirksmusikfest in Kirchehrenbach eingebracht hatten. Unterdessen konnte Holger Pohl Ersten Bürgermeister Herbert Schneider, sowie Zweiten Bürgermeister Bernd Rebhan und Dritte Bürgermeisterin Helga Mück begrüßen, die die Verbundenheit der Gemeinde zu ihrer Musik unterstrichen. Anna Ringlstetter konnte als ersten Solisten Willi Hertel am Saxophon bei "Imagine" von John Lennon vorstellen. Alexandra Kempf und Marius Sünkel an den Altsaxophonen glänzten mit einem gemeinsamen Solo bei "Pennsylvania 6-5000". Ein wunderschönes Konzert endete nach einer knappen Stunde. Es wurden vehement Zugaben gefordert, die das Orchester auch gerne gab. Michael Jackson inspririerte auch viele Arrangeure, seine Werke auf Blasmusik umzusetzen. Ina Siegelin (Klarinette) spielte dazu die Einleitung und nach und nach setzten die Instrumente ein, bis diese Hymne des Friedens wie ein musikalisches Band über das gesamte Schulgelände flog.
Leider hatte der Regen immer noch nicht aufgehört und so musste das Sommerfestkonzert des Symphonischen Blasorchesters leider entfallen, denn das große Orchester hätte nicht mit allen Zuschauern im Probenraum spielen können. Dies war jedoch die Gelegenheit, für eine weitere Premiere. Nach mehr als 15 Jahren Pause konnte man die Küpser Volksmusikanten wieder hören. Die fünf Musiker, teilweise Gründungsmitglieder der Küpser Orchester, unterhielten die Besucher des Sommerfestes mit schmissigen und ruhigen Weisen. red