"Es wird Zeit, dass wieder Mädchen-Flohmarkt ist", lacht Raphaela Kotschenreuther, "Ich habe schon gar keinen Platz mehr im Schrank." Der letzte Kronacher Mädchen-Flohmarkt fand im September 2014 statt. Eineinhalb Jahre - da sammelt sich natürlich einiges bei echten Shopping-Fans an - nicht nur bei der Windheimerin, die heuer bereits zum fünften das Spektakel organisiert.

Rund 35 Stände à drei Meter mit Sachen, die das Frauenherz begehrt, werden die Besucher in der Kühnlenzpassage zum Stöbern, Anprobieren, Tauschen und Kaufen einladen. Die Nachfrage war aber wesentlich höher. "Leider musste ich heuer ganz vielen Mädels absagen, was mir sehr leid tat. Ich bin nach der Reihenfolge ihrer Anmeldungen gegangen, damit alle die gleiche Chance haben", erzählt Raphaela, die bei der Werbung insbesondere auf Facebook setzt. Bislang haben schon 850 Personen Interesse für die dort eingestellte Veranstaltung gezeigt.
Jede Teilnehmerin bekam vorab ihren Stand zugeteilt. Einige von ihnen waren schon bei den bereits stattgefundenen Mädchen-Flohmärkten dabei, andere wiederum machen zum ersten Mal mit.


Manche Sachen sind ungetragen

"Unser Flohmarkt ist ganz anders als das, was man sich gemeinhin unter einem Flohmarkt vorstellt", macht Raphaela schon mal Lust einen aufregenden Tag voller Klamotten, Accessoires, Handtaschen, Schmuck, Schuhen und Beauty-Artikeln. Es gebe dabei nur wirklich schöne moderne Sachen, für die man selbst aus unterschiedlichen Gründen keine Verwendung mehr habe. Manche seien sogar noch ungetragen. Der Flohmarkt umgebe ein ganz besonderes Flair, eine ganz besondere Atmosphäre. "Es ist ein richtiges Event, ein Spektakel und es macht einfach Spaß. Das Ambiente ist toll und die Stimmung ist immer super", so Raphalea.

Bei der Veranstaltung gehe es zudem sehr freundschaftlich und locker zu. Verkäuferinnen und Käuferinnen seien richtig gut drauf. Die Standbetreiberinnen seien ja selbst wieder potenzielle Kundinnen - ebenso wie ihre Freundinnen, die sie mitbrächten. Auch die Stände seien sehr kreativ und einladend gestaltet, fast wie kleine Läden. "Da wird auch nicht um jeden Euro gefeilscht wie sonst vielleicht üblich", erzählt die Windheimerin, die auch beruflich in der Modebranche ist.

Nach dem Abitur absolvierte sie bei einem Modeunternehmen ein Duales Studium. Derzeit arbeitet sie in der Kulmbacher Filiale eines großen Schuhunternehmens. Die staatlich geprüfte Handelsfachwirtin kam bereits beruflich viel in Deutschland herum. Dabei entstand auch die Idee für den Kronacher Mädchen-Flohmarkt. Als sie nämlich vor einigen Jahren beruflich in der Nähe von Stuttgart zu tun hatte, wurde sie auf den dort stattfindenden Mädchen-Flohmarkt aufmerksam.

Dabei kam ihr dann auch die Idee, dass es so etwas auch bei uns geben müsste, zumal damals solche Veranstaltungen in unserer Gegend noch überhaupt nicht bekannt gewesen seien. "Ich dachte, das müsste man einfach mal ausprobieren", erinnert sie sich - gesagt, getan! Die Premiere war am 13. Oktober 2012 und sie verlief - wie auch die Fortsetzungen - super.


Erstmals an einem Sonntag

Nachdem das Shopping-Event in der Vergangenheit immer samstags abgehalten wurde, findet es heuer an einem Sonntag statt - und das ganz bewusst. "Viele Mädels müssen halt auch am Samstag arbeiten - beispielweise im Einzelhandel, so wie auch ich selbst", spricht sie aus Erfahrung. Mit der Verlegung wolle sie daher noch mehr Modeschnäppchen-Jägerinnen die Möglichkeit geben, ihre neuen Lieblingsteile zu Super-Spitzen-Preisen zu erwerben. Ein Lob zollt sie in diesen Zusammenhang insbesondere auch den Verantwortlichen der Stadt Kronach wie auch dem Ordnungsamt, die wieder sehr freundlich und hilfsbereit gewesen seien.

Sowohl die Anbieterinnen als auch die Kundinnen sind jahrgangsmäßig bunt gemischt, wobei gleich mehrere Generationen vertreten seien. Die älteste bisher sei Raphaelas Oma mit 70 Jahren gewesen, die ihre Pelzjacken habe verkaufen wollen und tatsächlich auch eine an die Frau gebracht habe.

Natürlich hat Raphaela selbst auch schon viele tolle Schnäppchen beim Flohmarkt gemacht. Und auch das Geld, das die Organisatorin heuer an ihrem Stand einnimmt, wird sie - wie könnte es anders sein - wieder in neue Klamotten und Co. investieren - wie wohl die meisten der anderen Verkäuferinnen auch: Nach dem Ausräumen wird ja schließlich wieder Platz im Kleiderschrank.


Kleiderspende an die Diakonie

Raphaela freut sich über jede einzelne Standbetreiberin, die alle von ihr persönlich begrüßt werden. Da es sich ja um ein kleines Jubiläum handelt, hat sie sich auch einige kleine Extras überlegt. So ist heuer als besonderes Highlight die Photobox von Sven Schmitt vor Ort. Hier können alle Besucherinnen kostenfrei lustige Erinnerungsfotos schießen lassen und mitnehmen. Und auch noch etwas ist neu: "Teilnehmerinnen, die einen Teil ihrer Klamotten nicht mehr mit nach Hause "schleppen" wollen, können diese bei uns gleich vor Ort an die Diakonie spenden", erzählt Raphaela. Die Säcke mit den eingesammelten Kleidungsstücken werden bei der Diakonie angeliefert, so dass man sicher sein kann, dass die Spenden auch wirklich bei Bedürftigen ankommen. Auch für das leibliche Wohl ist an dem Tag gesorgt. Es wird eine kleine Kaffeebar mit selbstgebackenen Kuchen im Glas geben, den Raphaelas Mutter gebacken hat.


Auch Männer willkommen

Natürlich sind auch Männer sehr willkommen. Viele Frauen brächten ihre Partner mit, als Berater oder Taschenträger. Und die machten - so Raphaela - den Spaß gerne mit. So trägt sie auch schon länger den Gedanken mit sich herum, einmal einen Jungs-Flohmarkt zu organisieren - mit einem entsprechend anderen Angebot. Jetzt aber freut sie sich erst einmal auf den Sonntag und auf hoffentlich viele Gäste. Geöffnet hat das "Frauen-Paradies" von 10 Uhr bis 16 Uhr. Der Eintritt ist wie immer frei.