Die Stammgäste fiebern der Wiedereröffnung der "Tanzfabrik Royal" über dem "Crown Royal" schon seit gut einem Jahr entgegen. Ihre Geduld wird weiterhin auf die Probe gestellt. Die Umbaumaßnahmen an dem denkmalgeschützten Gebäude im Kühnlenzhof gestalten sich aufwendiger als gedacht.

"Unsere Besucher fragen schon lange nach", freut sich Inhaber Thomas Kießling, dass das Kronacher Publikum das "Crown Royal" und die "Tanzfabrik" noch immer auf dem Schirm hat. Dabei konnten zuletzt nur mit Einzelgenehmigungen Veranstaltungen geboten werden, und momentan ist überhaupt kein Betrieb möglich. Erst muss der Umbau - vor allem aus sicherheitstechnischer Sicht - über die Bühne gehen.


Stadt war sehr kooperativ

Der Aufbau eines Blitzableiters, ein separater Eingang für das Obergeschoss und brandhemmende Türen - die Auflagen sind hoch.
"All diese Maßnahmen bedeuten einen immens hohen Arbeitsaufwand und damit verbunden sehr hohe Kosten", erklärt Kießling seinen Gästen die Verzögerung via Social Media. "Die baulichen Maßnahmen, die für die Zulassung nötig sind, kosten alleine schon knapp über 50 000 Euro", betont der Inhaber im Gespräch mit unserer Zeitung. "Die eigentlichen Umbaumaßnahmen kommen dann noch dazu."

Die Stadt Kronach mit Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein (FW) an der Spitze, der zuständige Architekt und der Hausbesitzer ernten großes Lob von Kießling. Da werde an einem Strang gezogen. Einstimmig habe das Ratsgremium der Wiedereröffnung zugestimmt.

Den Schwarzen Peter an das Landratsamt weiterreichen, das will Kießling aber keinesfalls. Die Behörde stellte ihm einen Genehmigungsbescheid aus, allerdings wurden darin die hohen Auflagen festgelegt, die die "Tanzfabrik Royal" nun in den Griff bekommen muss. "Das Landratsamt macht nur seine Arbeit. Es hält sich bloß an die Gesetze", zeigt Kießling Verständnis für die Einwände der Behörde.

Gerade seit dem Unglück bei der Loveparade 2010 in Duisburg seien die Vorschriften für Veranstaltungen straffer festgezurrt worden. Und das sei ja auch nachvollziehbar. "Ich verstehe das Landratsamt", unterstreicht Kießling nochmals. Auf Grund der Auflagen gestaltet sich sein Vorhaben nun aber schwieriger als gedacht. Brandschutz-, Statik- und Lärmschutzgutachten haben schon über 10 000 Euro verschlungen. Rund 35 000 Euro kostet der separate, zweite Aufgang.


Sicherheitstüren als Hürde

Ein planerischer Haken ist der Blitzableiter. In absehbarer Zeit soll das Dach erneuert werden - dann müsste die Gerätschaft natürlich wieder abmontiert werden. Und die Sicherheitstüren stellen auch eine große Hürde dar. Im Gebäude wurden bereits diebstahlsichere Türen eingebaut.

Nun werden aber Türen der Klasse T 30 (30 Minuten feuerhemmend) gefordert. Die Konsequenz: Sieben oder acht neue Türen müssten wieder raus, andere rein. Die Kosten für eine Tür: rund 600 bis 1000 Euro. Nun sucht Kießling erst einmal weitere Gespräche mit der Behörde und hofft auf Kompromissmöglichkeiten. Es gibt also noch viel zu tun, ehe in der "Tanzfabrik Royal" wieder Betrieb herrschen kann. Doch Thomas Kießling will es anpacken. Wann genau es im "Royal" aber wieder losgeht, das steht derzeit noch in den Sternen.