Internet und gedruckte Zeitung - unerschöpfliche Quellen der Informationen und Berichterstattungen. Was die Reporter und Herausgeber in "normalen" Jahren oft auf die Palme bringt, nämlich viel zu viele Veranstaltungen, Versammlungen und Neuigkeiten, ist seit März 2020 eingeschränkt.

Schuld daran ist ein kleines Virus, das eine große Wirkung entfaltet hat. Das Coronavirus legt fast das ganze Vereinsleben lahm, es schließt die Versammlungsstätten und lässt keinen Fasching zu. Das heißt: Den freien Mitarbeiter der Zeitungen brechen zahlreiche Termine ersatzlos weg. Wenn man die Faschingszeit anschaut, die bereits am 11.11. mit unzähligen Rathausstürmen beginnt und sich mit Büttenabenden, Tänzen, Umzügen und vielen kleineren Veranstaltungen bis Aschermittwoch hinzieht, herrscht nun "tote Hose".

Das Lachen vergeht in der Corona-Pandemie

Kein Lachen, keine lustigen Bilder, keine Verkleidungen, stattdessen Masken auf den Gesichtern der Menschen. "Mund- Nasenschutz" nennen sich die Verkleidungen unserer Zeit. Corona hat das Bild der Zeitungen verändert, den Lokalteil oft in ernste Themen verwandelt. Wo bleibt die Zeit zum Lachen, wo bleiben die Narren, die in bunten Bildern aus den Zeitungsseiten und von der Internetplattform herausschauen?

Doch nicht nur die lustigen Seiten fehlen, auch die Informationen, die sonst in den Versammlungen der Vereine und Institutionen bekannt gegeben werden. Kein Vereinsleben heißt auch: kein Bericht . Keine Vereinsfeste und Umzüge, keine Schützenfeste und bierselige Zeltveranstaltungen. Ja, nicht einmal ein klitzekleines Gartenfest, über das man berichten könnte. Das gesellschaftliche Treiben "liegt darnieder", wie es poetisch heißen könnte.

Viele Feste fallen weg

Und dabei wären doch gerade im letzten Jahr so viele schöne Feste im Landkreis gewesen. Vereinsjubiläen mit farbenfrohen Uniformen, die von Männern und Frauen stolz durch die Straßen getragen worden wären. Feuerwehr , Schützenverein und Soldatenkameradschaften - sie alle haben 100 oder 120 oder sogar 150-jährige Jubiläen gefeiert. Was wären das für farbenprächtige Fotos geworden? Wie viele Auszeichnungen wären verliehen und glänzende Orden gereicht worden? Das alles fällt weg.

Aber wer ein richtiger Berichterstatter ist, der lässt sich nicht unterkriegen. Und so entstanden Berichte über Themen, die man schon lange aufgreifen wollten, aber nie die Zeit dafür hatte. Reportagen über die Heimat, die Vergangenheit und die Besonderheiten der Region fanden nun ihren Platz in den Lokalseiten. Und mancher schaffte es sogar in die "überregionalen" Seiten. Die Aufmerksamkeit geht in andere Richtungen. Man merkt, dass es sich auch lohnt, über andere Sachen zu berichten.

Es gibt ein Leben nach Corona

Doch Wehmut ist dabei, wenn man sich die Titel und Bilder der letzten Jahre anschaut, wenn man vor dem Computer sitzt und überlegt, wie man die Zeitung mit interessanten Nachrichten füllen könnte. Doch auch für die Reporter und freien Mitarbeiter kommt ein Leben nach Corona, ein Leben voller Veranstaltungen, Versammlungen und vieler gefahrener Kilometer von einem Termin zum nächsten. Langeweile kennt ein richtiger Reporter nicht, egal ob vor, mit oder nach dieser schlimmen Pandemie .