"Ein großer Schwerpunkt meiner Arbeit soll das Betreuungsnetzwerk werden", erläuterte Bernd Rebhan, Bürgermeisterkandidat der CSU, bei einer Veranstaltung im Johannisthaler Gasthaus Horther. Betreuung beginne bei den Kinderkrippen und Kindergärten. Küps habe 42 Krippenplätze und 260 Kindergartenplätze. Dies sei für Familien enorm wichtig und mache Küps als Wohnort attraktiv, weshalb er diesen Bereich ausbauen möchte.
Schnell wolle Rebhan Begrüßungsgeschenke für Neugeborene einführen. Enorme Investitionen stehen bei der Schule an. Wichtig sei, hier eine gute Förderung zu erreichen, zumal mit elf bis zwölf Millionen Euro Kosten gerechnet wird.

Fast 7800 Einwohner mit leicht steigender Tendenz habe Küps aufgrund der Baugebiete und weiterer Baumaßnahmen. Aber ein Viertel der Bevölkerung sei über 65 Jahre alt. Eine enge Zusammenarbeit sei auch mit den regionalen Mandatsträgern unerlässlich. Als es darum ging, wieder die Johannisthaler Schulleiterstelle zu besetzen, wollte dies die Regierung nicht mehr tun. Dennoch konnte die Stelle auch dank seiner Mithilfe wieder besetzt werden und sei auch jetzt wieder neu ausgeschrieben, nachdem die Schulleiterin eine neue Aufgabe übernommen hat.

Schon lange sind die Küpser Friedhöfe ein großes Thema in der Bevölkerung. Hier könne die Marktgemeinde sehr schnell sehr viel verändern, ist Rebhan überzeugt. Sehr schnell möchte er ein Friedhofskonzept umsetzen, das bereits entwickelt werde. "Die Bestattungsformen haben sich einfach geändert", betonte er. In spätestens zwei Jahren müsse dies erledigt sein.


Bahnanbindung verbessern

Verbessern möchte Rebhan die Bahnanbindung der zweitgrößten Landkreisgemeinde. Viele Küpser fahren zum Regionalexpress nach Burgkunstadt. Küps müsse darum kämpfen, dass hier auch mancher Regionalexpress halte.

"Mit dem Bundesverkehrswegeplan ist einiges für den Landkreis erreicht worden. Die B 173 wird vierstreifig bis an die Gemeindegrenzen geführt. Aber: Wir brauchen eine Lösung für die Ortsdurchfahrt", betonte Rebhan. Der Anschluss des Landkreises an die Autobahn dürfe nicht zu Lasten der Küpser und Oberlangenstädter gehen.
In Hinblick auf die Wirtschaft bemängelte Rebhan, Küps habe kaum noch Gewerbeflächen. Jeder Arbeitsplatz sei wichtig. "Hier müssen wir etwas tun." Bei allen Straßenbaumaßnahmen müsse Glasfaserkabel verlegt werden.

Viel stärker sollten die sieben Schlösser und die Burg genutzt werden. "Da haben wir auch noch Möglichkeiten." Ein Schlösserrundwanderweg oder Aktionen zum Tag des offenen Denkmals könnten diese Schätze stärker in den Mittelpunkt rücken.

Gerade die Ortsteile müssten zudem weiter gepflegt werden. "Wir brauchen dringend ein Leerstandsmanagement, denn gerade in den alten Ortskernen sind viele Häuser und Wohnungen ungenutzt. Im Hinblick auf die dörflichen Strukturen macht das ehrenamtliche Engagement enorm viel aus. Leider werden die Freiwilligen nicht mehr", bedauerte er. Die Dorferneuerung sei eine enorme Hilfe.

Der Rest der Brandruine in Johannisthal ist für die Bevölkerung nach wie vor ein wichtiges Thema. Es war ein weiter Weg, um den jetzigen Zustand zu erreichen, erklärte Bernd Rebhan. Bislang seien aber nur die losen Teile weggebaggert worden.

"Ich bin recht optimistisch", sagte Rebhan abschließend mit Blick auf die Wahl.

Es sei mehr eine Bürgerversammlung als eine Wahlveranstaltung, freute sich MdL Jürgen Baumgärtner über die klaren Ziele von Bernd Rebhan. "Er ist ein Kümmerer und Zuhörer - und er ist immer zuverlässig", betonte Baumgärtner. "Wir müssen in den Dorfkernen etwas tun", unterstrich der Landtagsabgeordnete. In den Ortskernen werde der Abriss von Leerständen zu 100 Prozent finanziert. Sicher werde in Küps gemeinsam mit dem Freistaat einiges geschaffen werden. Küps sei eine tolle Wohngemeinde mit einer guten schulischen Infrastruktur und hervorragenden Einkaufsmöglichkeiten. Man könne die Marktgemeinde sehr gut weiterentwickeln, wenn man es zusammen mit der Bürgerschaft und einem politischen Netzwerk angehe.


Klare Analyse

Vor jeder Entscheidung müsse es eine klare Analyse geben. Dies habe sich in Kronach gezeigt, wo die CSU in der Industriestraße eine Asylunterkunft für 1000 Flüchtlinge verhindert habe. In vielen Teilen Bayerns stünden solche Einrichtungen jetzt leer, seien aber auf 15 Jahre angemietet. Hätte es bei der Frankenwaldklinik auch eine schonungslose Analyse gegeben, würde dort dringender Handlungsbedarf erkannt.

"Wenn wir uns um die Frankenwaldklinik nicht kümmern, werden wir in einigen Jahren kein Krankenhaus mehr haben", befürchtete der Abgeordnete. "Im Ton angemessen - da übe ich noch - muss man auch sagen dürfen, was nicht gut läuft", sagte er etwas selbstkritisch. "Wenn man in die Notaufnahme kommt und muss sieben Stunden warten, ist dies nicht normal." Und wenn man keinen der anwesenden Ärzte verstehe, auch nicht. Dies sei kein Schlechtreden, sondern eine Analyse. Jetzt müsse gemeinsam nachgedacht werden, um die Situation zu verbessern. Wichtig sei es, die Diskussionen weitab von jeder Parteiideologie zu führen, appellierte Baumgärtner.

Von den Bürgern wurden die Themen Hochwasser, Lärmschutz an Bahn und Bundesstraße, zugeparkte Gehsteige, Durchgangsverkehr, Schneeräumen, Unterhalt an den Bächen und Straßenschäden in die Diskussion gebracht.