Robert Pick fotografiert in der Zeyerner Kirche. Nicht etwa den Altar, der vor kurzem restauriert wurde und den Kirchenpfleger Roland Pompe mit Andreas Müller - Picks Kollege - begutachtet, sondern die Risse in der Decke.
Pick ist der zuständige Referent des Landesamts für Denkmalpflege. Einmal im Monat hat er quasi Sprechtag für den Landkreis Kronach und schaut sich dann meist mehrere Denkmäler nacheinander an.
Ob die Risse in der Kirchendecke gefährlich sind oder nicht, kann er nicht beurteilen. "Dazu müsste man eine Öffnung der Decke machen. Dann könnte man herausfinden, woher die Risse kommen und ob Gefahr besteht, dass Teile der Decke runterkommen", erklärt er. Rein vom Betrachten der Risse her sehe er dafür derzeit keine Gefahr, beruhigt er die Zeyerner. Es gebe nahezu keinen solchen Deckenspiegel ohne Risse. "Wenn aber auffällt, dass es immer mehr Risse werden, dann ist es bedenklich", so Pick. Kirchenpfleger Pompe bestätigt, dass es mit der Zeit immer mehr Risse würden - gerade im hinteren Bereich zur Straße hin. "Wenn man regelmäßig hier rein geht, dann kennt man irgendwann jeden Riss und weiß also genau, wenn einer neu hinzu gekommen ist." Er sieht in den Rissen einen Zusammenhang mit dem vielen Schwerlastverkehr, der tagtäglich durch den Ort und damit nur wenige Zentimeter an der Kirche vorbei rollt.
"Der Schwerlastverkehr verursacht schon eine gewisse Erschütterung", bestätigt Andreas Müller, der bereits öfter in der Zeyerner Kirche war.
Pick rät, die Decke von oben zu öffnen und parallel dazu sich die Risse von unten mit Hilfe eines Gerüstes aus nächster Nähe anzuschauen. Übernehmen sollte dies ein Restaurator, der sich mit Deckenschäden auskennt, kein wirtschaftliches Interesse verfolgt und den Zustand daher neutral bewertet. Sandro Selig, Architekt bei der Erzdiözese Bamberg - zuständig für den Kreis Kronach - wird dies in die Wege leiten. "Ein solcher Restaurator kann Ihnen dann sagen, ob Handlungsbedarf besteht und auf Grund dieser Fakten können Sie dann beurteilen wie viel das kostet und wie Sie das finanzieren können", erklärt Pick.
Bis es soweit ist, zückt er noch einmal seinen Fotoapparat, steigt die Treppen zur Empore hinauf. Von dort sieht man die Deckenrisse aus nächster Nähe.