An einem normalen Werktag geht es auf dem Parkplatz des Kronacher Hagebaumarktes um die Mittagszeit eher gemächlich zu. Doch normal ist in diesen Wochen gar nichts. Und so reiht sich gestern ein Auto an das andere. "Heute hat sich die Lage schon wieder ein wenig beruhigt", berichtet Marktleiter Thomas Stumpf. "Gestern war der Andrang schon gewaltig."

Einen Monat lang waren die Baumärkte - wie fast alle anderen Geschäfte - geschlossen. Mal eben schnell ein Paket Blumenerde, einen Liter Farbe oder ein paar Pflanzen für den Garten besorgen: Was selbstverständlich war, ging plötzlich nicht mehr. Kein Wunder, dass es viele Kronacher in den ersten beiden Tagen nach der Wiedereröffnung in den Baumarkt ihres Vertrauens zog und die ersten Kunden bereits vor der Tür gestanden haben, als der Hagebaumarkt am Montagmorgen geöffnet hat. "Die Leute haben darauf gewartet. Sie wollen es sich in ihren Gärten schön machen und draußen arbeiten."

Dementsprechend gefragt sind die Produkte in der Gartenabteilung. "Pflanzen jeder Art, Lacke und Farben für draußen, Grillgeräte und Gartenmöbel", zählt Stumpf auf. Die Pakete mit Blumenerde liegen bereits im Eingangsbereich bereit, "damit die Kunden nicht erst durch den ganzen Markt müssen".

Doch um dahin zu kommen, müssen die Kronacher zuerst am "Türsteher" vorbei. Der bietet vor dem Eingang an, ihnen die Hände zu desinfizieren und weist sie darauf hin, dass der Zutritt nur mit Einkaufswagen gestattet ist. "Das machen wir, um den Überblick zu behalten, wie viele Kunden gerade im Markt sind", erklärt Stumpf.

An Kunden, die kein Kleingeld parat haben, werden Einkaufschips verteilt, ab nächster Woche zusätzlich Einweg-Gesichtsmasken. 100 Kunden dürfen laut dem Marktleiter gleichzeitig rein - wer danach kommt, muss einen Moment warten. "Dafür haben auch alle Verständnis. Keiner schimpft, keiner mosert. Die Leute haben begriffen, dass es um ihre eigene Sicherheit geht."

Um diese auch drinnen zu gewährleisten, hat das 45 Mann starke Team allerhand Vorkehrungen getroffen: Bodenmarkierungen für ausreichend Abstand, getrennte Ein- und Ausgänge, Plexiglas an den drei Kassen und Info-Points. Auch die Mitarbeiter tragen alle Mund- und Nasenschutz. "Wir hatten alles schon vor der Schließung vorbereitet", erzählt der Marktleiter. "Darum konnten wir die Maßnahmen jetzt schnell umsetzen, als wir erfahren haben, dass wir wieder öffnen. Und natürlich haben wir uns sehr gefreut."

Kleinere Abstriche seien dennoch notwendig. "Wir haben den Werkstattbetrieb weitestgehend heruntergefahren." Einen Nach-Hause-Lieferservice bietet der Hagebaumarkt aber nach wie vor an. "Da haben wir in den vergangenen Wochen unwahrscheinlich viele Anfragen bekommen." Trotz der aktuell hohen Nachfrage seien alle Produkte vorrätig. "Lieferengpässe gibt es derzeit glücklicherweise keine."

Ähnlich ist die Lage im Sonderpreisbaumarkt in der Industriestraße. Dort wurden am Montag vor allem Blumenerde und Gartenartikel gekauft. "Mit 600 Kunden war der Ansturm sehr groß", sagt Florian Köhler. Wie der stellvertretende Leiter des Baumarkts berichtet, wurden für die Wiedereröffnung ebenfalls zahlreiche Vorsichtsmaßnahmen getroffen. "Jeder Kunde bekommt einen Wagen, der vor und nach dem Einkauf desinfiziert wird. Außerdem wurde ein Spuckschutz an der Kasse montiert und alle Mitarbeiter tragen eine Maske und Handschuhe", zählt er auf. Außerdem wurden auf dem Boden im Kassenbereich Trennstreifen angebracht, dass der entsprechende Abstand beim Bezahlen eingehalten wird. "Der Eingangs- und der Ausgangsbereich wurde auch voneinander getrennt."

Was das Personal betrifft, sind momentan weniger Mitarbeiter als normalerweise im Einsatz. "Wir haben zwei Schichten pro Tag mit jeweils fünf bis sechs Leuten. Sonst sind wir meist zu siebt", berichtet Köhler. Für die Desinfektion der Wägen vor dem Eingang wurde zusätzlich eine Mitarbeiterin aus der Zentrale geschickt. "Die Mitarbeiter gehen alle respektvoll mit der Situation um, Angst hat niemand", lobt Köhler. Von den Kunden würde sich nur ein geringer Bruchteil über die Sicherheitsvorkehrungen, wie die Wagenpflicht, beschweren.

Im toom-Baumarkt sind neben dem Gartensortiment auch Produkte für den Innenausbau gefragt. Auch hier regelt ein Mitarbeiter den Zugang zum Markt. Die Kunden würden gebeten, vorzugsweise mit Karte zu bezahlen und bestenfalls alleine in den Baumarkt zu kommen. "Die Warenversorgung ist gesichert", beteuert Melanie Goers vom toom-Baumarkt.