Die Aufwertung und Neugestaltung der Ortsdurchfahrt in der Marktgemeinde Mitwitz war eines der Hauptthemen bei der Bürgerversammlung, die im Saal der Gastwirtschaft "Häublein" stattfand. Auf dieses Thema ging 1. Bürgermeister Hans-Peter Laschka (CSU) in seinem Rechenschaftsbericht ausführlich ein und auch bei der Diskussionsbeiträgen der Bürger wurde diese Baumaßnahme teilweise angesprochen.
Zur Zeit laufen, so der Bürgermeister, die Baumaßnahmen in der Coburger Straße auf Hochtouren, die deshalb vom westlichen Ortseingang bis zum Rathaus komplett für den Verkehr gesperrt sei. Bis zum 20. Dezember soll jedoch die Straße wieder befahrbar sein.
Die jetzigen Arbeiten, für die er der bauausführenden Firma ein großes Lob aussprach, umfassen unter anderem die Erneuerung der Kanäle, die Wasserleitungsschieber werden ausgewechselt, die Ortsbeleuchtungskabel komplett neu verlegt, Tiefenentwässerungsrohre eingebaut, neue Bordsteine und Wasserführungen gesetzt, Gehwege, Randstreifen und Parkbuchten neu gestaltet und die Fahrbahn wird komplett mit einem Flüsterasphalt wieder hergestellt. Dies alles, so der Bürgermeister, sei nur mit einer kompletten Sperre dieses Streckenabschnittes möglich und man könne nur hoffen, dies war auch die Befürchtung der Bürger, das es wegen Hochwasser keine Sperre auf der Umleitungsstrecke über den Gemeindeteil Steinach kommt. Die nächsten Arbeiten in der Coburger Straße und des Kirchplatzes erfolgen nach der Winterpause, spätestens Anfang März, wiederum mit einer Totalsperre. Anschließend geht es mit Unterabschnitten in der Kronacher Straße weiter, auch hier voraussichtlich mit einer Vollsperrung. Dafür wird im Frühjahr die Umleitungsstrecke über den Breitenseeweg mit einer Asphaltschicht versehen.


Wer zahlt?

Abgeschlossen werden sollen die Arbeiten bis zum Jubiläumsfestzug anlässlich der 750-Jahr Feier in der zweiten Septemberwoche 2016. Nicht unerwähnt ließ der Bürgermeister die Straßenausbaubeiträge, die in der bisherigen Form bayernweit auf dem Prüfstand seien. Im Zuge des Ausbaues der Ortsdurchfahrt seien die Anlieger nur für den standardgemäßen Ausbau beitragspflichtig. Gerechter sei seiner Meinung aber, dass die Kosten auf alle Bürger umgelegt werden, da auch diese von den Maßnahmen profitierten. Was zum Tragen kommt, sei aber noch nicht entschieden, so der Bürgermeister.
Im Zuge der Erneuerung der Fahrbahndecke der Kreisstraße KC15 in der Ortsdurchfahrt des Gemeindeteiles Steinach, erfolgte auch die sinnvolle Erneuerung der Wasserversorgung und eine Verbesserung der Verkehrssicherheit. Hierfür entstanden Kosten von 88 000 Euro. Kurz angeschnitten durch Laschka wurde auch der Breitbandau, für den es im Gemeindebereich drei Erschließungsabschnitte gibt. Nicht weniger als 52 Arbeitsplätze wurden mit der Montessorischule in Mitwitz geschaffen, bei der zur Zeit 247 Kinder unterrichtet würden. Erfreulich sei auch, dass die Grundschule Mitwitz, mit zur Zeit 116 Kindern, einen staatlichen Bestandsschutz habe.
Vorgestellt durch den Bürgermeister wurde auch ausführlich die Veranstaltungen für das Jubiläumsjahr 2016 "750-Jahre erste urkundliche Erwähnung von Mitwitz". Den Auftakt bildet Silvester eine Feier in der alten Firma Fischer ab 23 Uhr bis 3 Uhr unter dem Motto "Wir begrüßen das Jubiläumsjahr". Unter anderem gibt es am 16. Januar im Saal "Häublein" ein Konzert mit "Kimm - Lieder zwischen Liebe und Leben". Dass im kommenden Jahr aber nicht nur Feiern auf dem Programm steht, erfuhren die Besucher als Bürgermeister Laschka auf künftige Maßnahmen einging. Hierzu nannte er an erster Stelle die Sanierung des Hochbehälters Burgstall mit Erneuerung der Zuleitung von Breitenloh und der Versorgungsleitung vom Hochbehälter nach Burgstall. Die günstigste Lösung sei mit 517 000 Euro veranschlagt. Auch gebe es Baumaßnahmen für die vorübergehende Wasserversorgung der Sonnefelder Gemeindeteil Hassenberg und Wörlsdorf, die für zwei Jahre mit Mitwitzer Wasser versorgt werden.
Trotz des großen Themenkataloges,das durch den 1. Bürgermeister aufgelistet wurde, gab es verhältnismäßig wenig Anfragen aus den Reihen der Besucher. Diese befassten sich in erster Linie mit den Straßenausbaubeiträgen, dem Bau der Ortsdurchfahrt, der Straßenbeleuchtung, bzw. der jetzigen Verkehrsbeschilderung an der Einmündung von Würtzburg-Straße-Coburger Straße. Von Ralf Heidelberger angesprochen wurde die "katastrophale Parksituation" rund um die Montessori-Grundschule, wo sich die Autofahrer nicht an Verkehrsregeln und Höchstgeschwindigkeiten hielten.


Aus dem Bericht des Bürgermeisters


Beteiligung Eingeladen wurden die Bürger auch durch den Ersten Bürgermeister, sich an dem Ideenwettbewerb für die Neugestaltung des Geländes am westlichen Ortseingang bis hin zur Schlossallee unter Einbeziehung des Festplatzes zu beteiligen. Vor dem Abriss der restlichen Gebäude des ehemaligen Fischerbetriebes werde dieser Wettbewerb von der Regierung und der Obersten Baubehörde verlangt. Die Bevölkerung hat die Möglichkeit, auch am Freitag, 4. Dezember, von 17 bis 18 Uhr bei dieser offenen Planungswerkstatt den Planern im Mehrgenerationenhaus über die Schultern zu schauen und mit ihnen zu sprechen. Die Vorschläge werden dann am Samstag, 5. Dezember, im Weißen Saal des Wasserschlosses vorgestellt.

Zahlen Eingeleitet wurde die gut besuchte Bürgerversammlung mit statistischen Zahlen zur Einwohnerentwicklung und der Finanzsituation der Marktgemeinde. Besonders erfreut berichtete der Bürgermeister, dass die Einwohnerzahl in den letzten Jahren kontinuierlich angestiegen sei. Zur Zeit habe man 2991 Einwohner (2953 im Vorjahr), darunter 219 ausländische Einwohner aus 34 Nationen. Den größten Anteil haben die Länder Polen 84, Türkei 51 und Kosovo 17.

Trauungen Mit der Silberauszeichnung im Bezirksentscheid "Unser Dorf hat Zukunft, unser Dorf soll schöner werden", wurden die Dorferneuerungsmaßnahmen und der Einsatz der Bevölkerung im Gemeindeteil Schwärzdorf gewürdigt. Als eine segensreiche Einrichtung bezeichnete der Bürgermeister das in der alten Schule am Rathaus geschaffene Mehrgenerationenhaus. Positiv wirken sich, so der Bürgermeister, die seit vier Jahren durchgeführten standesamtlichen Trauungen im Weißen Saal des Wasserschlosses für die örtlichen Geschäfte, den Fremdenverkehr und den Bekanntheitsgrad von Mitwitz aus. Bereits 60 Paare, darunter aus Südamerika und Aus tralien, wurden hier getraut. Als sehr nötig bezeichnete der Bürgermeister die Ausweisung eines neuen Baugebietes, da man nur noch vier freie Bauplätze habe. Herbert Fischer