"Nuch a bissla! Passt!" Mit einem kräftigen "Hauruck" ziehen an diesem Samstagvormittag zehn starke Männer auf dem Festplatz in Wilhelmsthal eine Zeltplane nach der anderen auf: Eine schweißtreibende Arbeit, wie an ihren "leicht" geröteten Gesichtern unschwer zu erkennen ist.

Das Grundgerüst für das 50 x 25 Meter große Zelt steht bereits. In jeder Ecke und in jedem Winkel wird gewerkelt - und das schon seit 7 Uhr am Morgen. Arbeit gibt es mehr als genug. Die rund 25 Helfer sind voll mit dem Zeltaufbau beschäftigt, der um etwa 14 Uhr abgeschlossen sein soll. Unter ihnen sind auch die beiden Youngsters, Timon und Marvin, die beim Ausrichten des Zeltes helfen. Mit ihren 16 Jahren sind sie an diesem Morgen mit die jüngsten Helfer. Beim Aufbau sind sie heuer erstmals mit dabei. Beim Heimatfest selbst aber gehören sie schon seit ihrer Kindheit zum "Stamminventar".


Dauereinsatz macht Spaß

Beide sind aktive Musiker in der Trachtenkapelle Wilhelmsthal. Timon spielt Tuba, Marvin Flügelhorn. An den vier Tagen Heimatfest sind sie nahezu täglich gefordert. "Wir spielen bei der Bierprobe am Donnerstagabend, beim großen Heimatabend am Samstag und am Sonntag beim Gottesdienst und anschließend beim Frühschoppen", zählen die beiden auf. Dieser Dauereinsatz mache ihnen nichts aus, sondern mache sogar großen Spaß. "Es gibt ja Pausen. Außerdem haben wir ja noch den Freitagabend, wenn "Pop nach Acht" spielt, für uns sowie den Sonntagnachmittag und -abend mit Trixi & die Partylöwen", freuen sie sich. Mit dem Heimatfest sind beide aufgewachsen; waren sie doch schon bei den Kindertrachtengruppen dabei. "Außerdem machen meine Eltern jedes Jahr die Pizza beim Heimatfest", verrät Marvin.

Wie viel Vorarbeit für den "Dauerbrenner" nötig ist, bei dem unzählige Besucher vier Tage lang beste Unterhaltung, gelebte Brauchtumspflege und tolle Livemusik genießen können, kann sich ein Außenstehender nicht vorstellen. Die enorm zeit- und arbeitsaufwändigen Vorbereitungen laufen bereits seit Monaten auf Hochtouren.
Der Endspurt ist streng geregelt: Das Festzelt wird jeweils am Samstag vor dem Heimatfest aufgestellt. Am Montag folgen die Bar, der Ausschank und die Bühne sowie die Tanzfläche und die Bestuhlung am Dienstag. Am Mittwoch wird die Tonanlage aufgebaut, die das ganze Fest über stehen bleibt.

"Heuer sind wir besonders gefordert, da ja das Fest einen Tag früher beginnt. Wir werden sicherlich bis kurz vor Beginn mit den letzten Feinheiten beschäftigt sein. Hierzu zählt beispielsweise auch das Ausschmücken des Zeltes mit Birken", erklärt der Vorsitzende des Musikvereins, Thomas Steininger.

Seinen Beginn findet die "Perle" unter den vielen Frankenwaldfesten am Donnerstag um 20 Uhr. Um 20.30 Uhr wird das Ausschuss-Mitglied und Ehrenmitglied Gerhard Löffler, der lange Jahre Zweiter MV-Vorsitzender war, den Bieranstich vornehmen. Einlass ist um 19 Uhr.

Dass den Verantwortlichen trotz jeder Menge Stress und Arbeit die Ausrichtung des Dauerbrenners Jahr für Jahr großen Spaß macht, hat mehrere Gründe. Einer davon sind, so Steininger, die tüchtigen Helfer. "Alle Generationen helfen zusammen und es kommt immer Nachwuchs nach. Jeder weiß, was zu tun ist. Viele nehmen sich Jahr für Jahr extra zum Heimatfest Urlaub, um mithelfen zu können".

Und was gefällt den beiden Youngsters besonders am Heimatfest? "Das ist einfach eine schöne Tradition, die weiter bestehen bleiben soll", wünschen sich Timon und Marvin. Die Stimmung sei sehr gut und die Atmosphäre einzigartig. "Wenn abends die Häuser beleuchtet werden - das sieht einfach wunderschön aus."


Auftakt um einen Tag vorverlegt

Die Verantwortlichen des Heimatfests Wilhelmsthal passen den Programmablauf dem veränderten Besucherverhalten ihrer Gäste an. Das zweitgrößte Fest im Landkreis beginnt heuer einen Tag früher am Donnerstag, 4. August, und endet bereits am Sonntag.

Begann das Heimatfest in der Regel am Freitagabend mit dem Bieranstich, verlegt man diesen heuer auf Donnerstag. Mit toller Blasmusik durch die Trachtenkapelle Wilhelmsthal darf wieder ein ausgelassener Festauftakt erwartet. Bereits 2014 hatte man die Eintrittsgelder für Sonntag und Montag abgeschafft, was man auch heuer - nunmehr im dritten Jahr in Folge - beibehalten wird. An allen vier Festtagen können Besucher, ohne Eintritt zahlen zu müssen, das Festzelt betreten.


Das Programm des Heimatfestes

Donnerstag, 4. August 20 Uhr: Bierprobe mit der Trachtenkapelle Wilhelmsthal

Freitag, 5. August 21 Uhr : Pop nach Acht

Samstag, 6. August 20 Uhr : Großer Heimatabend mit der Trachtenkapelle Wilhelmsthal, der Trachtengruppe Wilhelmsthal und den Kindertrachtengruppen, Moderation: Thomas Auer; 22.15 Uhr: Brillantfeuerwerk

Sonntag, 7. August 8.45 Uhr: Kirchenparade; 9 Uhr: Festgottesdienst im Festzelt mit der Trachtenkapelle Wilhelmsthal, dem Männerchor "Cäcilia" und der Band Swinging Church; 14 Uhr: Familien- und Kindernachmittag, Unterhaltung mit dem Musikverein Hesselbach, den Kindertrachtengruppen und der Bläserklasse, Hüpfburg, Malwettbewerb, Ponyreiten und Glücksrad; 20.30 Uhr: Festausklang mit Trixi & die Partylöwen.