Während Wolfgang Förtsch mit seiner linken Hand das Luftgewehr hält, drückt der Zeigefinger seiner rechten leicht auf den Abzug. Voller Konzentration visiert er mit dem rechten Auge durch die Zieleinrichtung seines Gewehrs die Scheibe in zehn Meter Entfernung. Dann drückt er ab ... Dem Zweiten Bürgermeister des Marktes Pressig sowie seinem Amtskollegen aus Wilhelmsthal, Gerhard Eidelloth, oblag es bei der Info-Veranstaltung als eine der ersten, am Schießstand ihre Treffsicherheit unter Beweis zu stellen. Dabei zeigten sie durchaus Talent für den Schießsport, eine der traditionsreichsten Sportarten überhaupt. Dass die beiden Gemeindevertreter und viele weitere potenzielle Schützen nun einen Schießstand für Luftgewehr, Luftpistole und Bogen sozusagen vor der eigenen Haustüre haben, ist speziell Johannes Kiendl zu verdanken. Dieser stellt einen Teil der von ihm erworbenen Räumlichkeiten der "Alten Schule" in Posseck zur Verfügung. Als passionierter Bogenschütze hatte er bereits einen Bogenschützenstand im Gebäude installiert.
Von der Veteranen- und Soldatenkameradschaft (VSK) Gifting-Posseck-Größau ging dann die Idee und Anregung aus, gleich daneben einen Luftgewehrschießstand zu installieren. Mit diesem neuen Angebot möchte die VSK, die den Schießsport als Sparte ihres Vereinslebens aufnahm, die Möglichkeiten der Freizeitgestaltung im Landkreis erweitern. Der Vorsitzende Gottfried Betz, zugleich auch Kreis- und Bezirksvorsitzender, freute sich über den sehr guten Zuspruch beim Infotag. Ein großes Augenmerk lege man - so Betz - auf den Versicherungsschutz für alle Nutzer der Anlage. Alle im BKV Schießsportverband gemeldeten Schützen sind automatisch versichert. Gastschützen müssten hierfür lediglich einen Euro pro Tag entrichten. Glücklicherweise habe man mit dem Kreisschießwart und Kreisreservistenbetreuer Udo Leikeim einen kompetenten Ausbilder in den eigenen Reihen. Ihm galt Betz' besonderer Dank - wie auch dem Gebäudeeigentümer Johannes Kiendl, der viel Geld in die Anlage investiert habe - ebenso allen, die ihn dabei unterstützt und ebenfalls gespendet hätten, so speziell Kiendls Familie. Johannes Kiendl sei es auch, der - mit dem 2. VSK-Vorsitzenden Günther Erhardt - Ansprechpartner des neuen Angebots sei. Mit diesem erhoffe man sich, so Betz, wieder auch junge Leute für den Verein gewinnen zu können. Erhardt kam auf die Hintergründe für die Schaffung des neuen Angebots zu sprechen. So hätten verschiedene Personen ihr Interesse am Schießsport bekundet. Gemeinsam habe man überlegt, dass die alte Schule hierfür der ideale Ort sei. Die Vorbereitungen und Vorarbeiten seien immens gewesen; hätten doch beispielsweise für die Genehmigung seitens des Landratsamtes strenge Auflagen erfüllt werden müssen. "Das Angebot ist vorhanden. Es liegt nun an den Schützen, dieses mit Leben zu erfüllen", appellierte er. Das Schießen laufe als Vereinssparte.