Nicht in Massen, denn schließlich fand genau am selben Tag auch der Skilanglauf am Walberngrüner Gletscher statt. "Das ist natürlich ärgerlich. Das hätte man besser koordinieren müssen", sagt der Obmann des Frankenwaldvereins Seibelsdorf, Karl Schoger. Doch er lässt sich nicht entmutigen. Jeder einzelne, der kommt, ist willkommen.

Der Frankenwaldverein Seibelsdorf jedenfalls hat sich jede erdenkliche Mühe gegeben. "Ich bin schon seit morgens um 5 Uhr im Einsatz", sagt Karl Schoger und zeigt auch gleich die Gerätschaften: Mit einer grünen Schneemaus hat er die Pisten gespurt. Denn für die Langlauf-Lustigen, die beim Volksskilauf dabei sein wollten, sollte alles perfekt sein. "Aber der Schnee passt und das Wetter eigentlich auch. Nur schade, dass die Sonne nicht rauskommt", so Schoger.

Gemeinsam mit dem Schatzmeister des Vereins, Helmut Bürger, machte Schoger dann auch die Probe aufs Exempel und schnallte seine roten Atomic-Skier an. "Die Pisten sind perfekt", so sein Urteil. Und später möchte er auf jeden Fall noch einmal eine Runde drehen, schon um ein paar Fotos zu schießen.

Die ersten Langlauffreunde waren tatsächlich schon vor zehn Uhr am Start und konnten die Zeit nicht abwarten: Es waren Nachbar Helmut Leipold und Schatzmeister Helmut Bürger , die ihre Runden drehten. Natürlich die große Runde. Sie führt vom Frankenwaldhaus Richtung Kreuzstein und Oberehesberg und wieder zurück und ist immerhin 8,7 Kilometer lang. "Ich brauche für die große Strecke eine Stunde", zog Helmut Bürger Bilanz und genoss die Piste, frei von Trubel und Halligalli.

Vorbereitung für die große Tour

"Ich bin früher schon Langlauf gefahren. Dann habe ich eine Pause gemacht und vor drei Jahren habe ich wieder angefangen", verrät Nachbar Helmut Leipold. "Ich muss doch schon aus nachbarschaftlicher Verbundenheit mitmachen", sagt Leipold und lacht. Doch eigentlich ist er Sportler mit Leib und Seele. Denn der Volkslauf, bei dem es eigentlich nur um Spaß an der Freud geht, ist die perfekte Vorbereitung auf die große Langlauf-Tour im Bayerischen Wald. In zwei Wochen startet ein ganzer Trupp des Frankenwaldvereins Seibelsdorf, um fern der Heimat dem Langlaufspaß zu frönen.

Für weniger geübte Fahrer wurde in diesem Jahr eine Kurzstrecke ausgewiesen. Sie führte von der Alm Richtung Kirchbühlkapelle und wieder zurück. Mit vier Kilometern ist diese Strecke genau richtig zum Einstieg.
Und während Leipold schon wieder von der Strecke zurück ist, trudelt so langsam das normale Starterfeld ein. Karin Frank (53) ist extra aus Kulmbach angereist. "Ich bin zum ersten Mal dabei. Ich mache seit zwei Jahren Langlauf und ich finde es schön, wenn es so was gibt. Das muss man unterstützten - und für den Verein ist so ein Volks-Langlauf auch gut", findet Karin Frank und geht guter Dinge an den Start. "Ich freue mich richtig auf die Strecke", ist auch Otto Limmer (52) aus Gumpersdorf guter Dinge. Ihm gefällt es, dass die Strecke so gut ausgeschildert ist.

Dass in diesem Jahr keine Skating-Strecke ausgewiesen werden kann, weil die Skatingstrecke nun mal über die Radspitze führt und dort Baumfällarbeiten im Gange sind, tut dem Spaß keinen Abbruch. Die Langläufer, die sich zum Volkslauf anmelden, denen geht es ohnehin nicht um sportliche Höchstleistungen. "Wir haben den Lauf bewusst Volkslauf genannt, denn jeder soll mitmachen können", sagt Obmann Karl Schoger.

Auch die Jugend ist motiviert

Voll motiviert sind aber nicht nur die älteren Skilangläufer, sondern auch die Jugend. Corinna Zohner ist mit ihren 13 Jahren zum ersten Mal bei einem solchen Event dabei - mit ihrer Mama Karin. "Ich habe die Skier erst ganz neu bekommen und bin erst sieben Mal gefahren", erzählt sie und ist gespannt, ob alles glatt geht. Doch Corinna Zohner ist ein Schneefreak: Sie fährt auch Snowboard und Abfahrtskier. Und im Sommer macht sie Mountainbiketouren, konditionsmäßig hat sie keinerlei Bedenken.

Während immer mehr Langläufer eintrudeln und sich bei Hans Bayerlein und Ewald Meinhardt einschreiben und anmelden, klopft der Obmann Karl Schoger mit seinen Skiern die Schneebar vor der Frankenwaldhütte noch ein bisschen glatt. Denn nach der Tour wird dort die Spezialität des Tages - heißer Parampampoli mit extra viel Sahne - ausgeschenkt. Und seine Frau Gerda werkelt in der Küche. Denn für jeden Starter gibt es ein Getränk und die Spezialität des Tages gratis: Gyrossuppe. "Mein Mann hat die Suppe mal irgendwo probiert - und deshalb haben wir die gemacht", verrät Gerda Schoger. Bei den Skiläufern indes kommt die Spezialität bestens an. Und echte Teufelskerle würzen noch ein bisschen nach - mit feurig-scharfem Tabasco.

Parampoli

Parampoli ist eine italienische Likörspezialität, die aus Kaffee, Grappa, Zucker, Honig und anderen Aromen hergestellt wird. Als Geheimrezept kredenzten die Seibelsdorfer heißen Parampoli mit einem dicken Klecks Sahne. Das wärmt von innen auf - und schmeckt herrlich süß.