Autotüren schlagen, Rufe schallen über den Platz, irgendwo brummt ein Dieselmotor. Wo während des Freischießens die Festbesucher flanierten, stehen am Montagvormittag Lieferwagen und Autos, gestapelte Bierbänke, Kisten und Kartons. In den Reihen der Fahrgeschäfte und Verkaufsstände klaffen bereits viele Lücken.

"Wir gehören zu den letzten, die noch da sind", sagt Ludwig Müller. Sein Süßwaren-Wagen steht noch immer auf seinem Platz, gleich hinter dem Eingang zur Festwiese rechts. Allerdings sind die Schilder und Fähnchen verschwunden, genauso wie die gläsernen Warenauslagen, das Vordach und die Leucht-Schriftzüge. Der Wagen, jetzt ein kompakter Container, steht auf Rädern, bereit zur Abfahrt. "Wir haben am Sonntag um 24 Uhr angefangen, zusammen zu packen", erklärt Ludwig Müller.
"Haben die Auslagen ausgeräumt, die Eismaschinen geputzt und zerlegt und den Wagen innen sauber gemacht, dann die Aufbauten und Fronten abgebaut, im Wagen verstaut und den Wagen auf die Räder gehoben." Bis fünf Uhr morgens waren er, seine beiden Brüder und zwei Angestellte auf den Beinen, nach ein paar Stunden Schlaf ging's um 10 Uhr weiter. "Wir fahren jetzt nach Nürnberg, da beginnt am Freitag das Herbstvolksfest."

Ein paar Schritte weiter trägt Veronika Kestel eine Kiste mit Küchenpapier, Messern, Scheren und Alufolie aus dem Wagen vom Traber Beck und stellt sie zu einem Stapel aus anderen Kisten, Tüten und Eimern. "Der Wagen muss komplett leer sein, dann wird er geputzt", erklärt sie. Er wird dieses Jahr keinen Einsatz mehr haben, sondern im Lager in Au aufs nächste Jahr warten. "Der ist ja nur hier in der Umgebung bei Veranstaltungen."

Anders ist das beim Alpenrausch, dessen Kassenhäuschen gerade an einem Kran zum Lkw schwebt. "Unsere nächste Station ist das Oktoberfest", erklärt Schausteller Michael Kollmann. "Da beginnt der Aufbau aber erst am 1. September, deswegen pressiert's uns net." Mit dem Abbau angefangen haben er, seine Söhne und die Mitarbeiter trotzdem schon in der Nacht - zunächst mit dem Verkehrskindergarten, der ebenfalls Kollmann gehört. "Der ist sehr arbeitsintensiv, weil er recht alt ist." Vier Stunden dauerte der Abbau. "Hinterher haben wir weitergemacht bis fünf, haben die Parcours innen im Alpenrausch abgebaut." Dann gab's eine Pause, bis früh um neun - aber nur, weil's nicht pressiert. "Sonst hätten wir durchgemacht."

"Früher, noch vor zehn Jahren, hat der Abbau zwei bis drei Tage gedauert", erzählt Charly Wittig, Platzwart der Schützengesellschaft. "Aber bei den modernen Fahrgeschäften geht sehr viel hydraulisch, da braucht man kaum noch Muskelkraft." Er selbst ist seit sieben Uhr morgens auf dem Platz, als Ansprechpartner für die Schausteller. "Falls jemand feststeckt, organisiere ich einen Traktor, oder falls es Probleme mit dem Strom gibt, helfe ich auch weiter." Meist jedoch sei das gar nicht nötig. "Dieses Jahr läuft alles nach Plan, es geht sehr zügig voran. Die meisten müssen ja auch schnell weiter, zum Volksfest nach Nürnberg, oder zur Duld nach Regensburg."
Das Säubern der Wiese wird etwas länger dauern. "Wir haben ein Team, das den Müll auf den Wegen und auf der Wiese aufsammelt, trennt und entsorgt. Die werden die nächsten paar Tage beschäftigt sein."

Die Frankenbräuhalle ist schon blitzeblank. Die Bierbänke sind auf Paletten gestapelt, der Boden gekehrt. Die Konzerthalle nebenan ist auch fast leer - nur vorne am Tresen stehen noch Bierkästen, liegt ein zusammengekehrter Haufen Unrat. Auch im Biergarten des Schützenhauses sind die Bierbänke schon gestapelt. Murada Ivascenko steht in Küchenschürze vor dem Eingang des Gebäudes und gönnt sich ein Zigarettenpäuschen. Sie ist die Mutter von Schützenhauswirt Daniel Ivascenko und arbeitet in der Küche. "Wir haben hier bestimmt noch vier bis fünf Tage zu tun", sagt sie. "Es muss ja alles von Grund auf geputzt werden. Es ist schon immer viel Arbeit, das Freischießen. Aber es war super. Ich freue mich schon auf nächstes Jahr."