"Einer für alle, alle für Einen": Die meisten kennen wohl dieses berühmte Zitat aus dem Buch "Die drei Musketiere" - oder einer der Verfilmungen. Unter diesem Motto stand auch das diesjährige Dreikönigskonzert, beim dem in der vollgefüllten Rodachtalhalle die vielen solistischen Einlagen im Mittelpunkt standen.

Dieser Zusammenhalt - wie ihn schon die wackeren Helden in Dumas' Klassiker beschworen - gilt natürlich insbesondere auch im musikalischen Bereich. Rhythmisch präzise schuf das Orchester dann auch den klanglichen Grund, auf dem sich das Spiel der durch die Bank großartigen Solisten vollends entfalten konnte. Der harmonisch verschmelzende Zusammenklang gestaltete sich dabei so lebendig und frisch, dass man auch nach fast drei Stunden Konzert noch weiter hätte zuhören mögen.


Ein Musikstück als Weihnachtsgeschenk

In sehr humorvoller Art und Weise führte Georg Wunder durch das außergewöhnliche Programm. Nahezu jede Stilrichtung war solistisch vertreten - und das aus gutem Grund; verfügt doch der Musikverein über einen großen Schatz an tollen Musikern, die dem Orchester spürbar innig verbunden sind. Diese Harmonie, diesen Zusammenhalt war den Darbietungen deutlich anzumerken. Voller Freude am gemeinsamen Musizieren wie auch über das eigene Können, trat ein Solist nach dem anderen nach vorne ins "Rampenlicht", um die unter Leitung von Kathrin Motschenbacher sowie weiteren Dozenten sorgsam einstudierten Werke zum Besten zu geben. Der Dirigentin gelang es dabei, die Aktiven zu großartigen Leistungen zu inspirieren.

Den Auftakt des solistischen Reigens machte Martin Hannig auf dem Waldhorn mit einem Stück, zu dem Motschenbacher einen ganz besonderen Bezug hat: "Menosgada". Bei der Auftragskomposition rund um die ehemalige keltische Metropole auf dem Staffelberg handelt es sich nämlich um ein Weihnachtsgeschenk ihres Ehemanns, der dieses bei seinem Freund - dem Komponisten Mathias Wehr - für sie in Auftrag gab.


Harmonischer Zweiklang

Davon, dass Hannig nicht nur ein virtuoser Waldhornist ist, sondern auch ein talentierter Sänger ist, konnten sich die Zuhörer im zweiten Teil des Abends überzeugen. Zusammen mit Theo Schnell setzte er das Motto des Abends in dem von Motschenbacher arrangierten Lied "All for Love" aus dem Musketier-Film im harmonisch klingenden Zweiklang gesanglich um.

Gänsehaut pur verbreitete die Gesangssolistin Kristina Schnappauf, die sich mit ihrer ebenso glasklaren wie kraftvollen Stimme des Welthits "From a Distance" annahm. Ein Traum von Schönheit war das von Theresa Hannig und Franziska Erhardt zweistimmig, sehr harmonisch dargebotene, Flöten-Solo "Celtic Flutes" von Kurt Gäble.

Beim "Concertino for Soloist and Band" bot sich gleich mehreren Instrumenten die Möglichkeit, sich solistisch zu präsentieren, was Barbara Erhardt, Maren Haderlein, Victoria Schnappauf und Theresa Schneider auf das Eindrucksvollste gelang. Während sich dabei Flügelhorn, Bariton und Co. von ihrer besten Seite zeigten, waren dies bei "Latin Woods" die Klarinetten. Kathrin Göppner, Hanna Schmidt und die mit zwölf Jahren jüngste Solistin des Abends, Zoe Stadter, auf der B-Klarinette sowie Monika Lorenz auf der Bass-Klarinette sorgten für mitreißende südamerikanische Klänge.


Rasanter Abschluss

Der rasanten Abschluss des offiziellen Teils oblag Fabian Wich. Präzise meisterte er den ständigen Tempi-Wechsel in "Xylo Classics" - ein Potpourri bekannter Klassik-Melodien wie Bizets Carmen, Mozarts "Rondo alla turca", Montis Czardas sowie Rossinis Wilhelm Tell. Am Ende des musikalischen Highlights, bei dem auch die Märsche "Neue Kameraden" und "In Treue fest" sowie die Eröffnungsfanfare "Unity Fanfare" zu hören waren, gab es Standing Ovation und zwei heftig erklatschte Zugaben.

Beim Solo für drei Posaunen "Happy Trombones" glänzten Daniel Härich, Kristina Schnappauf und David Schnappauf, während anschließend Tobias Partheymüller den Konzertabend auf dem Cornett mit dem innig-ergreifenden "Share my Yoke" schloss. Außergewöhnlich, sondergleichen, einmalig! Der Spielleiter war es dann auch, der am Ende allen dankte, die an der Umsetzung des Abends mitgewirkt hatten - insbesondere der Dirigentin. Deren Dank galt ihrer Musikerschar und vor allem den Solisten.

In seinem Grußwort freute sich Marktrodachs Bürgermeister Norbert Gräbner über den sehr guten Besuch. Er lobte den Fleiß der Mitwirkenden beim sorgsamen Einstudieren der Werke.

Ehrungen für langjähriger Mitglieder und zwei Neuaufnahmen

Ins festliche Geschehen dieses Konzertes gehörten auch Ehrungen. Der Kreiskassier des Nordbayerischen Musikbunds (NBMB), Thomas Kolb, freute sich sehr, Victoria Schnappauf (Trompete) für zehn Jahre, Tamara Müller (Klarinette) für 20 Jahre sowie Alexander Stadter (Bariton) für 25 Jahre aktives Musizieren auszeichnen zu dürfen. Alle drei sind Aktivposten im Verein.

So ist Müller beispielsweise Ansprechpartnerin für den musikalischen Nachwuchs sowie Stadter Mitglied in der Vereinsleitung und ein geschickter Handwerker rund ums Musikheim. Für sein 25-jähriges Jubiläum erhielt er neben einer Urkunde auch die Ehrennadel des NBMB.

Mit der Überreichung ihrer Mitgliedsnadeln hieß Kolb Luca Weiß (Bariton) sowie Martin Partheymüller (Trompete) in Reihen des NBMB willkommen. Kolb dankte dem Musikverein für seine musikalischen Tätigkeiten das ganze Jahr über sowie das Abhalten des Dreikönigskonzerts als absolutes musikalisches Highlight.