Streichertag in der Musikschule: 35 Kinder haben sich angemeldet. Manche spielen erst ein paar Monate, andere sind schon echte Profis und haben bereits acht Jahre Unterricht. Doch mit Feuereifer bei der Sache sind sie alle - die Kleinen und die Großen, die Super-Spieler und die Neulinge.

In kleinen Ensembles versuchen Monika Herr, Johannes Enders und Tinh Thuy Lutz die Kinder vorzubereiten. Denn am Ende des Streichertages sind die Eltern eingeladen, das Ergebnis anzuhören. Die Kinder sollen die Gavotte aus Johann Sebastian Bachs bekannter Suite D-Dur und einen Kanon von Johann Pachelbel spielen können. "Wir haben die Stücke so ausgesucht, dass alle mitspielen können. Es gibt schwere Stimmen und eben ganz einfache Stimmen", erklärt Monika Herr das Konzept. Stundenlang proben die Kinder. Sie sind konzentriert und mit Eifer bei der Sache.
Jeder gibt sein Bestes - und ganz nebenbei lernen die Streicherkids im Ensemble zu spielen.

Familientradition

Auch der Spaß kommt beim Streichertag nicht zu kurz. Denn der Förderverein der Musikschule hat Pizza und Getränke spendiert. Luisa Kießling (11) stürzt sich in der Pause auf die Pizza. Üben macht hungrig. Sie sielt seit einem Jahr Geige. "Es ist nicht einfach, aber Geige gefällt mir", erzählt die Elfjährige. Außerdem ist es eine alte Familientradition. Denn auch die Oma hat früher Geige gespielt, erzählt Luisa. Für sie ist der Streichertag ein echtes Erlebnis. Denn es geht nicht immer nur ernst zu.

"Dürfen wir Bruno rausholen?", quengeln unterdessen andere Schüler, die schon ein bisschen Erfahrung haben. Und Monika Herr gibt nach. Denn ihr Appenzeller-Hund Bruno ist der Liebling der Kids. In der Mittagspause dürfen alle mit Bruno im Hof herumtoben und Ball spielen. Das ist schließlich nach dem Essen der richtige Ausgleich, um sich später wieder voll konzentrieren zu können.

Sophie Gerke (11) nutzt die Zeit lieber, um noch ein bisschen zu üben. Sie spielt beim Streichertag Bratsche. "Ich spiele Bratsche seit drei Jahren, aber eigentlich spiele ich seit fünf Jahren Geige", erzählt die Elfjährige. Doch ihre Liebe gehört derzeit der Bratsche. "Ich finde die hohen Töne eigentlich nicht so gut, deshalb gefällt mir Bratsche besser. Ich bin auch im Schulorchester im musischen Zweig", berichtet Sophie Gerke und überlegt schon, ob sie sich möglicherweise ganz auf Bratsche fokussieren soll.

Lieblingsinstrument

Auch die anderen Streicherkids sind begeistert. "Also ich übe immer einmal am Tag, manchmal auch zweimal", erzählt Falco Herrmann (9). Er hat vor drei Jahren die Geige zu seinem Lieblingsinstrument auserkoren. Neben ihm sitzt Liese Schultheiß (10) aus Haßlach. Sie spielt vier Jahre Geige und übt zugegebenermaßen nicht jeden Tag. "Aber fünfmal pro Woche übe ich schon. Ich muss eben noch viel für die Schule lernen", erzählt sie und fügt hinzu, dass sie unbedingt aufs Gymnasium möchte. "Ich würde ja gerne auch noch Cello spielen, aber jetzt muss ich erst mal aufs Gymnasium. Ich denke, ich könnte vielleicht so in drei Jahren anfangen", erklärt Liese und hat schon ganz konkrete Vorstellungen von ihrer Zukunft. Die Begeisterung für Streichmusik hat sie Superstar David Garrett zu verdanken. "Ich habe ihn gehört und wusste, dass ich auch so spielen möchte", erzählt Liese.

Ganz wie bei David Garrett indes klingt die Musik noch nicht. Doch alle Streicherkids versprechen weiter zu üben und am Ball zu bleiben. Und am Ende des Streichertages kann sich das Ergebnis hören lassen. Eltern, Schüler und auch die Lehrer sind begeistert, was die Streicherkids an einem Tag geleistet haben.

Der Streichertag ist übrigens nicht das einzige Event für alle, die Geigen, Bratschen und Celli lieben. Im Juli ist ein Konzert mit den Nachwuchsstreichern geplant. Mit dabei sein werden das Mini-Orchester, das Junior-Orchester und das Jugendstreichorchester, freut sich Monika Herr schon auf das nächste Streich-Ereignis in Kronach.