Den ersten Programmteil bestritt das Kreisseniorenorchester 50+. Über 550 Zuhörer
zeigten sich restlos begeistert. "Wir Musikanten, vereint durch Spiel und Gesang ...",
erschallt es aus den Kehlen der mehr als 550 Besucher und den Instrumenten
der über 100 Aktiven des Kreisauswahlorchesters und des Kreisseniorenorchesters 50+ des Kreisverbands Kronach vom Nordbayerischen Musikbund (NBMB). Was für eine Klangfülle und welche Freude! Dirigiert wird die gefühlvolle und melodienreiche böhmische Polka von ihrem Komponisten Kurt Gäble selbst.

Gänsehaut pur gab es nicht nur bei dieser berührenden Hymne an die
Freundschaft und Liebe zur Musik, sondern bei vielen anderen Stücken des
über dreistündigen Konzertes, das die Creme de la Creme der Aktiven im
Landkreis - jung und junggeblieben - ihrem begeisterten Publikum bot. Den
ersten Teil des Abends bestritt das Kreisseniorenorchester 50+ bei seinem
dritten großen Auftritt. Die 37 Musiker und - die einzige Dame in ihren
Reihen - Gabi Schlagenhaft, die aus 18 Musikvereinen kommen, hatten ein
stimmungsvolles Programm einstudiert. Im zweiten Programmteil trat das
Kreisauswahlorchester - Aushängeschild der Jugendarbeit des NBMB im Kreis
Kronach - in Erscheinung. Dieses zählte heuer 64 Aktive aus 22
Musikvereinen. Zu hören waren fast ausschließlich Arrangements und
Eigenkompostionen von Kurt Gäble. So konnte der Komponist, Arrangeur,
Dirigent, Musiker und Musikpädagoge am Wochenende für zwei Workshops mit
beiden Orchestern gewonnen werden. Beim Benefiz-Konzert, dessen freiwillige
Spenden traditionsgemäß der musikalischen Jugendarbeit zugutekommen, griff
er ein ums andere Mal selbst zum Taktstock - und das mit offensichtlicher
Freude!

Unter Leitung des stellvertretenden Kreisdirigenten Markus Schnappauf boten
die "Senioren" mit viel Schwung traditionelle und konzertante Blasmusik dar.
Leicht und beschwingt ließen sie den Konzertmarsch "Salemonia", den Walzer
"Lebensfreude pur" und die Heublumen-Polka aus der Feder des Allgäuer
Komponisten ebenso erklingen wie die musikalische Hommage "Les Humphries
Singers in Concert" nach einem Arrangement Gäbles. Im wahrsten Sinne des
Wortes "zum Besten" gaben sie als strahlende Eröffnung Beethovens "Ode an
die Freude", den Hoch Habsburg-Marsch sowie die Polka "Böhmische Liebe".
Durch das Programm führte einmal mehr in charmanter Art und Weise und um
keinen Witz verlegen der 2. Bürgermeister der Stadt Teuschnitz, Stephanus
Neubauer.

Auch beim zweiten Konzertteil des Kreisauswahlorchesters unter Leitung von
Kreisdirigent Roman Steiger kamen sämtliche Genres der Musik zu Ehren,
allesamt ebenfalls aus der Feder Gäbles: konzertante Stücke, Filmmusik,
Easy Listening-Musik und sogar Bergmusik - kurzum: Höhepunkt an Höhepunkt!
Unbestrittene Highlights waren die Solo-Auftritte. Andrea Löffler und Marina
Neubauer begeisterten mit ihrem zweistimmigen sehr harmonisch dargebotenen
Flöten-Solo in "Celtic Flutes". Ein Traum von Schönheit! Dies gilt auch
für die strahlende und facettenreiche Interpretation der großartigen
Sopranistin Eva Friedrich von "Gabriellas sång" im schwedischen Original aus
dem Film "Wie im Himmel". Seit 2013 studiert Friedrich Gesang und
Musiktheater an der Universität der Künste in Berlin. Für das Konzert war
die Sängerin mit der wunderbar geschmeidigen Sopranstimme eigens aus Berlin
angereist. Sie singt das Stück so strahlend und facettenreich, mit solch
weichen und anmutigen, fließenden Tönen - und mit so viel Gefühl, dass ihren
Zuhörern die Tränen in die Augen steigen. Bravorufe kommen nicht "nur" aus
dem Publikum, sondern auch von Gäble selbst, der ihr und den Flötistinnen zu
ihrer tollen Leistung gratulierte. Moderator des zweiten Teils war Holger
Pohl, der viel Interessantes über die Hintergründe der zu hörenden Stücke
"Euregio", "Owinio", "Celtic Flutes", "Nineteen-Fifty-Eight", "Gabriellas
sång" und "Klang der Alpen" zu berichten wusste.

Den traditionellen Abschluss des Konzerts bildete das ebenfalls
gemeinsam angestimmte "Kein schöner Land".

NBMB-Kreisvorsitzender Wolfgang Müller, der ebenso zu den Mitwirkenden
gehörte wie weitere Mitglieder der Kreisvorstandschaft und
NBMB-Bezirksvorsitzender Werner Pörner dankte den beiden
Orchestern und ihren Dirigenten für ihre geopferte Freizeit bei den
Probephasen und beim Konzert. In seinen Dank schloss er alle ein, die zum
Gelingen beitrugen - insbesondere dem Musikverein Steinbach am Wald für die
Organisation und Bewirtung, dem MV Steinwiesen und MV Friesen für die
Überlassung ihrer Proberäume sowie alle Sponsoren, dem Publikum fürs Kommen
- und insbesondere Gäble. Eingangs waren die Gäste in der rappelvollen Rennsteighalle vom
Steinbacher Bürgermeister Thomas Löffler und von Landrat Klaus Löffler
begrüßt worden, die das herausragende Engagement des Kreisverbands sowie
aller Blasmusikkapellen im Landkreis für die Musik und die Jugendarbeit
herausstellten.

Bruno Schnappauf ist neues Ehrenmitglied des NBMB-Kreisverbands

Im Rahmen des Jahreskonzerts wurde Bruno Schnappauf zum Ehren-Mitglied
ernannt. Damit wurde seine 21-jährige verdienstvolle aktive Mitarbeit als
stellvertretender Kreisvorsitzender wie auch sein jahrzehntelanges Wirken
für die Blasmusik in seiner Heimat gewürdigt.

Kreisvorsitzender Müller würdigte den außergewöhnlichen
Einsatz seines langjährigen Stellvertreters. Dieser wird nach 21 Jahren in
der am 25. November 2017 abgehaltenen Generalversammlung - auf eigenen
Wunsch hin - nicht mehr für dieses Amt kandidieren. Dem Kreisvorstand wird er aber erfreulicherweise weiter angehören.

Mit zehn Jahren erlernte Schnappauf Klarinettenspielen beim MV Effelter. "In
deiner nunmehr 55-jährigen aktiven Tätigkeit als Musiker hast Du viel bewegt
und für die Musik in unserer Heimat viel geleistet - immer zum Wohle deines
Heimatvereines, des Kreisverbandes und aller Vereine im Landkreis Kronach",
würdigte Müller die Leistung von Schnappauf, der sich völlig überrascht und
gerührt angesichts der ihm zuteilwerdenden Ehrung zeigte.
Beim MV Friesen hatte er die Geschicke als 1. Vorsitzender 21 Jahre fest in der Hand. Zwei
Jahre fungierte er danach noch als 2. Vorsitzender. 1991 hat er das
Kreismusikfest organisiert und durchführt sowie gleichzeitig die derzeit
fränkische Tracht angeschafft. Etliche in Friesen abgehaltene Blasmusiktage
tragen seine Handschrift. 1996 wurde er zum stellvertretenden
Kreisvorsitzenden gewählt. 2012 war er die treibende Kraft, das Bundesbezirksmusikfest in
den Flößerort zu holen.

Als stellvertretender Kreisvorsitzender hat er neun Jahre lang Hermann
Schwaabe sowie jeweils sechs Jahre Hartmut Bär und Wolfgang Müller
unterstützt. All dies leistete er immer unentgeltlich. "Auf das alles kannst
du mit Recht sehr stolz sein", so Müller weiter. Was er geleistet habe, sei
nicht "nur" vorbildlich, sondern einmalig. Der Kreisvorstand habe
deshalb beschlossen, ihn in Würdigung, Anerkennung und Dankbarkeit seiner
besonderen Verdienste zum Ehrenmitglied zu ernennen. Ein großer Dank galt
auch dessen Ehefrau Rosi für ihre herzliche, freundliche und aufgeschlossene
Unterstützung in all den Jahren. Als Zeichen des Dankes wurden die beiden
mit einer Reise ins Allgäu nach Altusried beschenkt -
in Verbindung mit zwei Karten für das große Open Air mit Ernst Hutter und
seine Egerländer Musikanten. Als Highlight umfasst der Besuch eine
persönliche Begegnung und ein Gespräch mit Ernst Hutter.

Ehrungen: Der Kreisvorsitzender dankte jungen Aktiven, die sich seit vielen
Jahren im Kreisauswahlorchester engagieren. Jeweils zehn Mal wirkten mit
Anna Hollendonner aus Steinwiesen, Andrea Löffler aus Effelter und Kilian
Piontek aus Neuses sowie 15 Mal Silke Kaiser, geborene Welsch aus
Hesselbach, jetzt Coburg.