Kronach"Züngelnder Saitenwind" - so ungewöhnlich wie der Name des Musik-Trios ist auch die Intention der gemeinnützigen Organisation "Live Music Now", in deren Diensten sich Christina Bernard (Saxophon), Kevin Sauer (Akkordeon) und Anton Stötzer (Cello) bei ihrem Vor-Ort-Konzert stellten.
"Musik heilt, Musik tröstet, Musik bringt Freude" - Diese Grundüberzeugung und Erfahrung des weltberühmten Geigers und Weltbürgers Yehudi Menuhin führte 1977 zur Gründung von "Live Music Now" in Großbritannien. "Live Music Now" heißt: Musik hier und jetzt. Wir bringen Musik zu Menschen, die selbst nicht zur Musik kommen können", erklärte eingangs Adelheid von Rotenhan, Vorstandsmitglied des gemeinnützigen Vereins in Franken und dabei zuständig für den Bereich Oberfranken.
Wie diese ausführte, organisiere man mit den dabei geförderten Musikern eintrittsfreie Konzerte - unter anderem in Krankenhäusern, Seniorenheimen, Flüchtlingsunterkünften, Behindertenstätten oder Strafanstalten - also überall dort, wo Menschen lebten, die nicht selbst in Konzerte gehen könnten.
Nachdem man schon zu Gast in verschiedenen Einrichtungen in der Region gewesen sei, kam man nun erstmals auch in Kronach in den Genuss eines wunderschönen, mehr als einstündigen Musikerlebnisses. Ausgewählt hierfür wurden Christina Bernard (Saxophon), Anton Stötzer (Cello) und Kevin Sauer (Akkordeon) - zusammen sind sie das Trio Saitenwind.
Zum Klingen gebracht wurden verschiedenen Sätze beziehungsweise Ausschnitte aus der Ouvertüre von Mozarts "Zauberflöte", aus dem "Frühling" von Vivaldis "Vier Jahreszeiten" wie auch aus dem Concerto für Oboe und Orchester, d-Moll von Alessandro Marcello sowie dem Palladio von Karl Jenkins. Ebenfalls zu musikalischen Ehren kamen "Libertango" und "Oblivion" von Astor Piazzolla, "Shalom" von Joachim Johow sowie "Anantango" von Gorka Hermosa. Auf höchstem Niveau zeigte das Trio die Erlebnismöglichkeiten auf, wenn sich das Zusammenspiel der Instrumente in schönster Einheit zur Symbiose verbinden. Durch ihre ausgefeilte Technik und ansteckende Musizierfreude wurde ihr Spiel zum Erlebnis - eine helle Freude, ihnen dabei zuzuhören. Die drei jungen, sehr sympathisch und offen auftretenden Künstler fanden gleich einen Zugang zu ihrem Publikum, dem sie auch viel über Hintergründe der Werke wie auch über Aufbau und Funktionsweise ihrer Instrumente zu berichten wussten. Gemeinsam wurden die Volkslieder "Bunt sind schon die Wälder" sowie "Kein schöner Land" angestimmt.


"Ich bin total fasziniert"

"Ich hatte Gänsehaut. Ich bin total fasziniert davon, wie schön Sie spielen können", sprach Wohnheimleiterin Julia Böhnlein allen Zuhörern aus dem Herzen, deren Applaus - insbesondere aber auch ihre leuchtenden Augen und strahlenden Gesichter - Bände sprachen. Viele von ihnen suchten anschließend noch das Gespräch mit dem Trio und ihrer Begleiterin, bei denen sich Böhnlein mit Lebenshilfe-Regenschirmen als kleine Aufmerksamkeit herzlich bedankte.
Konzerte "Live Music Now": Dabei treten junge Musiker auf, die nicht nur ihr Instrument vorzüglich beherrschen, sondern auch Interesse, Sensibilität und Ausstrahlung für das Konzertieren in der jeweils besonderen Umgebung besitzen. Talentierte junge Musiker können sich bei "Live Music Now" bewerben.