Eigentlich sollte der Bettentrakt des Jugendbildungshauses "Am Knock" in den ersten Monaten des Jahres 2021 modernisiert werden. Wegen der Corona-Krise wird die Baumaßnahme nun vorgezogen. Der Leiter des "Knocks", Hans Löffler, hofft auf einem Baubeginn Ende Mai. Rund 1,8 Millionen sollen investiert werden.

Dort, wo normalerweise das Leben pulsiert, ist jetzt alles mäuschenstill. "Es ist grausig", so nimmt Hans Löffler die Situation wahr. Seit Mitte März herrscht in den Räumen und außen herum Stille.

Seit 27 Jahren leitet der Pastoralreferent das Jugendbildungshaus. "In meinen ersten Jahren fungierte ich sogar als Bauleiter!" Und er meint: "Ich habe so eine Situation noch nie erlebt!".

Am Mittwochabend fand eine Mitarbeiterversammlung statt. Erstmals fand sich nach sechs Wochen das gesamte Team - unter Beachtung der Abstandsregeln - wieder zusammen. Es wurde mitgeteilt, dass die 22 Beschäftigten des Jugendbildungshauses ab nächste Woche bis zum Ende des Jahres in Kurzarbeit gehen werden. Denn alle Buchungen für das Jugendbildungshaus wurden bis zum neuen Schuljahr abgesagt.

Bis Ende des Jahres 2021 war der Knock de facto ausgebucht, auch an den Wochenenden, erzählt Hans Löffler. "Wir waren immer belegt, ohne groß Werbung machen zu müssen". Mit seinen fünf Schwerpunkten, nämlich "robuste Kids", Umweltwochen, Schule und Beruf, Orientierungstage und verschiedenen Aktionen während der Ferien hat sich der Knock bei den Schulen und Jugendorganisationen im ganzen Frankenland einen Namen gemacht. Die Wochenenden wurden von Sport- und Musikvereinen, Chören, Erstkommunikanten und weiteren Gruppen genutzt.

Viele Gruppen und Schulen, so erzählt Löffler, kommen wieder. Denn es wird am Knock ja auch einiges geboten. In diesem Zusammenhang spricht Löffler unter anderem von den Voraussetzungen für die Ausübung von vielen Sportarten, von einer modernen Küche und gutem Essen. Die Kühl- und Vorratsräume sind mittlerweile leer, erst vor wenigen Tagen seien noch die letzten Lebensmittel an das Lädla der Caritas verschenkt worden, erzählt er.

Appartements entstehen

Wie Hans Löffler weiter erklärte, werde nun mit dem Vorziehen der Baumaßname um ein Jahr versucht, die Zeit der Corona-Krise zu nutzen. Im Knock seien nahezu alle Einrichtungen innen und außen auf einem neuen Stand, nur der Bettentrakt mit Sammel- und Etagenduschen sei in die Jahre gekommen. "Das ist einfach nicht mehr zeitgemäß!" Nun soll in den nächsten Wochen der Bettentrakt in Appartements mit verschiedenen Größen und mit eigenen Sanitäranlagen umgewandelt werden. Im Außenbereich soll zudem ein Aufzug angebracht werden. "Dann ist der gesamte Knock barrierefrei!" Weiterhin sollen die neuen Apartements, wie der übrige Knock, mit Erdwärme beheizt werden.

Wie Hans Löffler weiter erklärte, werde das 1,8 Millionen Euro teure Projekt von der Diözese Bamberg und von Fördergebern wie Oberfrankenstiftung und Landesstiftung finanziert. Auch sei durch Knock-Aktionen, wie Blumenverkauf, eine stattliche Summe zusammengekommen. Diese wird ebenso für diese Modernisierungsmaßnahme mit verwendet.

Hans Löffler hält kurz inne. "Die Situation ist nicht schön, aber wir wollen das Beste daraus machen". Erleichtert ist er, dass die Baumaßnahme vorgezogen werden konnte, dass sowohl die Kirche, als auch die Stadt Teuschnitz ihr Einverständnis dafür gegeben haben. Zuversichtlich ist Löffler zudem, zeitnah Baufirmen zu finden. Derzeit liegt der Plan im Landratsamt. Löffler geht davon aus, dass auch diese Behörde grünes Licht geben wird. "Mein Wunsch ist es, dass die Modernisierungsphase Ende des Jahres beendet ist und wir alle Anfang 2021 durchstarten können!"

Dankbar ist Hans Löffler gegenüber dem Erzbistum Bamberg, das seinen Betrag zur Finanzierung leisten wird. Er meint aber auch: "Wenn die Kirche für die Zukunft plant, dann muss sie auch für Kinder und Jugendliche etwas machen". Seit Gründung des Jugendbildungshauses sei Wert darauf gelegt worden, dass neben Aktionen, Projekten etc. den Schülern und Jugendlichen auch der Glaube vermittelt wurde. Beispielsweise ging und geht es um Fragen: "Was kann Glaube bringen, was kann er bedeuten - was kann einem die Kirche bringen". Und er lobt: "Es ist respektvoll, wie die Kirche jetzt mit der Situation der Kurzarbeit umging". Denn: "Schließlich will ich meine Mitarbeiter behalten, für die Zeit nach Corona!"

Im Schullandheim sind alle Buchungen bis September abgesagt

Die Coronakrise macht auch dem Schullandheim Steinbach wirtschaftlich zu schaffen. Trotzdem herrscht Zuversicht dahingehend, dass es gelingt, die 100-jährige Tradition der Schullandheime weiterzuführen.

Einst war das Gebäude die "Sonderschule", im Jahre 1985 wurde es durch das Schullandheimwerk Oberfranken erworben und in ein Schullandheim umgebaut. Auch hier befinden sich die fünf Angestellten in Kurzarbeit. "Wir haben eine wirtschaftlich schwierige Situation", bringt es Sandra Böhner von der Geschäftsstelle des Schullandheimwerks Oberfranken auf den Punkt.

Das Schullandheim in Steinbach sei eine Bildungseinrichtung, anders als bei Jugendherbergen können daher nur Schulen beziehungsweise Gruppen mit einem Bildungshintergrund aufgenommen werden. Durchgeführt werden Projekte wie beispielsweise Verkehrserziehung, Wasserspiele oder Schwimmfix. Bei Letzterem geht es darum, dass Grundschüler spätestens bei ihrem Besuch im Schullandheim Schwimmen lernen. Dazu wird das neue Hallenbad, das sich in der Nachbarschaft des Schullandheims befindet, genutzt. etc. Zudem steht das Haus auch für Lehreraus- und Lehrerfortbildung offen.

Wie Sandra Böhner weiter erklärte, wurden alle Buchungen bis September abgesagt. Sie wünscht sich nun nach sechs Wochen Coronaeinschränkungen klare Regelungen seitens der Regierung. Ihr Haus, so meint sie, sei so ein "Zwischending" zwischen Gastronomie, Hotelerie und Jugendherberge. Sie meint, dass ihr Schullandheim in Steinbach auferlegte Coronaregelungen durchführen könnte.

In diesem Zusammenhang spricht sie davon, dass schon derzeit höchste Hygienestandards eingehalten werden müssen. Sie erklärt, dass beispielsweise nur etwa 50 Prozent der vorhandenen Bettenkapazitäten genutzt werden könnten. Außerdem könnte man darauf achten, dass der Speisesaal von den anwesenden Gruppen zu versetzten Zeiten genutzt wird. Durchaus könnte im Schullandheim auch eine Klasse unterrichtet werden. Die Voraussetzungen seien vorhanden. Damit könnten auch Schulen bei der Beachtung erforderlicher Sicherheitsabstände entlastet werden. Die aktuell vorherrschenden Unsicherheiten, so erklärt sie, seien nicht nur für die Geschäftsführung des Schullandheimswerks eine Belastung, sondern auch für die Mitarbeiter, die sich Sorgen um ihren Arbeitsplatz machen. Eine ihrer Mitarbeiterin ist Christine Jungkunz. Während sie erzählt, merkt man, dass sie mit Leib und Seele ihren Job im Schullandheim ausführt. Sie ist bei Aktionen mit dabei, hilft den Heranwachsenden, die Natur rund um Steinbach kennen zu lernen. "Ich vermisse die Kinder!"

Die Absagen sämtlicher Gruppen und Klassen haben nun finanzielle Einbußen zur Folge. Denn das Schullandheim finanziert sich großteils durch die Buchungen und durch Spenden, wobei diese - so Böhner - in den letzten Jahren stark abgenommen haben. Die Kosten laufen weiter. Dankbar ist sie den oberfränkischen Politikern, die sich dafür eingesetzt haben, dass die Schullandheime - neben Steinbach gibt es weitere in Weißenstadt und Pottenstein - beim Rettungsschirm für Schullandheime mit berücksichtigt werden. "Wir hoffen und warten jetzt auf Details!"