Der erste Absolventenjahrgang der Arnika-Akademie Teuschnitz war rundum erfolgreich: Alle 17 Teilnehmerinnen und ein Teilnehmer haben die Prüfungen zum zertifizierten TEH-Praktiker bestanden. TEH ist die Abkürzung für Traditionelles Europäisches Heilwissen.

Ulrike Kaiser hat sich in ihrer Projektarbeit mit dem Räuchern von einheimischen Kräutern und Harzen beschäftigt. Anschaulich erzählt sie, welche "Kuriositäten" ihr dabei begegnet sind. Jedes Kraut, Fichtenharz in verschiedenen Farben und Formen - alle Substanzen räucherte sie einzeln draußen und drinnen, mittels Räucherkohle oder auf einem Stövchen. Manche Pflanzen verbrannten einfach, andere dufteten erst nach einer Weile. Ihr Ergebnis sind Räuchermischungen für verschiedene Anlässe oder Stimmungslagen: Willkommen & Wohlfühlen, Konzentration & Lernen, Harmonie & Segnen.

Alle 17 Teilnehmerinnen und ein Teilnehmer an der Weiterbildung zum zertifizierten TEH- Praktiker mussten ein eigenes Projekt bearbeiten und in der Prüfung vorstellen. Christina Zehnter kochte ein veganes Sommerbüffet zum Wohlfühlen. Sie arbeitete die gesundheitliche Wirkung von Kräutern im Essen heraus und konzipierte ein Kochbuch. Uwe Gremer, der Quotenmann der Ausbildung, beschäftigte sich mit Hanf als Medizin, Rohstoff und Nahrungsmittel. Er stellte einen Extrakt aus Hanfblüten her, dessen Wirkstoff Cannabidiol Entzündungen hemmt. "Klasse Arbeiten sind entstanden!", lobte Karin Buchart, Geschäftsführerin des TEH-Akademie in Unken (Österreich).

Nach 160 Stunden Weiterbildung an zwölf Wochenenden sprach der Vorsitzende des Teuschnitzer Arnika-Vereins, Hans-Peter Müller, am vergangenen Samstag die erlösenden Worte: "Alle haben bestanden!" Neben der Teilnahmebestätigung der Arnika-Akademie erhielten die Absolventen ein Zertifikat der IHK Oberfranken. Und weil es von Kräutern zu Hexen gedanklich nicht weit ist, gab es zu den Zeugnissen einen Hexenbesen dazu.
Viel Zeit haben sie in den letzten Monaten zusammen verbracht, sie haben zusammen gelernt, gekocht, Kräuter gesammelt, getrocknet, waren auf Exkursion in Österreich und in den Wiesen und Wäldern rund um Teuschnitz.
"Eine super Teamleistung", bescheinigte Teuschnitzs Bürgermeisterin Gabriele Weber den frisch gebackenen Praktikern und schlug sogleich ein Alumni-Treffen vor, damit man sich weiterhin gegenseitig austauschen könne. Mit dieser Ausbildung schlägt die Arnika-Akademie ein neues Kapitel in Richtung Professionalisierung auf und ist ihrem Ziel, eines der wichtigsten naturheilkundlichen Zentren in Deutschland zu werden, einen Schritt weiter gekommen.

Fred Wunder von der IHK Oberfranken verwies auf die Bedeutung des Zertifikats. Dieses bescheinige die Hochwertigkeit der absolvierten Ausbildung. Das Angebot der Arnika-Akademie stärke auch den ländlichen Raum, resümierte Michael Hofmann, Leader-Koordinator. Die Kooperation mit Österreich sei ein Sahnehäubchen obendrauf.

Der stellvertretende Landrat Gerhard Wunder verwies auf die aktuellen Diskussionen in Sachen Glyphosat. Es bestehe ein Bedürfnis, im Einklang mit der Natur zu handeln. Er freute sich, dass das Angebot der Ausbildung gut angenommen wurde und im Herbst fortgesetzt wird. "Die Marke ,Arnika-Stadt' wurde platziert und blüht hoffentlich lange weiter".

Der nächste Lehrgang zum/zur zertifizierten TEH- Praktiker/in startet am 29. September. Informationen gibt es auf der Homepage der Stadt Teuschnitz: www.teuschnitz.de/arnika-akademie.