Aber auch rein praktische Bedürfnisse waren Thema der 2. Kronacher Engagementbörse im Herzen der Stadt.

Mitreißende Worte fand nicht nicht nur die bayerische Ehrenamtsbeauftragte MdL Gudrun Brendel-Fischer, die viele Teilnehmer warben für ihren Verein oder ihre Institution. "Eigeninitiative durch Perspektive" nannte es Rainer Kober von "Kronach creativ".

Unfassbare 1500 Vereine im Landkreis

Moderatorin Uli Noll ("Radio eins") konnte nur staunen: "Es gibt allein in der Stadt Kronach 385 Organisationen und Verbände, in denen man sich ehrenamtlich engagieren kann. Im Kreis sind es unfassbare 1500. Die bieten ein breites Spektrum, um sich einzubringen und kreative Momente zu erleben."

Gudrun Brendel-Fischer meinte, hohe Lebensqualität komme vor allem vom Ehrenamt und jedes sei gleich viel wert. Ihr Wunsch für die Zukunft zielte auch auf bestimmte Rabattsysteme, die gerade in Kronach noch nicht so wirklich vorhanden seien. "Es müssen mehr fränkische Angebote geschaffen werden, denn das weckt Motivation." Dabei räumte die CSU-Landtagsabgeordnete ein: "Ehrenamt hilft auch gegen Einsamkeit und schweißt zusammen."

Diskussionsrunde

Eine Diskussionsrunde um Uli Noll brachte unterschiedliche Sichtweisen auf das Thema Ehrenamt und Engagement. Während Rainer Kober nach dem Wahlspruch "Wenn man selbst nichts tut, kann nichts getan werden" lebt, differenziert Initiatorin Sabine Nuber vom Kronacher Koordinationszentrum für bürgerschaftliches Engagement: "Es gibt viele unterschiedliche Talente und Ansätze."

Zweite Bürgermeister Angela Hofmann überlegte derweil, wie Kronach noch attraktiver werden könnte. Dabei liebäugelte sie mit der Idee einer Anlaufstelle für alle Menschen mit Visionen und Motivation. "Es genügt nicht, ein Leitbild als Ziel zu definieren. Man muss die Menschen mitnehmen und sie einbinden." Stellvertretender Landrat Bernd Steger schwärmte: "Wir haben zwar nicht den größten, aber auf jeden Fall den schönsten Landkreis." Er meinte, dass man das Mobilitätskonzept forcieren sollte.

Theater und Musik

Während das Cäcilia-Orchester, die Laienspieler der Rosenbergfestspiele und die Wirtshaussinger das Publikum unterhielten, konnte man zwischen den Ständen von etwa 25 Vereinen und Organisationen umherschlendern.

Nicole Backer erzählte vom "familienfreundlichen Landkreis", vom Mädchen-Cafe und davon, dass man überlegen müsse, welche Generation welche Bedürfnisse habe.

Tourismuschefin Kerstin Löw, die sich am Stand von Elisabeth Hoffmann vom Bund Naturschutz niedergelassen hatte, möchte sich später selbst mal im Tierschutz engagieren.