In der Werkstatt von Andreas Behrschmidt wird seit Monaten für den Deutschen Flößertag gewerkelt. Der Metallkünstler aus Wallenfels wollte für den Deutschen Flößertag einen ganz eigenen Beitrag leisten und hat deshalb die Skulptur "Brot des Frankenwaldes" entworfen.

Sie besteht aus zwanzig handgeschmiedeten Flößerhaken aus Metall und aus spezieller Schmiedebronze sowie aus Holz. "Die Flößerhaken werden mit der Spitze in die Erde gesteckt und dann wird oben das Holz zusammengebunden", erklärt Behrschmidt sein Konzept. Das Kunstwerk ist wie immer geradlinig, ohne Schnörkel - aber trotzdem aussagekräftig: Flößerhaken, die wie ein Wigwam zusammengestellt sind.

Die Fertigung der Flößerhaken hat Andreas Behrschmidt von seinem Onkel Rudolf gelernt. Der konnte die einzigartigen Stücke noch machen. Und das ist gar nicht so einfach. Denn aus einem rechteckigen Stück Metall muss erst einmal ein Trichter ausgetrieben werden. Dieser Trichter wird dann zusammengerollt und zusammengeschweißt, so dass später die Holzstange, eingefügt und eingenagelt werden kann.

Immer wieder hält Andreas Behrschmidt seinen Flößerhaken-Rohling in das Feuer, so dass er orangegelb glüht. "Der Ofen wird mit Fettkohle betrieben. Man könnte auch Holzkohle nehmen, aber die Fettkohle bringt die richtige Temperatur", erklärt Behrschmidt. Dazu entfacht er das Feuer immer wieder mit Luft. Denn ohne Luft geht die Fettkohle sofort aus. Das Feuer bringt es auf Temperaturen von bis zu 3000 Grad, die Fettkohle macht das Eisen 1500 Grad heiß, so dass es leicht geschmiedet werden kann.

Schon holt Behrschmidt das Werkstück aus dem Feuer, spaltet das vordere Stück in zwei Teile, aus dem später einmal die Spitze entstehen soll. Er hält den Keil, sein Mitarbeiter Dimitri Hoffmann schlägt mit einem riesigen Hammer drauf ein. Immer wieder. Nun ist das Werkstück zweigeteilt. Nun biegt Behrschmidt das abgetrennte Stück nach außen. "Das wird der Haken", erklärt er. Und der Haken soll bei einem echten Kronacher Flößerhaken in einem Winkel von 75 bis 80 Grad abstehen. "Das habe ich im Gefühl", erzählt Behrschmidt. Denn nicht nur die zwanzig Flößerhaken für sein Kunstwerk hat er in letzter Zeit abends - neben seiner eigentlichen Arbeit - in seiner Werkstatt gefertigt, sondern auch jede Menge weiterer Flößerhaken. "Zum Flößertag kommen ja Flößer aus ganz Deutschland und solche Haken kriegt man nirgends mehr", hofft Behrschmidt auf reißenden Absatz.
Die meisten seiner Flößerhaken sind aus Eisen und wiegen etwa 2,5 Kilo. Doch ein paar hat er auch aus Schmiedebronze gemacht - das sind Flößerhaken für besondere Anlässe. "Für die Skulptur habe ich die Flößerhaken geölt", erzählt der Künstler und freut sich schon auf die Reaktion der Flößer und aller Interessierten. Denn die Entstehung des Kunstwerks war langwierig. Er hat die Holzstangen abgeschält und zugeschnitzt. "Pro Haken habe ich mindestens vier Stunden gebraucht - wie lange das bei zwanzig Haken ist, ist ja klar", sagt Behrschmidt.

Tatsächlich wird die Skulptur am Wochenende abwechselnd am Kurzentrum und am Flößerhaus aufgebaut. "Stehen lassen kann ich sie nicht, nicht dass die Haken weg sind", sagt Behrschmidt.

"Aber ich bin nicht der einzige, der was macht. Der ,Elle‘ Schlee macht Blechla", erklärt der Metallkünstler. Das sind verzinkte Halbliter-Becher, die die Flößer früher auf den Flößen mitgeführt haben. "Das Blechla-Machen ist eine schwierige Angelegenheit", zollt Behrschmidt seinem Kollegen größten Respekt und freut sich schon auf die Flößer, die kommen.