Oberste Priorität hat die FOS am Rennsteig. Dieser Satz war von allen Kreisausschussmitgliedern - nicht nur von denen aus dem Oberland - am Montag zu hören. Und die Kreisausschussmitglieder haben das nicht nur gesagt, sondern auch gezeigt - nämlich mit einem einstimmigen Beschluss.
"Der Kreisausschuss bittet die Fachoberschule Kulmbach, von ihrem Angebot eines Vorkurses in Kronach Abstand zu nehmen", fasste Landrat Oswald Marr (SPD) die verschiedenen Wortmeldungen zusammen und wertete dies als klares Zeichensetzung dafür, dass der gesamte Landkreis hinter der FOS am Rennsteig steht.
"Wir sollten alles vermeiden, was den Eindruck erweckt, dass der Landkreis zweigleisig fährt. Der Landkreis darf sich nicht auseinander dividieren lassen in Nord und Süd. Erst muss die FOS am Rennsteig als feste Einrichtung laufen, bevor über ein anderes Angebot diskutiert wird. Auf zwei Hochzeiten kann man schließlich nicht tanzen", äußerte sich Richard Rauh (SPD) zuvor.
"Wer nicht handelt, wird behandelt", sagte Klaus Löffler und die Kulmbacher haben die vergangenen Jahre nicht gehandelt.
"Das Problem ist doch", meinte Peter Hänel (Freie Wähler), "wir haben lange Jahre versucht, die Kulmbacher zu bewegen. Und erst seitdem die in Kulmbach gespannt haben, dass sich in Kronach was tut, haben sie einen Vorkurs angeboten".
Klartext redete dann auch Ingrid Steinhäuser (Frauenliste): "Ich glaube, dass es sich tatsächlich um eine glatte Werbestrategie handelt. Die Schule wirbt um Schüler, weil sie jahrelang betoniert nein gesagt hat und jetzt merkt, es tut sich was". Andererseits müsse man auch an die Schüler denken.
"Stellt euch doch mal vor, die FOS am Rennsteig kommt wegen zwei oder drei fehlenden Schülern nicht zu Stande und genau die zwei oder drei gehen nach Kulmbach. Da möchte ich mir dann einfach nicht den Vorwurf machen lassen, die FOS am Rennsteig sei nicht zu Stande gekommen, weil wir nichts gegen das Vorkurs-Angebot aus Kulmbach unternommen haben", sagte der Landrat.
Joachim Meier, Schulleiter der FOS in Kulmbach zeigte kein Verständnis für die Entscheidung des Kreisausschusses, man müsse der Bitte aber wohl entsprechen. "Es ist schade, denn das Angebot eines Vorkurses in Kronach ist ja nicht aus einer Lust und Laune heraus geboren, sondern es gab eine Konferenz mit Vertretern des Landkreises Kronach, bei der man sich darauf verständigt hat." Ob das Vorkurs-Angebot in Kronach der FOS am Rennsteig letztlich geschadet hätte, "glaube ich nicht. Immerhin bleibt es ja jedem frei, wo er nach dem Vorkurs hin geht. Und jede Schule wird ihren Marktanteil haben".