Rund 400 000 Euro will die Marktgemeinde Küps in die Sanierung ihres Tiefbrunnens I investieren. Die Baumaßnahme soll im März 2021 starten. Die Versorgung der Kerngemeinde Küps mit Wasser soll während der rund sechs Wochen andauernden Bauphase zum einen durch den Tiefbrunnen II und zum anderen durch FWO-Wasser aus der Tüschnitzer Leitung sichergestellt werden.

Am Mittwochabend informierten sich die Mitglieder des Bau- und Umweltausschusses am Sanierungsort, nämlich am Wasserwerk in der Kugelkasse. Mit dabei war auch Lina Nitsch vom Büro Piewak & Partner/Bayreuth. Sie erläuterte das Sanierungskonzept und ging auf die Herausforderungen der Brunnensanierung ein.

Für die Sanierung sei der Fassungsbereich so umzugestalten, dass Arbeiten ermöglicht werden können. Eventuell seien auch Auffüllungen zu tätigen, sagte sie. Bei der Brunnensanierung liegt der Fokus auf der vorhandenen Artesik sowie der möglichen Instabilität des Bohrlochs. Aus diesem Grunde soll das Brunnenkopfniveau auf die Oberkante des bestehenden Brunnenschachtes angehoben und der Brunnen überbohrt werden. Der Ausbau sei analog zum bestehenden Altausbau geplant. Eine sichere Methode sei, das Sperrrohr im "Trockenen" einzuzementieren, erklärte sie. Dazu aber müsste über fünf Tage lang dauerhaft der Wasserspiegel im Brunnen unter die Sperrrohrunterkante abgesenkt werden. Die Pumprate dürfte dabei bei circa 15 Liter/Sekunde liegen. Das Wasser würde in die Rodach eingeleitet werden.

Sie sprach von rund 95 000 Euro an Kosten, die für die Leistungen der Bohrfirma (Überbohren, Einbringen des neuen Ausbaus, Zementieren des Sperrrohres usw.) veranschlagt werden.

"Sehr gutes und altes Wasser"

Florian Lemnitzer vom Büro Schneider & Partner nahm zu den Anlagen- und Bauteilen Stellung und sprach von Investitionskosten in Höhe von 196 204 Euro. Insgesamt, einschließlich Ingenieurkosten und Provisorium für die Wasserversorgung aus dem Tiefbrunnen II während der Bauphase, geht man von Gesamtkosten in Höhe von 392 354 Euro aus.

Bürgermeister Bernd Rebhan (CSU) sprach von einem "sehr guten und alten Wasser". Gebaut wurde der 14 Meter tiefe Brunnen I im Jahre 1949. Ursprünglich, so der Bürgermeister, sei man von 500 000 Euro Sanierungskosten ausgegangen. Er wies darauf hin, dass diese Ausbaumaßnahme mit 70 Prozent kofinanziert werden kann. Deshalb sei das Sanierungskonzept umgehend bei den Fachbehörden zur Genehmigung einzureichen, was einstimmig befürwortet wurde.

Weiterhin ging es in der Sitzung um den Umbau der leer stehenden Wohnung in Dorfgemeinschaftsräume in der Kanzleistraße 43 in Johannisthal. Mittlerweile liegt der Förderbescheid des Amtes für Ländliche Entwicklung Oberfranken (ALE) für die Sanierung des Obergeschosses vor. Insgesamt geht der Markt Küps von einem Investitionsvolumen in Höhe von 255 614 Euro aus. Nicht gefördert werden, so der Bürgermeister, das Erdgeschoss in Höhe von 68 420 Euro und die Ausstattung (8500 Euro). Damit seien 178 693 Euro förderfähig. Davon gebe es 90 Prozent an finanzieller Unterstützung.

Gemeinschaftsraum für 78 Personen

Alexander Hempfling vom Architekturbüro 3 D sprach von einem Gemeinschaftsraum für rund 78 Personen. Angebracht werden müsste daher ein zweiter Rettungsweg. Weiterhin müsse die Kellerdecke ertüchtigt und eine neue Heizung eingebaut werden. Einstimmig wurde die Gemeinde ermächtigt, die Auftragsvergaben durchzuführen.

Grünes Licht gab es für das Bauvorhaben Abbruch von bestehenden Produktions- und Lagerhallen und Neubau einer Fahrzeug- und Kaltlagerhalle, einer Warmhalle mit Küchentrakt sowie einer Nutzungsänderung des Wohngebäudes Weinbergstraße 13/19 in Küps. Bernd Rebhan war überzeugt, dass aufgrund der Situation mit den Anliegern das Landratsamt diese Planung im Gewerbegebiet genau anschauen wird. Er geht jedoch von einer Verbesserung der Situation aus.

Weiterhin gab er weitergeleitete Bauanträge bekannt. Das sind: Ersatzneubau einer Scheune für die abgebrannte Scheune, Judengasse 5/Küps; Wohnhausumbau, Am Dietgraben 4/Burkersdorf; Anbau einer Garage mit Nebenräumen an ein Bestandsgebäude, Lauschaweg 3/Küps, Errichtung eines Carports, Alte Schulstraße 10/Johannisthal.