Die uralte Omnibusspritze aus der Fabrik Justus Christian Braun, die von 1882 bis 1950 bei der Kronacher Wehr im Einsatz war, ist zwar schon generalüberholt, doch nun bekommt sie noch einmal den Feinschliff.

Insgesamt 15 Kronacher fahren zum Oktoberfestumzug. "Es ist eine kleine Sensation, dass wir innerhalb von zehn Jahren schon zum zweiten Mal dabei sein dürfen. Einmal konnten wir zum 1000-jährigen Stadtbestehen dabei sein, in diesem Jahr sind wir wohl wegen des 150-jährigen Feuerwehrbestehens ausgewählt worden", freut sich der Vorsitzende der Wehr, Stefan Wicklein (37).

"Das ist ein Spaß. Ich habe eine Riesen-Freude", sagt Karl-Heinz Pohl (56). "Das ist, wie wenn man bei der Olympiade dabei sein darf. Und ich werde beim Umzug die Standarte tragen", kriegt sich der jüngere Bruder, Hubertus Pohl (52), gar nicht mehr ein. "Ich bin kaufmännischer Angestellter und ich habe mir extra freigenommen. Das ist schon eine Ehre", sagt auch der jüngere der Pohl-Brüder lachend und freut sich besonders darüber, dass er die Kronacher Abordnung anführen darf.

Beim Oktoberfest wird die Spritze von zwei braunen Pferden vom Reiterhof Hans Spindler gezogen. "Das müssen besonders brave Tiere sein, die den Lärm und den Stress, den es bei einem solchen Umzug gibt, aushalten können", sagt Wicklein. Und deshalb wird natürlich Hans Spindler ganz vorne auf einer Seite - neben der nicht ganz so originalen Titanic-Glocke - sitzen. Auf der anderen wahrscheinlich der Vorsitzende der Feuerwehr, Stefan Wicklein. Die Feuerwehrleute tragen Original-Uniformen aus der Zeit um 1900.

Allerdings hat beim Oktoberfest nicht nur die alte Feuerlöschmaschine ihren großen Auftritt, sondern auch ein alter Hydrantenwagen aus dem Jahr 1902. Um den kümmern sich inzwischen ebenfalls fleißige Feuewehrleute. Denn natürlich darf auch an diesem roten Gefährt kein Stäubchen mehr haften.

Der Aufwand, den die Kronacher Abordnung betreibt, ist wirklich der Rede wert. Denn die Feuerwehrleute opfern ihr ganzes Wochenende. Bereits am Samstag werden die Gerätschaften auf einem Tieflader nach München gebracht. "Wir übernachten dann in München, sonst schaffen wir das alles ja nicht", sagt Wicklein. Am Sonntag steht dann der große Trachten- und Schützenumzug zum Oktoberfest mit anschließendem Oktoberfestbummel auf dem Programm. Und am Montag machen die Feuerwehrler dann noch einen Zwischenstopp im Feuerwehrmuseum in Waldkraiburg und kehren schließlich mit vielen Erlebnissen im Gepäck nach Hause zurück.

Einen ausführlichen Bericht lesen Sie in der Mittwoch-Ausgabe des Fränkischen Tags Kronach.