Der gebürtige Kronacher gab vor Gericht zu, im April vergangenen Jahres Fotokarten mit pornografischen Bildern bedruckt zu haben. Am Donnerstag ist der Mann zu einer Bewährungsstrafe von sechs Monaten und 40 Stunden gemeinnütziger Arbeit verurteilt worden.

"Ich mache alles" - das soll die Bildunterschrift damals gewesen sein, die auf den Karten zu lesen war. Zusammen mit der Rufnummer sowie dem Vornamen seiner von ihm getrennt lebenden "Noch"-Ehefrau. Aber nicht genug, dass der Angeklagte die Karten überhaupt entworfen und gedruckt hat - er verbreitete sie auch noch.
Eines Nachts, so räumte der Angeklagte vor Gericht ein, sei er zu dem Parkplatz ihrer Arbeitsstelle gefahren und habe dort die Fotokarten verteilt.


"Interessierte" melden sich sogar

Seine damals "Noch"-Ehefrau war am nächsten Tag gar nicht selbst vor Ort. "Ich hatte zu dem Zeitpunkt Urlaub. Meine Kollegen haben mich sofort angerufen, als sie die Flyer entdeckten", erklärte die Geschädigte bei ihrer Zeugenaussage gegenüber dem Richter. "So etwas hätte ich ihm nicht zugetraut."

Nach der böswilligen Aktion des Ex-Mannes habe die Frau in den Folgetagen tatsächlich Anrufe von drei "Interessierten" erhalten, erzählte sie weiter und zeigte sich noch immer entsetzt.

Bezüglich der Anzahl der verteilten Flyer gab es widersprüchliche Aussagen: Der Angeklagte sprach von höchstens zehn Karten, der Polizeibeamte, der den Fall aufnahm, ging hingegen von einer größeren Menge aus.
Er berichtete, dass eine "nicht geringe Anzahl von Flyern" am nächsten Tag in der Polizeiinspektion Kronach abgegeben worden sei. Der Angeklagte zeigte vor Gericht sichtlich Reue für seine Verzweiflungstat.


Angeklagter ist vorbestraft

"Es tut mir wirklich leid", entschuldigte sich der 52-Jährige bei seiner "Noch"-Ehefrau. Richter Hendrik Wich wertete seine Entschuldigung bei der Urteilsfindung positiv.

Drei Vorstrafen und die gezielte Verteilung der pornografischen Flyer am Arbeitsplatz der Geschädigten sprachen jedoch trotzdem gegen den 52-Jährigen aus Kronach.

Richter Wich verurteilte ihn deshalb zu einer Bewährungsstrafe von sechs Monaten. Außerdem muss er 40 Stunden gemeinnützige Arbeit verrichten.