Die kleinen Kunstwerke werden im Lucas-Cranach-Haus ausgestellt. Am Donnerstag stellten die Schüler den Senioren ihre jeweiligen Bilder und die Traditionen vor.

Ein australischer Nikolaus in Badehose am Strand, eine isländische Weihnachtskatze, eine japanische Riesentorte, auf Elefanten reitende indische "Heilige drei Könige" sowie Wichtel, die den finnländischen Weihnachtsmann bei seiner Arbeit unterstützen - Fast überall auf der Welt wird Weihnachten oder ein ähnliches Fest gefeiert; allerdings überall ein wenig anders. Welche speziellen Bräuche und Traditionen es in den verschiedenen Ländern gibt, damit beschäftigten sich die Klassen 6 c und 6 d im Deutsch- wie auch Kunstunterricht, wobei Bilder zu den jeweiligen Ländern entstanden. Diese sind so schön, dass man seitens der Schule beschloss, sie dem Kronacher evangelischen Alten- und Pflegeheim bis nach den Weihnachtsferien für eine kleine Ausstellung zu überlassen. Am Donnerstag erfolgte im Rahmen einer kleinen Feier die Übergabe und auch Vorstellung der farbig-fröhlichen Bilder, worüber sich die Heimbewohner sichtlich freuten.


Unglaubliche Weihnachten

"Um etwas Besinnlichkeit in die hektische Vorweihnachtszeit zu bringen, haben wir uns an jedem Schultag mit den Geschichten aus dem Buch "Unglaubliche Weihnachten - 24 Rätselreigen durch die Welt" beschäftigt", erzählte Lehrerin Jacqueline Löffler. In dem Buch sind Geschichten rund um die verschiedenen Weihnachtbräuche auf dem Globus niedergeschrieben - allerdings mit einem kleinen Haken. "Die Geschichten werden vom Rentier Helge erzählt - und wie es manchmal so ist, flunkert es hin und wieder auch ein bisschen. Es sind also nicht alle Geschichten wahr", so Löffler. Sie und ihre Kollegin Sandra Hofmann - beide Klassenlehrerinnen der 6 c beziehungsweise 6 d - haben deshalb mit den Kindern nachgeforscht, welche Erzählungen stimmen und bei welchen etwas geflunkert wurde. Dabei habe man sich beispielsweise auch mit der geografischen Lage des Landes beziehungsweise des jeweiligen Kontinents beschäftigt und mehr über die dortigen Gewohnheiten in Erfahrung gebracht.

Fächerübergreifend malten die Kinder im Kunst-Unterricht bei der Lehrerin Maria-Theresa Hönick jeweils ein Bild zu den jeweiligen Bräuchen. "Die dabei entstandenen Bilder sind so schön, dass es schade gewesen wäre, sie nicht öffentlich zu zeigen. Wir dachten, dass sich die Senioren vielleicht über eine kleine Ausstellung freuen würden. Für die Kinder ist es zudem schön, zu wissen, dass ihre Bemühungen beim Malen der Bilder gewürdigt werden", erklärte Löffler.


Bräuche und Traditionen

Am Donnerstagvormittag wurden die Bilder von den drei beteiligten Lehrkräften wie auch Rektorin Anita Dauer aber nicht nur übergeben, sondern den Senioren auch die Bräuche und Traditionen der verschiedenen Länder näher gebracht, was diesen sichtlich gefiel. "Das habt ihr aber schön gemacht", "Das sieht aber schön aus" - immer wieder gab es viel Lob von den Heimbewohnern, die den Ausführungen sehr aufmerksam lauschten.
Und dabei gab es auch manch Kurioses zu hören. In Holland beispielsweise werden, wie Tim erklärte, Äpfel, Stiefel, Stroh und ein Eimer mit Wasser für den Weihnachtsmann bereit gestellt, um ihm die schwere Aufgabe erträglicher zu machen. In Argentinien wird - laut Maximilian - an Heiligabend ein Feuerwerk gezündet. In Schweden helfen, so Laura, Zwerge dem Weihnachtsmann. In Großbritannien füllt - wie der andere Tim erzählte - der Weihnachtsmann am Kamin aufgehängte Socken. Sophia und Romina verrieten, dass in Italien eine gute Hexe die Kinder beschenkt.

Wie allgemein bekannt, hat der Adventskranz in Deutschland vier Kerzen, die nacheinander entzündet werden. Aber weiß auch jeder, dass - so Lisa - dieser Brauch aus Norddeutschland kommt? Luca und Carsten erzählten, dass man in Tschechien an Weihnachten die Zukunft aus geschnittenen Äpfeln oder anhand von Nussschalen deutet. Beiden Sechstklässlern machte die Aktion viel Spaß. Luca und Carsten malen zwar nicht so gerne, aber dass sie damit den Senioren eine Freude bereiten, gefällt ihnen. Zudem sei es interessant gewesen, Bräuche und Traditionen anderer Länder kennenzulernen beziehungsweise zu rätseln, ob die Geschichten tatsächlich stimmten. "Da haben wir das ein oder andere Mal ganz schön danebengelegen", sagt Jaqueline Löffler lachend, die sich sehr über das Interesse der älteren Menschen freute.

Es war das erste Mal, dass eine gemeinsame Veranstaltung der Mittelschule und des Seniorenhauses in dieser Form stattfand. Weitere Aktionen seien durchaus vorstellbar - und auch, wie Pflegedienstleiterin Katja Suffa-Weißkopf betonte, sehr gewünscht. "Ihr dürft gerne wiederkommen", gab sie den Schülern - nach einem gemeinsam angestimmten "Feliz Navidad" sowie einem sich anschließenden kurzem geselligen Beisammensein - im wahrsten Sinne des Wortes "mit auf den Weg". Die Senioren seien für jede Abwechslung immer zu haben und sehr dankbar.