Kronach
Kassengesetz

"Der größte Blödsinn": Fränkische Händler bleiben auf Kassenbons sitzen

"Das ist der größte Blödsinn, den ich je gehört habe", findet Ingrid Nadler vom gleichnamigen Kerzenhaus im oberfränkischen Kronach. Und das würden auch ihre Kunden so sehen. In der Bäckerei Oesterlein benutzen die Verkäuferinnen die unliebsamen Kassenbons immerhin als Schmierzettel.
 
Ein Bon für jedes Brötchen: Ob der Kunde ihn will oder nicht - der Beleg muss laut Gesetz ausgedruckt werden. Foto: Sandra Hackenberg
Ein Bon für jedes Brötchen: Ob der Kunde ihn will oder nicht - der Beleg muss laut Gesetz ausgedruckt werden. Foto: Sandra Hackenberg

Zwei Mohnschnecken für 2,20 Euro. Ein Kaffee und ein Butterhörnchen für 2,95 Euro. Zwei Laugenstangen für einen Euro. Kassenbons mit Kleinstbeträgen wie diesen häufen sich am Donnerstag in der Bäckerei-Filiale Oesterlein.

Das neue Kassengesetz und somit auch die Bonpflicht ist in Kraft. Doch die Kronacher Händler und Kunden reagieren mit Unverständnis.

Bonpflicht: "Bürokratie- und Müllirrsinn sofort stoppen"

Die Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MU) Kronach fordert eine sofortige Rücknahme der Belegausgabepflicht. "Das Gesetz produziert nicht nur Berge an umweltschädlichem Thermopapier, sondern auch unnötige Bürokratie und Frust bei den Ladenbesitzern und Kunden in Kronach", sagt Winfried Lebok, der Vorsitzende des MU-Kreisverbands Kronach. "Der Bundesfinanzminister sollte diesen Bürokratie- und Müllirrsinn sofort stoppen."

Bis dahin fordert die MU Kronach Befreiungen für Ladenlokale mit Massengeschäft. Diese Ausnahmen seien im Gesetz ausdrücklich vorgesehen. Grundsätzlich begrüßt die MU das Ziel der Bundesregierung, Manipulationen und Steuerbetrug zu bekämpfen.

Laut Lebok könne es aber nicht sein, dass "wegen einiger schwarzer Schafe" der gesamte Mittelstand unter Generalverdacht gestellt werde. Was Kronacher Kunden und Händler von der Bonpflicht halten, lesen Sie auf inFranken.dePLUS.