Wie finden Sie "Kronach leuchtet"?
Regina Welk: Super! Das Besondere ist, dass es ein Fest für die Bevölkerung ist, nicht so intellektuell-elitär wie manch andere Licht-Events. Hier ist jeden Tag was los, jeder kommt, jeder kennt jeden. In Gesprächen habe ich immer wieder gemerkt, wie positiv die Leute dem Fest gegenüber eingestellt sind. Auch Ladenbesitzer und Privatleute sind dabei, stellen Lichter ins Fenster - das ist toll! Die Workshops, in denen vor Ort in internationalen Teams Konzepte entwickelt werden, sind eine super Sache. Und dass "Kronach leuchtet" jedes Jahr stattfindet und über so viele Tage - das ist einmalig. Außerdem ist Kronach so schön, da ist jedes Haus ein Kunstwerk für sich.

Welche Lichtinstallationen haben Sie besonders beeindruckt?
Toll finde ich die Glühbirne vom Lichtkünstler Paul Göschel in der Alten Markthalle. Mit dem Thema Glühbirne und deren Verbot kann doch jeder etwas anfangen! Wunderschön ist auch der Zaubergarten. Die tanzenden Lichtpunkte im Geäst haben mich an Glühwürmchen erinnert. Spitze, dass ein privater Eigentümer seinen Garten für das Fest geöffnet hat! Dass die Leute sich so mitreißen lassen gefällt mir. Auch die Bank mit der Wohnzimmerlampe ist eine süße Idee. Das hat so was Liebenswürdiges. Überhaupt war man dieses Jahr sehr detailverliebt, es gibt sehr viele schöne kleine Sachen.

Gibt es etwas, das Ihnen letztes Jahr besser gefallen hat?
Ich fand sehr schön, wie da die Festung miteingebunden war. Aber natürlich gehört es zum Konzept des Fests, immer wieder andere Orte zu beleuchten, und das gefällt mir an sich auch gut. Ich hätte gern auch wieder mehr Lichtkünstler, so wie letztes Jahr. Leider kennen viele Künstler "Kronach leuchtet" noch nicht. Dabei könnten sie so vielen Menschen ihre Werke zeigen. Bis zu 100 000 Besucher - wo hat man das sonst schon?

Finden Sie, dass das Thema Lucas Cranach gut umgesetzt wurde?
Ja, absolut. Die Projektionen zeigen den Bezug von Cranach zur Stadt, bringen einen ganz neuen Aspekt für das Fest. Das ist gelebte Geschichte!

Was könnte man noch besser machen?
Man könnte vielleicht noch mehr Häuser anstrahlen, oder aus Fenstern heraus strahlen. Aber besser machen würde ich gar nicht sagen, das sind nur Ideen. Mir gefällt es sehr gut so, wie es ist: Die ganze Stadt lebt im Licht!

Wo wird es denn etwas von Ihnen über "Kronach leuchtet" zu lesen geben?
In der "Licht" natürlich, da werden es bestimmt zwei Seiten, denn ich habe viele schöne Fotos. Für die "Luxlumina", das ist eine schweizer Fachzeitschrift für Architektur und Licht, schreibe ich auch über das Fest. Und mit der "Lumière" aus dem gleichen Verlag wird es auch eine Zeitschrift mit einem Artikel über "Kronach leuchtet" geben, die am Kiosk verkauft wird. Auch für die bayerische Gemeindezeitung, die für und über Kommunen berichtet, werde ich etwas schreiben.

Und - kommen Sie wieder?
Auf jeden Fall! Wer einmal bei "Kronach leuchtet" war, muss doch wieder kommen, so schön wie es ist.

Das Gespräch führte Miriam Hegner


Zur Person

Regina Welk arbeitete über 40 Jahre für die Fachzeitschrift "Licht". Inzwischen eigentlich im Ruhestand, schreibt sie weiterhin als freie Autorin für "Licht" und andere Publikationen. Sie lebt in Starnberg.
Kronach kennt die gebürtige Berlinerin schon lange: Ihre erste Klassenfahrt führte vor über 50 Jahren hierher. Auch später war Welk noch häufiger im Frankenwald unterwegs. "Kronach leuchtet" besuchte Welk dieses Jahr zum zweiten Mal und berichtet darüber.