Kronach
Covid-19

Gesundheitsministerium verbietet dritte Corona-Impfung - Landratsamt streicht Termine

Das Kronacher Impfzentrum hatte Bürgern nach deren Erstimpfung mit Astrazeneca einen Wechsel auf einen anderen Corona-Impfstoff angeboten. Das bayerische Gesundheitsministerium hat nun jedoch klargestellt, dass eine Drittimpfung nicht erlaubt ist.
 
Gesundheitsministerium untersagt dritte Corona-Impfung - Landratsamt streicht Termine
Das Impfzentrum Kronach bot zuletzt Termine für zwei Covid-19-Folgeimpfungen an, sofern mit Astrazeneca Erstgeimpfte einen anderen Impfstoff wünschten. Laut dem bayerischen Gesundheitsministerium ist dies allerdings verboten. Foto: Sven Hoppe / dpa

Der Landkreis Kronach hatte sich zuletzt auf eine mögliche dritte Corona-Impfung von Menschen vorbereitet, die nach einer Erstimpfung mit Astrazeneca auf einen mRNA-Impfstoff (Biontech oder Moderna) umsteigen wollten. Diesem Vorhaben hat das bayerische Gesundheitsministerium nun einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Dem Ministerium zufolge sei die Vergabe eines dritten Impftermins an Personen, die nach Erhalt zweier Impfdosen als vollständig geimpft gelten, nicht zulässig und widerspreche den Vorgaben der Corona-Impfschutzverordnung. Der Landkreis werde daher auf eine Drittimpfung verzichten und die bereits vergebenen Termine wieder absagen, berichtet das Landratsamt Kronach am Montag (17. Mai 2021).

Update vom 17.05.2021: Dritte Corona-Impfung "nicht zulässig" - Termine im Kreis Kronach werden abgesagt 

In der Diskussion um einen potenziellen dritten Impftermin als Folge einer mit einem mRNA-Impfstoff (Biontech oder Moderna) durchgeführten Zweitimpfung auf dem bei der Erstimpfung verwendeten Impfstoff von Astrazeneca hat das Kronacher Impfzentrum nun Antwort aus dem bayerischen Gesundheitsministerium erhalten. Das teilt das Landratsamt Kronach am Montag (17. Mai 2021) mit.

Laut dem Gesundheitsministerium sei die Vergabe eines dritten Impftermins an Personen, die nach Erhalt zweier Impfdosen als vollständig geimpft gelten, nicht zulässig und widerspreche den Vorgaben der Corona-Impfschutzverordnung für ein vollständiges Impfschema, das wiederum den Empfehlungen der Stiko zu entsprechen habe.

"Dies gilt auch für eine Drittimpfung nach heterologer Impfung. Derzeit liegt keine Empfehlung der Stiko für eine zeitnahe dritte Impfung nach heterologer Impfung vor“, teilt das bayerische Gesundheitsministerium nach Angaben des Landratsamts Kronach mit. Bei einer heterologen Impfung handelt es sich laut Landratsamt um die bei Erst- und Zweitimpfung verwendeten Impfstoffe unterschiedlicher Hersteller.

Landratsamt sagt Impftermine ab

"Die ärztliche Leitung des Kronacher Impfzentrums hatte einen dritten Impftermin ins Spiel gebracht mit dem Verweis auf die Herstellerangaben und den damit verbundenen Wirkungsgrad einer Impfserie", berichtet das Landratsamt. Aufgrund der Antwort aus dem Gesundheitsministerium bestehe nun allerdings Klarheit, sodass auf eine Drittimpfung verzichtet werde und die bislang vorsorglich vergebenen Termine wieder abgesagt würden. 

Alle Infos zur aktuellen Lage in der Region finden Sie in unserem Corona-Ticker für den Raum Kronach.

Erstmeldung vom 07.05.2021: Landkreis Kronach plant dritte Dosis nach Astrazeneca-Erstimpfung

Der Landkreis Kronach bereitet sich auf eine mögliche dritte Impfung von Menschen vor, die nach einer Erstimpfung mit Astrazeneca auf einen mRNA-Impfstoff umsteigen. Hintergrund seien offene Fragen der ärztlichen Leitung des Impfzentrums, teilte ein Sprecher des Landkreises am Freitag (7. Mai 2021) mit. Bei den Menschen, die nach einer Erstimpfung mit Astrazeneca ihre Zweitimpfung mit einem der sogenannten mRNA-Impfstoffe von Biontech oder Moderna erhalten möchten, "könnte für einen optimalen Schutz eine weitere, dritte Impfung mit demselben Impfstoff sinnvoll sein", so der Sprecher.

Darauf möchte sich der Landkreis laut des Sprechers organisatorisch gut vorbereiten, um nicht plötzlich von einer Neuentwicklung überrascht zu werden. Deshalb sei für diese Menschen vorsorglich ein zusätzlicher Termin eingeplant worden. Ob hierfür auch bereits Impfstoff zurückgehalten wird, konnte der Sprecher zunächst nicht sagen.

Bis es zu den dritten Impfungen kommen könnte, seien noch rund sechs Wochen Zeit. Bis dahin sei davon auszugehen, dass die offenen Fragen beantwortet würden, sagte der Sprecher. Menschen, die als erste Impfung Astrazeneca erhalten hatten, würden sich beim Impfzentrum des Landkreises zu rund 90 Prozent auch für eine Zweitimpfung mit diesem Impfstoff entscheiden. Zuerst hatte der Bayerische Rundfunk darüber berichtet.

Astrazeneca: Erstimpfungen nur noch ab 60 empfohlen

Die Ständige Impfkommission (Stiko) hatte Mitte April für Menschen unter 60 Jahren mit einer Erstimpfung mit Astrazeneca empfohlen, für die Zweitimpfung zu einem der beiden mRNA-Impfstoffe von Biontech oder Moderna zu wechseln. Hintergrund sind seltene Fälle von Hirnvenenthrombosen in Zusammenhang mit der Astrazeneca-Impfung. Auch Erstimpfungen mit Astrazeneca empfiehlt die Stiko mittlerweile nur noch für Menschen über 60 Jahre.