St. Martin - das heißt vielerorts Martinsgans, Martinsfeier und vor allen Dingen Martinsumzug. Und was gehört dazu? Natürlich St. Martin im roten Mantel auf einem feurigen Pferd, der diesen Umzug anführt. Dahinter Musik und viele Kinder mit ihren leuchtenden Laternen, die staunend und aufgeregt hinter dem "Heiligen" herziehen.
Auch Emma Hümmer zog lange Jahre mit ihrer Laterne beim Umzug durchs Dorf. Die heute Zwölfjährige war schon im Kindergarten begeistert dabei.

Aber schon damals fehlte ihr etwas. "Ich hab mir schon im Kindergarten gewünscht, dass ich einmal den St. Martin reiten darf", gibt sie zu. Und nun war es soweit. Der Martinsumzug des Kindergartens Neufang brauchte einen St. Martin. Stolz und aufrecht sitzt die Schülerin auf "Meta", einem braven Pferd, das so schnell nichts aus der Ruhe bringen kann.
Der glänzende Helm und der lange rote Umhang verleihen Emma eine Ausstrahlung, die die kleinen "Martinskinder" mit ihren Laternen bewundern. Geführt von Heinz Baier schreiten Emma und Meta hinter der Musik den Kindern voran, die ihre Martinslieder singen. "Mein eigenes Pferd hätte ich nicht nehmen können, das ist noch zu jung und unerfahren, aber Meta ist ganz ruhig, da klappt es sehr gut", sagt Emma. Und den Kindern hat es gefallen. Als kleines Dankeschön erhalten Emma und Heinz Pralinen und Gutscheine für die Martinsfeier. Und die gute Meta? Auch auf sie wartete in der Box eine kleine Belohnung, weil sie so brav war trotz des ganzen Trubels.

Reiten ist ihre Leidenschaft

Reiten ist die Leidenschaft von Emma Hümmer seit sie vier Jahre alt war. Zuerst hat sie in Geroldsgrün, dann in Stockheim geritten. Aber nun reitet sie bei den Pferdefreunden in der Leitsch, wo auch ihr Pferd "Pestka" steht. Sie ist ein Pferdenarr und würde am liebsten Tag und Nacht im Pferdestall verbringen. Doch auch für andere Tiere begeistert sich die Zwölfjährige. So nennt sie eine Mutterziege mit zwei kleinen Ziegen, einen Hasen und ein Meerschweinchen ihr Eigen. Und wenn man sie nicht bremsen würde, wäre der Streichelzoo noch um viele Tiere größer. "Sie ist in alle Tiere vernarrt und wenn ich meine Emma suche, finde ich sie sicher im Pferdestall", erzählt Mutter Annette und ist doch ein wenig stolz darauf, dass sich für Emma mit dem St. Martins Ritt ein Kinderwunsch erfüllt hat.

Im Mittelpunkt des diesjährigen Martinsfestes des Katholischen Kindergartens St. Wolfgang in Stockheim Stand zu Beginn des Laternenumzugs die Geschichte der Laterne Lumina im gemeinsamen Gottesdienst.

Die Laterne Lumina ging in einer Nacht gerne spazieren, bis plötzlich im finsterem Wald bei einem Sturm das Licht erlosch. Lumina stand alleine im dunklen Wald und mehrere hell leuchtende Laternen zogen vorbei und gaben ihr kein Licht ab. Sie wollten nicht teilen und alles nur für sich behalten. Erst nach langer Zeit kam eine Laterne vorbei, die ihr Licht mit Lumina teilte. Gemeinsam leuchteten die beiden Laternen heller und schöner als je zu vor.

Diese Geschichte nahm Gemeindereferent Matthias Beck zum Anlass, die Thematik "Teilen" mit den Kindern im Gottesdienst aufzuarbeiten. Er konnte den Kindern auch verdeutlichen, dass das Licht das Symbol Gottes ist und über all dort, wo Licht ist, ist auch er und hält die schützende Hand über uns. Nach einem Tanz der Laternen entzündeten alle Kinder vor dem Altar ihre Laternen und zogen gemeinsamen singend durch die Straßen Stockheims zum Kindergarten. Dort wurden sie vom Elternbeirat und den Mitgliedern des Fördervereins am Lagerfeuer erwartet.

Die Geschichte um die gute Tat

Begleitet vom Musikverein Glosberg zogen die Kinder des Katholischen Kindergartens Gundelsdorf nach einer St. Martins-Andacht hinaus, um traditionell des Heiligen Martin (316-397) zu gedenken. Zuvor gedachten sie zusammen mit Eltern, Verwandten und Mitchristen in der St. Josef-Kapelle des barmherzigen Heiligen. In einem einstudierten Spiel demonstrierten die Kinder die Geschichte um die gute Tat von St. Martin, der seinen Mantel in bitterer Kälte mit einem armen Mann teilte. In Gundelsdorf wurde dies von den Kindergartenkindern eindrucksvoll gestaltet und vorgeführt, was man mit den Erzieherinnen akribisch einstudiert hatte. Anschließend zog man unter Begleitung des Musikvereins Glosberg hinaus in die regnerische Nacht, um mit einen farbenprächtigen Lampionsumzug den St. Martinstag würdevoll abzuschließen.

Andacht in Neukenroth

Am Martinstag huldigten die Kinder des Kindergartens St. Katharina Neukenroth dem Heiligen Martin von Tours. Dieser christlichen Tradition wurde mit einer Martinsandacht im Gotteshaus St. Katharina, unter liturgischer Leitung des Gemeindereferenten Matthias Beck und einen Martinszug mit Lampions und den Gesängen der Kinder mit Martinsliedern gedacht. In den vor Freude funkelnden Augen der Kinder spiegelten sich die farbenfrohen Lichtstrahlen der Lampions wider, die von den Kindern mit hingebungsvoller Andacht durch die Straßen getragen wurden.

In der Andacht im Gotteshaus wurde die Lebensgeschichte von St. Martin erzählt. Seine Lebensbeschreibung gab ein Beispiel für ein vorbildhaftes Leben, erklärte Gemeindereferent Beck den Kindern. Der Namenstag des Heiligen fällt auf den 11. November (Martinstag), den Tag der Grablegung Martins, der im Alter von 81 Jahren am 8. November 397 verstarb.