Am Standort des jetzigen KEZ-Gebäudes soll eine Wohnanlage entstehen. Das bestätigte Eva Sambale. Sie ist die Tochter des Investors Gerd Sambale. Dieser ist Geschäftsführer von saco gmbH aus Neustadt/Aisch. Gerd Sambale wird am heutigen Samstag bei einer Informationsveranstaltung, die im Rahmen des Tags der Städtebauförderung stattfindet, detailliert auf sein Vorhaben eingehen.

Nach den Ausführungen von Eva Sambale, habe ihr Vater das Gebäude gekauft. Der Kontakt sei durch Pfarrer Albrecht Bischoff zustande gekommen.

Gerne hätten sie das vom Verfall bedrohte KEZ-Gebäude in seinem Baucharakter erhalten. Aber das sei aufgrund der Gegebenheiten unmöglich. "Es sind so viele Mängel vorhanden, es ist ein Fass ohne Boden!" Und: "Die Kosten würden ins Uferlose steigen!". Das Gebäude werde nun abgerissen und neu errichtet.

Geplant ist, im Erdgeschoss ein sogenanntes Begegnungszentrum zu schaffen. Dies könne gewerblich oder auch von einer Tagespflege genutzt werden. Im ersten Obergeschoss soll eine Wohngemeinschaft, eine Art kleines Seniorenhaus, entstehen. Im zweiten und dritten Stockwerk sollen 60 bis 80 Quadratmeter große barrierefreie Wohnungen geschaffen werden. "Es soll ein Haus für alle Generationen werden!".

Eva Sambale bestätigte, dass ursprünglich auch die Integration eines Drogeriemarktes im Gespräch war. "Das ist jetzt vom Tisch!" Dieses Vorhaben komme aber zustande, da die dm-Drogeriekette eine Ansiedlung außerhalb des Stadtkerns vorziehe.

Das ehemalige Hotel "Goldener Löwe"/KEZ-Gebäude ist auch ein Schwerpunkt bei der künftigen Entwicklung des Stadtzentrums. Derzeit stellt es eine erhebliche Beeinträchtigung des Stadtbilds dar. Auch der Stadtplaner Franz Ullrich wertet die Entwicklung des Objekts im Ergebnisbericht der vorbereitenden Untersuchungen für die städtebauliche Entwicklung zur Standsanierung als vordringlich. Es ist von einem "städtebaulichen Missstand" die Rede, der "dringend behoben" werden müsse.

Durch die Schaffung eines Neubaus könnten zukunftsorientierte Wohnkonzepte und ergänzende Dienstleistungen im Stadtkern geschaffen werden, heißt es weiter. Zudem hält der Stadtplaner eine qualitätsvolle Außenraumgestaltung und eine Wegeverbindung im Hang als direkten Weg vom Marktplatz zum Sommerberg für sinnvoll. Über die Investitionskosten wollte sich Eva Sambale nicht äußern. Die könnten erst nach dem finalen Planungsabschluss genau erstellt werden. Aber die Innenarchitektin verriet soviel, nämlich dass die einzelnen Wohnungen zum Kauf angeboten werden sollen. Und, sollte alles nach Plan laufen, könne der erste Spatenstich 2016 vorgenommen werden.

Eva Sambale ist von der Neugestaltung der KEZ-Brache überzeugt. Die Städte bluten im Innern aus, es sei aber wichtig, dass diese wieder belebt würden. Sie spricht von einer hervorragenden und zentralen Lage, in der auch Senioren aktiv am Leben teilhaben können. Es sei nicht nur eine Aufwertung für den Stadtkern, sondern auch eine Chance dahingehend, dass der eine oder andere Wegzug von jungen Leuten verhindert werden könne. Es gehe aber auch darum, dass Menschen möglichst lange in ihrer Heimat wohnen könnten, denn oftmals seien diese aufgrund ihres Alters nicht mehr in der Lage, ihre Häuser unterhalten zu können. Ihr Architekturbüro habe sich darauf spezialisiert, altersgerechte und kleinere Wohnen zu bauen.

Das KEZ-Gebäude war einst ein Mittel- und Treffpunkt der Stadtbevölkerung. Es fungierte als Gasthaus, Hotel, Kino, Kegelbahn und Pub. Lange Jahre war ein Lebensmittelmarkt dort untergebracht. Seit mehr als zehn Jahren steht es leer.