In drei Konzerten (Freitag, Samstag und Sonntag) spielten die Hofer Symphoniker Antonin Dvoráks Karneval-Ouvertüre. Doch im Mittelpunkt standen vor allem die Solisten Claudia Sautter (Klarinette) und Susanne von Hayn (Fagott).

Karneval ist mehr als nur Büttenreden, Garden und Witze - Karneval kann auch Kultur der schönsten Art sein: Kultur mit Esprit und Niveau, mit Hintersinn, mit Genießerpotential für Feinsinnige und Feingeister. "Ein einsamer, nachdenklicher Wanderer erreicht in der Dämmerung eine Stadt, in der ein ausgelassenes Fest in vollem Gange ist. Überall erklingen Instrumente, gemischt mit Freudenrufen und der überschäumenden Lebensfreude der feiernden Menschen, die ihren Gefühlen durch Lieder und Tänze freien Lauf lassen", schrieb einst der Komponist Antonin Dvorak in seinen Programmnotizen. Und aus dieser Stimmung zauberte der böhmische Komponist die legendäre Karnevals-Ouvertüre.


Dirigent Johannes Klumpp interpretierte die Karneval-Ouvertüre zum Auftakt des großen Kreiskulturring-Konzertwochenendes mit den Hofer Symphonikern und hatte das Publikum sofort auf seiner Seite. Denn die Ouvertüre ist flott und furios, glanzvoll und fulminant, mitreißend und manchmal auch ein bisschen sehnsuchtsvoll-romantisch. Schon bei diesem Stück wurde klar, warum Johannes Klumpp als einer der hoffnungsvollsten Dirigenten der Zukunft gilt. Obwohl er erst 32 Jahre ist, zeigte er beachtliche Interpretationssicherheit und Fingerspitzengefühl. Klumpp verzichtete auf großen Pathos, sondern konzentrierte sich auf das Wesentliche und legte beachtliches Führungsgeschick an den Tag. Bereits seit zwei Jahren steht er auf der Künstlerliste unter der Rubrik "Maestros von morgen".

Die Tänze aus Galánta von Zoltán Kodály - bestehend aus sechs Teilen (Lento/Andante maestoso, Allegretto moderato, Tempo 1, Allegro con moto, Tempo 1 und Allegro vivace - mischten Zigeunerklänge, traditionelle ungarische Volksmusik mit symphonischen Elementen und zauberten daraus eine interessante und facettenreiche Musikrichtung, die das Publikum mitriss. Doch eigentlich standen im Mittelpunkt der Wochenend-Konzerte zwei strahlende Solistinnen: die 1982 in Kronach geborene Susanne von Hayn (Fagott), die seit 2006 in der Bayerischen Staatsoper München spielt und bereits internationale Preise wie "Pacem in terris" oder den "Concorso Internationale die Musica per Giovani Interpreti" eingeheimst hat, sowie die aus Heidelberg stammende Solistin Claudia Sauttner (Klarinette), die beim Deutschen Musikratswettbewerb vor zwei Jahren ausgezeichnet worden ist und bereits in Russland, Japan, Palästina, Tschechien und Polen konzertiert hat. Die beiden Solistinnen waren optisch und akustisch eine Augenweide - und zwar sowohl bei Richard Straußs Duett-Concertino für Klarinette und Fagott mit Streichorchester und Harfe als auch bei Franz Danzis Concertino für Klarinette und Fagott mit Orchester.

Die Stücke hatten beide ihre Reize. So war Straußs Concertino das letzte Instrumentalstück, das er komponierte. Es wurde im Jahr 1947 vollendet und bestach durch eine Art "Unterhaltung" zwischen den Soloinstrumenten, den die beiden Solistinnen hervorragend interpretierten.

Beim Concertino aus der Feder von Franz Danzi mischten sich lyrische Passagen mit beschwingten, bewusst-virtuosen Stücken, die von den Musikern einiges an Können abverlangten.

Gekrönt wurde der Auftritt der Hofer Symphoniker durch die berühmte Linzer Symphonie aus der Feder von Wolfgang Amadeus Mozart. Sie entstand - den Überlieferungen zufolge- innerhalb von nur vier Tagen als Auftragswerk des Grafen Johann Joseph Anton Thun, wurde aber später noch einmal leicht überarbeitet. Beim Konzert konnten sich die Zuhörer, die in den Kreis-Kulturraum gekommen waren, von dem Einfluss, den Joseph Haydn auf Mozart hatte, selbst überzeugen. Denn zum allerersten Mal in seinem kompositorischen Leben eröffnet Mozart eine Symphonie mit einem Adagio, Allegro spirituoso. Und noch eine Auffälligkeit hatte die Linzer Symphonie zu bieten: Die Pauken und Trompeten schwiegen auch im langsamen Teil nicht, sondern wurden dazu eingesetzt, die Festlichkeit und Feierlichkeit zu unterstreichen, was dem Publikum ausnehmend gut gefiel.


Info:

Das Konzert der Hofer Symphoniker ist auch am Sonntag, 3. Februar um 19.30 Uhr im Kulturraum des Landkreises Kronach zu hören.