Sabrina Schuldts Ausbildung ist eine außerordentliche Leistung. Sie zeigt nämlich über den persönlichen Erfolg hinaus auch einen Weg auf, wie motivierte junge Menschen mit der richtigen Unterstützung erfolgreich ins Berufsleben starten können.

Bereits 2011 hat Sabrina Schuldt aus Coburg ihren Abschluss zur Ausbaufacharbeiterin im Trockenbau, Schwerpunkt Zimmerei, gemacht. Sie war als Einzige ihres Ausbildungsjahrgangs so strebsam, noch ein drittes Lehrjahr für den Schritt zur Holzmechanikerin anzuschließen.

Nachdem sie ihre Gesellenprüfung bis auf einen Teil bereits im Herbst 2012 bestanden hatte, holte sie diesen Part vor wenigen Tagen vor dem Prüfungsausschuss der IHK mit Erfolg nach. Den Ausschuss bildeten in der Jugendwerkstatt in Küps Vorsitzender Andy Büschel sowie Maik Leipold und Dietrich Glodschei.


Fördermittel


Seit vielen Jahren führt das Diakonische Werk mit öffentlicher Förderung der Agentur für Arbeit und des Europäischen Sozialfonds Förder- und Ausbildungsmaßnahmen für Jugendliche mit erhöhtem Unterstützungsbedarf in seinen Jugendwerkstätten Küps und Coburg durch. 2012 wurde auf Grund gesunkener Jugendarbeitslosenzahlen und des Rückgangs der Teilnehmer in den Maßnahmen der Arbeitsbereich verkleinert und zur Jugendwerkstatt Küps-Coburg zusammengefasst.

In Küps werden nun alle Ausbildungen im Holzbereich durchgeführt. Seit 2009 führte der Träger in Coburg ein ESF-Ausbildungsprojekt durch, das Jugendliche dieser Zielgruppe zu Ausbaufacharbeitern im Trockenbau und zu Modenäherinnen ausbildete.


Neuer Ausbildungsberuf


Bei der Konzeption und Installierung des neuen, zweijährigen Ausbildungsberufs in der Jugendwerkstatt hatte die IHK dem Träger mit Rat und Tat zur Seite gestanden. Sie machte es darüber hinaus möglich, für Jugendliche, die ein drittes Lehrjahr zur Vollausbildung Holzmechaniker anschließen wollten, die Trockenbau-Ausbildung auf die dreijährige Ausbildung zum Holzmechaniker anzuerkennen.

Das Diakonische Werk Kronach-Ludwigsstadt/Michelau mit Geschäftsleiterin Karin Pfadenhauer ist deshalb besonders stolz auf seine Auszubildende Sabrina Schuldt, die nach dem Bestehen der Gesellenprüfung zur Holzmechanikerin jetzt über zwei Berufsabschlüsse verfügt.


Eine besondere Chance


Ohne das Ausbildungsprojekt der Jugendwerkstatt, das mit Mitteln aus dem Europäischen Sozialfonds und im vergangenen Jahr mit einer Co-Finanzierung durch den Lions Club Coburg möglich wurde, hätte Sabrina Schuldt nicht die Chance auf einen zusätzlichen Ausbildungsplatz gehabt: Mit der Schule hatte sie auf Kriegsfuß gestanden und diese ohne Abschluss verlassen. Schließlich ist sie nach längerer Arbeitslosigkeit in die Jugendwerkstatt gekommen, wo sie über die einjährige Grundqualifizierungsmaßnahme "Arbeiten und Lernen" wieder Zutrauen zu sich und Stück für Stück auch in ihre Leistungsfähigkeit fand. Sie traute sich zunächst an die Trockenbau-Ausbildung heran, erwarb mit dem Bestehen des Ausbildungsabschlusses Trockenbau auch den Hauptschulabschluss und nahm dann die Herausforderung des Holzmechaniker-Abschlusses an.

Die Jugendliche freut sich, ihr Können schon bald unter Beweis stellen zu können. Sie hat noch am Abend ihrer Prüfung eine Bewerbung losgeschickt, wo just ein Trockenbauer in Kombination auch als Fachkraft im Schreiner-Bereich gesucht wird. Das Ganze war ein wichtiger Prozess für die junge Frau, die inzwischen 25 Jahre alt geworden ist.
Nach aktuellen Zahlen sind derzeit 300 000 Arbeitslose im Alter zwischen 25 und 35 Jahren in Deutschland ohne Ausbildung.

Die Erfahrungen von Sabrina Schuldt und die Unterstützung durch die Jugendwerkstatt zeigen, dass hier durchaus Erfolge möglich sind und die Weichen für eine bessere berufliche Zukunft für die jungen Menschen gestellt werden können.