Insbesondere in Kronach ist er allgegenwärtig und - wie er selbst sagt - so bekannt wie der sprichwörtliche bunte Hund. Bei einer Spende hebt der junggebliebene 85-Jährige zum Dank seinen Zylinder. Er schenkt dem Spender sein entwaffnendes Lächeln und ein von Herzen kommendes "Besten Dank", während er mit der anderen Hand munter weiter orgelt: Die Rede ist vom "Leierkasten-Mo" Horst Frenzel, der seit drei Jahrzehnten bei Wind und Wetter in vielen Städten und auf unzähligen Veranstaltungen alte Weisen erklingen lässt und damit insbesondere für die Lebenshilfe Geld sammelt.


Wie immer mit Frack und Zylinder

Sein Markenzeichen sind Frack und Zylinder - außer im Winter, dann hat er sein Nikolaus-Gewand an: einen roten Mantel mit Kapuze, weiße Handschuhe und einen weißen Bart.
Am Freitag nun wurde dem so liebenswerten "Leierkasten-Mo" für seine außerordentlichen Verdienste um die Lebenshilfe Kronach eine besondere Ehre zuteil: Das 1992 errichtete Wohnheim, in dem auch seine Tochter Sabine lange Jahre lebte, wurde in einer kleinen, sehr bewegenden Feier zum Horst-Frenzel-Haus.
"Wir sind sehr stolz, dass unser Wohnheim diesen Namen tragen darf", freute sich Wohnheimleiterin Julia Böhnlein, die zur Feierstunde viele teilweise von weit her angereiste Familienangehörige und Freunde des "Leierkasten-Mo", aber auch viele Mitglieder der großen Lebenshilfe-Familie begrüßte.
Mit dabei waren natürlich auch die "Kids vom Ring", die einmal mehr mit ihren fröhlichen Liedern und ihrer Lebensfreude alle ansteckten. "Nach langer Zeit, nämlich seit 1992, wollen wir diesem Haus einen Namen geben. Aber nicht irgendeinen Namen, sondern den Namen eines Menschen, der für die Lebenshilfe Kronach seit mehreren Jahrzehnten sehr viel getan hat und noch immer tut. Und das Schöne dabei ist, dass dieser Mensch heute unter uns ist: Horst Frenzel", strahlte Lebenshilfe-Vorstandsmitglied Thomas Rauh, der in einer sehr persönlichen Laudatio Einblick in das Leben von Horst Frenzel und dessen außergewöhnliches Engagement gab. Die Lebenshilfe sei ihm sehr dankbar.


Ein Vorbild in Sachen Menschenliebe

Mit seinem Leierkasten habe er einen charmanten Weg gefunden, um Spenden zu sammeln. "Er bedankt sich für diese Spenden mit der schönen Musik aus der Drehorgel, seiner Freundlichkeit und auch mit guten Gesprächen." Auch Frenzel selbst habe etwas davon: "Es hält ihn jung und fit. Nehmen wir uns Horst Frenzel als Vorbild, damit auch wir - mit unseren Fähigkeiten und Möglichkeiten - Wege finden, dort zu helfen, wo Hilfe benötigt wird", appellierte Rauh an die Zuhörer.
Kronachs Zweite Bürgermeisterin Angela Hofmann (CSU) schloss sich an: "Horst Frenzel ist ein bemerkenswerter Mann, dessen Einsatz Respekt und Anerkennung verdient. Mit seinem Namen verbindet man Nächstenliebe, Fürsorge und Freundlichkeit", würdigte sie den "Leikasten-Mo". Bescheiden wie er ist, verzichtete Horst Frenzel auf eine Ansprache und ließ stattdessen lieber den Leierkasten ertönen. Doch er wollte noch einen besonderen Menschen würdigen: "Ich möchte Renate Döring danken - für alles, was sie für die Lebenshilfe und auch mich getan hat", meinte er und enthüllte unter großem Applaus das neue Schild am Haupteingang des Wohnheims, das jetzt in seinem Namen alle Bewohner und Besucher willkommen heißt.