Der musikalische Gottesdienst in der Laurentiuskirche in Schmölz und ein vollbesetztes Gotteshaus bildeten den passenden Rahmen für zwei Jubiläen: Karl Herzog blickt auf 50 Jahre Organistentätigkeit zurück und Melanie Stengel sitzt seit 20 Jahren an der Orgel. Beide erhielten wohlverdienten Dank und Anerkennung. Der Gospelchor jubilierte, die Posaunen stimmten ins Lob ein, der Flötenchor spielte seinem Leiter zu Ehren. Sogar der ehemalige Pfarrer von Schmölz, Rudolf Ranzenberger, saß unter den Musikern. Er und Herzog spielten zwei Stücke mit Flöte und Orgel zur Freude aller Anwesenden. Melanie Stengel begleitete im Zusammenspiel mit dem Posaunenchor den Gemeindegesang.
Den 15. Oktober 1966 dürfte Karl Herzog nicht vergessen, so Pfarrer Gerald Munzert in seiner Laudatio. Denn da heiratete die Cousine des Organisten, Monika Feick, hier in der Kirche ihren Bernhard. Walter Trenkle stand am Altar und dort oben auf der Orgelbank saß ein 15 Jahre junger Bursche. Er hatte Premiere. Er war aufgeregt.


"Wir haben sogar ein Triumphirat"

Im Kindergarten hat er das Blockflötenspiel erlernt. Gut, dass sein Umfeld damals bemerkt hat, dass der musikalische Junge damit unterfordert ist. Deshalb folgte Akkordeon- und Klavierunterricht und ab 1965 saß er auch an der Orgel. Walter Löffler und Horst Kaminski haben ihm das alles beigebracht. 1974 hat er dann während seines Studiums die Prüfung für den kirchenmusikalischen Dienst an der Hochschule abgelegt. Und knapp 20 Jahre später kam der Staatlich anerkannte Chorleiter dazu. Von 1967 bis1974 war er Organist in Johannisthal und Küps. Ab 1975 Organist und Leiter des Kirchenchores in Weidhausen. Und seitdem hat er Vertretungen übernommen in Schmölz, Kronach, Mitwitz, Gestungshausen, Burggrub, Mainleus und Burgkunstadt. Flötenchor und Sängerlust, Beerdigungschor sind auch zu nennen, bei denen er als Dirigent verantwortlich ist. 50 Jahre kirchenmusikalischer Dienst! Munzert bedankte sich auch im Namen der Gottesdienstbesucher und all derer, die Herzog auf musikalische Weise beschenkt. Es sei ja auch ein Dank an den Schöpfer, der all die Begabungen in den Jubilar hineingelegt hat und die von diesem gepflegt und eingesetzt werden.
Für Melanie Stengel ist das Osterlied "Gelobt sei Gott im höchsten Thron" ein ganz besonderes. Denn das ist der erste Choral, den sie begleitet hat und zwar im Gottesdienst an Christi Himmelfahrt 1996 hier in Schmölz. Das ist jetzt 20 Jahre her. Orgelunterricht hat sie in der Musikschule Küps ab der 1. Klasse an der elektrischen Heimorgel erhalten. Und das hat ihr so gut gefallen, dass sie sich dann während der Präparandenzeit an die Kirchenorgel gewagt hat. Die damalige Pfarrfrau Brigitte Maaß-Arnold hat sie motiviert und begleitet. Sigurd Knopp hat sie dann zur D-Prüfung im Juli 2000 geführt. Aber schon vorher hat sie Gottesdienste aller Art begleitet. Und dann ist sie ziemlich genau vor 17 Jahren hier in Schmölz gelandet. Und natürlich auch in Schneckenlohe und vor allem auch in Theisenort, wo Melanie aufgewachsen ist und ihre Eltern wohnen. Munzert weiß von manchen Kollegen, die suchen müssen, um einen Organisten zu finden, der mit Engagement und Können die Gottesdienste begleitet. "Wir haben hier mit Axel Stumpf zusammen sogar ein Triumphirat. Gelobt sei Gott im höchsten Thron!" red