Für das THW Kronach war am Wochenende ein Glückstag. Denn endlich wurde das neue Gebäude eingeweiht. Im Osten der Stadt hat Investor Alexander Müller direkt neben dem Autohaus Schultz eine 1000 Quadratmeter große Fahrzeughalle sowie ein Verwaltungsgebäude bereit gestellt. Das Verwaltungsgebäude ist 500 Quadratmeter groß, erstreckt sich über zwei Etagen. Endlich gibt es für die Jugendlichen des THW einen eigenen Aufenthaltsraum. Sehr geräumig sind auch die Schulungsräume und die Umkleiden sowie die sanitären Einrichtungen.

Rede: Hans-Peter Friedrich zu Gast beim THW in Kronach by Infranken.de

Tatsächlich war das bisherige Domizil des THW in der Joseph-Haydn-Straße schon lange untragbar. Denn die neuen Fahrzeuge waren zu groß für die Garagen, mussten bei Wind und Wetter draußen geparkt werden. Außerdem stammt das Gebäude noch aus einer Zeit, als keine Frauen beim THW tätig waren. Getrennte sanitäre Einrichtungen? Fehlanzeige. Auch die Jugendlichen hatten keinen Raum. "In Einsatzfällen war die Unfallgefahr einfach viel zu groß, weil alles zu eng war", schilderte der THW-Ortsbeauftragte Frank Hofmann die Situation und ist froh, dass sie nun endlich Geschichte ist.


Erfolgsgeschichte
Denn das THW Kronach legte seit 1976 eine Erfolgsgeschichte hin. Vieles hat sich geändert. Die Rettungsfamilie ist angewachsen, hat sich verstärkt. Derzeit sind beim THW Kronach 120 Ehrenamtliche tätig, davon 30 Jugendliche. Zehn Prozent der Helfer sind Frauen.

Das THW, das im ganzen Bundesgebiet modular aufgebaut ist, hat spezielle Fachgruppen. In Kronach sind die Fachgruppen Wasserschaden und Pumpen sowie Ortung angesiedelt. Doch auch eine Bergungsgruppe und ein Amphibienfahrzeug haben die Kronacher. Das Amphibienfahrzeug hat sich das Kronacher THW selbst beschafft. Und vor allem bei Waldarbeiterunfällen hat es schon oft wichtige Dienste geleistet, zeigt Pressesprecher Hajo Badura das rote Gerät, das so gut wie überall durchkommt.


Gemeinsame Planungen
"Wir waren lange auf der Suche nach einem Grundstück. Dieses Gelände und der Investor Müller waren für uns ein Glücksfall", dankte der THW-Ortsbauftragte Frank Hofmann Müller für die unbürokratische Bereitstellung. Denn nach gemeinsamen Planungen ist der Bau äußerst zügig von statten gegangen. Schon nach zehn Monaten war das Gebäude soweit, dass das THW umziehen konnte.

Der Umzug wiederum war innerhalb von drei Wochen über die Bühne gebracht. "Ihr seid eine starke Truppe. Immer wenn es darum ging, Helfer zu finden, sagten alle: ,Sag nur wann, wir sind dabei'", dankte Hofmann den engagierten Mitstreitern.

Tatsächlich hat das THW bundesweit 80 000 freiwillige Helfer im Einsatz, freute sich Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) über die Hilfsbereitschaft und die "starke Truppe" in Kronach. Das Bundesinnenministerium selbst sorgt für die Ausstattung des THW. "Wir stehen vor großen Herausforderungen der Zukunft", betonte Friedrich und sprach damit den demographischen Wandel an. Dennoch sei es wichtig, Katastrophenschutz und Rettungsdienst auch in Zukunft bundesweit aufrecht zu erhalten.


Keine Konkurrenz
Besonders freute sich der Bundesinnenminister darüber, dass das THW inzwischen keine Konkurrenz mehr zu den Feuerwehren ist, sondern dass die Rettungskräfte zusammengewachsen sind und gemeinsam zum Wohle der Menschen auftreten. "Das, was wir heute erleben, ist die Magie der blauen Stunde - auch bei Tag", sagte Friedrich und freute sich über das neue und zweckmäßige Gebäude.

Groß war die Freude auch bei Landrat Oswald Marr (SPD), Bundestagsabgeordnetem Hans Michelbach (CSU) sowie Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein (FW) über die gelungene Feier. Das Gebäude wurde von Regionaldekan Thomas Teuchgräber und Dekanin Dorothea Richter geweiht.


Zukunftsweisend
Dass das THW nun im Osten Kronachs direkt an der Bundesstraße angesiedelt ist, sei zukunftsweisend, betonte Beiergrößlein. Denn 500 Meter vom THW-Domizil entfernt hat die Stadt auch einen Standort für die Feuerwehr gefunden. Nun hofft der Bürgermeister nur noch darauf, dass auch die neue Atemschutzanlage in Kronach einen Platz finden wird. Auch Kreisbrandrat Joachim Ranzenberger sowie Kreisbereitschaftsleiter Martin Schmidt sprachen Grußworte. Beide lobten die gute Zusammenarbeit mit den "Blauen".

Die Feierlichkeiten gingen am Sonntag in die zweite Runde, denn beim großen Familientag konnten groß und klein das THW-Gelände erkunden. DasTHW hatte mit Hüpfburg und Tretautoparcours für Belustigung gesorgt und gewährte bei spektakulären Vorführungen Einblicke in die Arbeit des THW. Natürlich konnten Interessierte auch die Fahrzeuge und die Ausstattung des THW unter die Lupe nehmen. Und für Livemusik und Leckeres vom Grill sowie aus der Feldküche war auch gesorgt.