Mit dem Dreiakter "Vom Bankrotteur zum Milliardär" gelang den Theaterspielern in Lahm ein echter Knaller. Der arbeitsscheue, aber gewiefte Karle Häfale (Rainer Engelhardt) betreibt mit seiner patenten Ehefrau Emma (Veronika Appel) einen heruntergekommenen Bauernhof. Das Geld reicht hinten und vorne nicht. Trotzdem träumt Emma von einer Finca auf Mallorca. Gerade als wieder einmal Frau Wucherer (Claudia Beitzinger), eine total gestresste, unverheiratete "Raubritterin" vom "Finanzierungsamt", die fälligen Steuerschulden eintreiben will, fällt auch noch der alte Trecker aus. Die Lage erscheint hoffnungslos ...

Nach einem Jahr Pause nahm sich die Schauspielerriege aus Hesselbach und Lahm heuer der turbulenten und mit grandiosen Wortschöpfungen gespickten Komödie "Vom Bankrotteur zum Milliardär" oder "Eine Bomben-Geschäftsidee" von Rainer Schrade an. Darin möchte der freundliche, wenngleich etwas angeberische Nachbar-"Diplomwirtschaftsbachel" Andy (Daniel Eidelloth) mit seinen "Hirnblähungen" den Bauersleuten gerne helfen, den Hof wieder auf Vordermann zu bringen - auch weil er es auf deren hübsche, aber etwas dümmliche Tochter abgesehen hat.

Von der "Intelligenz-Koalition" und der "Fäkalienkompostieranlage"

Für "Brust rein, Bauch raus" Dolly (Linda Haase), die trotz hoher "Intelligenz-Koalition" leichte Schwierigkeiten mit Fremdwörtern hat, ist die Zukunft des elterlichen Betriebs jedoch Nebensache. Sie träumt von einer Karriere als Model oder Designerin bei "Germany's bestes Topmodel" oder als Sängerin bei "Deutschland sucht den Suppenstar".

Als der wohlhabende Großstadt-Manager Schlapper-Rammelmann (Alexander Hoderlein) nach einer Kollision mit "Hugo" - bester Zuchtgockel des Hofes mit Weckruf-Funktion für ganz Loohm - mit seinem Maybach in Häfales "Fäkalienkompostieranlage" landet, hat Andy eine Bomben-Geschäftsidee. Schlapper-Rammelmann war auf dem Rückweg von einem Manager-Selbstfindungsseminar. Solche Seminare für angehende Führungskräfte will der angehende Schwiegersohn jetzt auf dem Hof organisieren.

Karle willigt zögernd in die Idee ein, die sich dann tatsächlich als äußerst gewinnbringend herausstellt. Die Managerseminare laufen ausgezeichnet; das Geld fließt im Strömen. Doch der schlitzohrige Bauer mit der wachsenden "Lebensmittelschwangerschaft" denkt gar nicht daran, sein Nebengewerbe dem Finanzamt zu melden ...

Fit mit "Bauern-Reching"

Bereits in den ersten beiden Aufführungen am Freitag und Samstag hatte die Lachmuskulatur der begeisterten Zuschauer im Lahmer Jugendheim Schwerstarbeit zu leisten. Das Publikum lachte Tränen über die immer verrückter werdenden Körperertüchtigungs-Maßnahmen des cleveren Bauern, um den reichen Städtern mit "Bauern-Reching" oder "Erdäpflsuche auf freiem Feld" das Geld aus der Tasche zu ziehen. Damit kommt nicht nur die Ernte ganz ohne Traktor in die Scheune, sondern gleichzeitig immer mehr Schwarzgeld in sein Keksdosen-Geheimversteck.

Häfales Aufstieg in die High Society spiegelt sich auch in der von Akt zu Akt protziger werdende Bauernstube wie auch der Kleidung der Bauersleute wider. So kommt es, wie es kommen muss: Die "Steuerjägerin" schöpft Verdacht - und Dolly verursacht mit ihren dauernden Verwechslungen und dem Durcheinanderbringen von Fremdwörtern noch mehr Chaos ...

Alles wird noch nicht verraten

Wer wissen möchte, ob die Bauersleute am Ende hinter schwedischen Gardinen landen oder doch noch einigermaßen unbeschadet aus der Sache kommen, der sollte sich eine der letzten beiden Vorstellungen am kommenden Freitag und Samstag nicht entgehen lassen. Karten sind noch in begrenzter Anzahl erhältlich.

Alle Besucher werden für ihr Kommen mit einem wunderbar spritzigen Theaterabend mit einer famos aufspielenden Darstellerriege belohnt, der unter der Regie von Monika Wachter die witzigen Zungenbrecher-Wortspiele und Verdreher-Begriffe gekonnt über die Lippen gingen. Dabei scheuen die Darsteller auch nicht davor zurück, in quietschbunten Outfits über die Bühne zu schreiten oder gar die Hosen fallen zu lassen. Mehr wird an dieser Stelle nicht verraten - und auch nicht, warum die liebe Heidi Klum am Ende bei Dolly anruft.

Restkarten

Einzelne Restkarten sind im Vorverkauf im Pfarrbüro St. Ägidius (Donnerstag, 18 bis 19 Uhr) erhältlich. Sie können zudem telefonisch unter 09260/292 reserviert werden.