"Es ist so toll hier, weil mir meine Materialien so zur Verfügung gestellt wurden, wie ich sie mir gewünscht habe!" Klaus Behr aus München ist begeistert von der Organisation und der Möglichkeit, am 19. Symposium HolzART im Frankenwald teilnehmen zu dürfen. Denn jeder Künstler hat, laut Behr, bestimmte Wünsche und es gebe nichts Besseres, als sich nicht an Materialvorgaben halten zu müssen.

"Kein Baum soll umsonst sterben", und deswegen wolle er alle Teile des Baumes zu einem Kunstwerk verarbeiten und so gut wie keinen Verschnitt erzeugen. So versucht der Künstler, in Steinwiesen ökonomische und ökologische Verschmelzungen zu produzieren.
Ebenso sagt er, solle man die Spannung zwischen Material und Kunst in seinen Skulpturen sehen.


"Der Moment des Versuchs"

Aus einem 5,50 Meter langem Pappelholzstamm will Georg Brinkies in Marktrodach eine Treppe fertigen. Rund 70 Arbeitsstunden, schätzt der Künstler, werde er vermutlich für sein Kunstwerk benötigen. Dieses soll an die Kronacher Festungsmauer gelehnt werden, aber er sagt, für ihn sei eine Treppe viel mehr als nur eine Treppe: "Es geht um den Moment des Versuchs", weil die Stufen auch wackeln könnten, instabil sein und zusammenbrechen könnten. Das aber zähle für den Holzbildhauer nicht, denn für ihn sei nur der "poetische Moment" wichtig.


Weit weg von der Natur

Von den zu Beginn vorhandenen 800 Kilogramm wird am Ende nicht mehr viel übrig sein, denn Detlef Rohrbach will zwar die Außenform des Stamms erhalten, die Innenform aber aufbrechen: Dieses filigrane Gerüst soll am Ende nur noch 40 Kilogramm schwer sein. Er möchte damit dem Publikum ermöglichen, "in das Innenleben hineinzusehen". "Ich will eine Form schaffen, die ganz weit weg ist von der Natur, die aber trotzdem ihre Lebendigkeit und Natürlichkeit bewahrt", sagt Detlef Rohrbach über seine eigene Arbeit.


Reine Muskelkraft

Lediglich mit Axt, Stemmeisen und Klüpfel arbeitet Volker Ullenboom in Nordhalben. Er muss "mit dem Holz zusammenarbeiten", deswegen vermeidet er Motorsägen, da diese - seiner Meinung nach - dem Holz "eine Richtung aufzwingen würden, die er, also der Baum, eventuell nicht mag". Deshalb musste Ullenboom auch seine ursprünglichen Pläne überdenken, da sein Baumstamm sich lieber längs arbeiten ließ und das nicht mit den Plänen des Künstlers übereinstimmte.


Eine geniale Ameise

Gentechnik ist besonders in heutiger Zeit ein stark umstrittenes Thema: Genau deswegen möchte Urban Stark noch mehr zum Nachdenken anregen. Das Thema der Gentechnik greift der Künstler in einer vergrößerten Darstellung einer Ameise auf: "Ingenious Ant", also die geniale Ameise, hat ihn durch den Wortfetzen "gen" zu seiner Arbeit inspiriert.