Die Sonne strahlte und die "Fans" warteten vor dem Gasthof "Ponyhof" auf Ilse Aigner. "Man hätte die Veranstaltung eine halbe Stunde später anberaumen sollen, vielleicht wäre dann der eine oder andere Landwirt noch dazugekommen", meinte ein Besucher. Schließlich - nach 30-minütiger Verspätung - war es soweit. Frisch und munter stieg die Bundesministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz aus ihrem Dienstwagen. Sie schüttelte zahlreiche Hände. Es gab Umarmungen und herzliche Worte.

Zwei Tage sei sie im Frankenland gewesen, sagte Aigner, und sie habe diese Zeit sehr genossen. "Es ist eine wunderbare Gegend, und die Menschen sind so bodenständig." Spätestens nachdem Bezirkstagskandidat Oliver Schwämmlein ihr Textrollen mit dem Franken- und Oberfrankenlied geschenkt und sie das Frankenlied mitgesungen hatte, waren ihr die Sympathien im Saal sicher.

"Eine sehr gute Rede"

"Es war eine sehr gute Rede, und Ilse Aigner ist eine gute Ministerin", lobte BBV-Kreisobmann Erwin Schwarz unter anderem ihr Wirken in Brüssel. "Schade, dass sie als Agrarministerin aufhört. Ich habe mich gut vertreten gefühlt", bedauerte Kreisbäuerin Rosa Zehnter. "Wir werden Dich in Berlin vermissen", betonte MdB Hans Michelbach.

Aigner warb für ihre Partei, man merkte, es stehen Wahlen an. "Keiner kann es besser!" oder "Die Politik muss vernünftige Rahmenbedingungen schaffen, und da ist es ein Unterschied, wer regiert", war zu hören. Als Errungenschaften nannte sie die Stärkung der Wirtschaft, Steuereinnahmen und ein durchlässiges Bildungssystem. Eine Besteuerung von Jungunternehmern, die den elterlichen Betrieb übernehmen wollen, lehnte sie kategorisch ab. In ihrer Rede kamen aber auch Dankbarkeit, die Achtung vor der Schöpfung und die Aufforderung zum verantwortungsvollen Umgang mit der Natur und der Nahrung zum Ausdruck.

Besser mit Nahrung umgehen

Das Wort "Selbstverständlichkeit" zog sich wie ein Faden durch ihre Ausführungen: "Dass wir in einem sicheren Land wohnen, Meinungs- und Wahlfreiheit haben, seit über 60 Jahren in keine kriegerischen Auseinandersetzungen verwickelt waren, dass wir ausreichend Lebensmittel haben, das ist keine Selbstverständlichkeit."
Die aus Oberbayern stammende Ministerin forderte die Anwesenden zu einem maßvollen Umgang mit der Nahrung auf. Elf Millionen Tonnen Lebensmittel würden pro Jahr in Deutschland "weggeschmissen".

Aigner sei durchaus bewusst, dass viele Bürger ein geringes Einkommen haben. Jeder sollte aber darüber nachdenken, bewusster und mehr bei heimischen Anbietern einzukaufen, "sonst haben wir in einigen Jahren in den Dörfern keine Bäcker und Metzger mehr".

Bezüglich der Landwirtschaft und Brüssel wies die Ministerin darauf hin, dass es ihr immer ein Anliegen gewesen sei, kleinere und mittlere Betriebe zu unterstützen sowie nachhaltige Rahmenbedingungen zu schaffen, die den Landwirten in den nächsten Jahren Planungssicherheit gewährleisten. Sie sprach aber auch die Problematik an, dass es auf Grund der unterschiedlichen Agrarstrukturen und klimatischer Unterschiede in den europäischen Ländern nicht immer einfach sei, die nationalen Interessen durchzusetzen.

Hochwasser und Flächenstilllegungen

Unverständnis war aus ihrer Stimme zu hören, als Journalisten nach dem jüngsten Hochwasser fragten, ob denn nun die Lebensmittelpreise steigen würden. "Hier waren drei Prozent der Flächen betroffen, wenn aber sieben Prozent der Flächen stillgelegt werden, fragt keiner danach!"

Auch MdB Hans Michelbach zog ein positives Resümee. Er sprach von der geringsten Arbeitslosenquote seit der Wende, von Herausforderungen und von der Schaffung gleichwertiger Lebensbedingungen. Applaus bekam er, als er die Landeshauptstadt als "schick und arm" sowie beim Länderfinanzausgleich als von Bayern abhängig bezeichnete.

Landtagskandidat Jürgen Baumgärtner sprach von Fehlern in der Vergangenheit. Es gehe jetzt aber nicht um Schuldzuweisungen, sondern darum, wichtige Investitionen in Infrastruktur und Innovationen durchzuführen.
Er sprach von einer Region, die Nachholbedarf habe. Und er vertrat die Auffassung: "Es gibt in Bayern keine bessere Partei als die CSU!"