Die Planungen für das Burghotel Lauenstein liegen auf Eis. Das bestätigte der Investor Bernd Holzmann auf Anfrage. Der Grund: Unter dem Parkplatz, auf dem der Neubau des Burghotels geplant ist, soll sich ein Bodendenkmal befinden. Das Landesamt für Denkmalpflege zweifelt nun die grundsätzliche Bebaubarkeit mit einem Hotel an.

Für den Investor Bernd Holzmann ist das eine böse Überraschung. Er hat bereits rund 180.000 Euro in Planungen, davon 35.000 Euro in ein Bodengutachten investiert. Fakt sei, so Holzmann, dass bei den Bohrungen im Zuge der Erstellung des Bodengutachtens ein mit Bauschutt verfüllter Keller gefunden wurde.

Er sei bis Freitag der Meinung gewesen, dass die zuständigen Mitarbeiter der Bayerischen Seen- und Schlösserverwaltung eine grundsätzliche Bebaubarkeit der Fläche geklärt hätten.
Erst vergangene Woche habe er ein Raumprogramm erstellen lassen.

Unverständnis und auch eine gewisse Resignation ist seinen Worten zu entnehmen. "Man kämpft gegen Windmühlen". Es ist noch nicht lange her, als nach vielen Verhandlungen, Gesprächen und auch politischem Einfluss der Erbbaurechtsvertrag zwischen der Schlösserverwaltung und Holzmann geschlossen wurde.

Eine Schlacht gewonnen

Damals, am 30. April 2013, sprach der Unternehmer davon: "Ich habe eine Schlacht gewonnen, aber nicht den Krieg!" Dennoch war er gute Dinge. Denn in den teilweise zäh geführten Verhandlungen sind auch viele Details besprochen worden. Es wurde der Bayerischen Schlösserverwaltung ein gewisses Mitspracherecht eingeräumt.

Zudem waren sich beide Parteien einig, dass Vertreter der Bayerischen Seen- und Schlösserverwaltung die Einbindung des Burghotels mit verfolgen und vor Ort auf die Einhaltung der Richtlinien des Denkmalschutzes achten können. Mittlerweile seien auch mehrere konstruktive Gespräche mit der der Stadt Ludwigsstadt und der Regierung von Oberfranken zum Thema "Burghotel" geführt worden.

Er habe jetzt nach den vielen Terminen, Schriftverkehr und Gesprächen nicht mehr damit gerechnet, dass das Landesamt für Denkmalpflege eine grundsätzliche Bebaubarkeit durch das Hotel anzweifeln könnte. "Hätte ich das gewusst, hätte ich keinen Vertrag unterschrieben!" Und wie geht es nun weiter? Wie zu erfahren war, wird Holzmann der Weiterführung der Planungen nur dann zustimmen können, wenn sich das Landesamt klar positioniert. Momentan schließt er nicht aus, dass bestimmte Mitarbeiter aus der Schlösserverwaltung dieses Projekt verhindern wollen.

Seitens des Landesamts für Denkmalpflege kam am Dienstag trotz mehrmaliger Anrufversuche und E-Mails keine Antwort beziehungsweise Stellungnahme.

Einvernehmliche Lösung

Aus der Bayerischen Schlösserverwaltung war zu hören, dass das Projekt eine heikle Sache sei. Der Pressesprecher verwies auf das Bayerische Finanzministerium. Auch da scheiterten mehrmalige Versuche einer Stellungnahme. Am späteren Nachmittag wurde die Anfrage lediglich damit beantwortet, dass der Erbbaurechtsvertrag mit dem Investor am 30. April notariell beurkundet wurde. Auf der Grundlage der Überlegungen von Holzmann zur Errichtung eines Hotels im Burgensemble Lauenstein werde derzeit in Zusammenarbeit mit der Bayerischen Schlösserverwaltung, dem Landesamt für Denkmalpflege und der Regierung von Oberfranken eine einvernehmliche Lösung erarbeitet.

Die Regierung von Oberfranken stehe dem Projekt "Burghotel" wohlwollend gegenüber, so Pressesprecherin Corinna Boerner. Beim Burghotel sei die Regierung lediglich im Hinblick auf Fördermöglichkeiten befasst und unterstütze die Stadt Ludwigsstadt in Bezug auf die förmliche Festlegung eines Sanierungsgebiets in Lauenstein. Bisher, so Boerner, lägen der Regierung keine Erkenntnisse vor, die an der grundsätzlichen Bebaubarkeit des Grundstücks zweifeln ließen. Zuversichtlich, dass es mit dem Burghotel weiter geht, ist Bürgermeister Timo Erhardt (SPD). Bisher hätten sich viele für das Burghotel mit eingebracht. Ihnen gilt sein Dank. Nicht zuletzt auf Grund dessen und dass schon einiges für das Burghotel bewegt werden konnte, geht er davon, dass der Neubau des Hotels auch zum Tragen kommen wird.

Die Entwicklung in Sachen Burghotel

Schließung Das Burghotel wurde zum 31. Dezember 2007 geschlossen. Im Januar 2009 war Staatssekretär Franz Pschierer vom Bayerischen Staatsministerium der Finanzen auf Burg Lauenstein. Er hielt eine verstärkte touristische Vermarktung für notwendig und sicherte die Unterstützung seines Ministeriums zu.

Studie Im Juli 2009 wurden die vom Landkreis Kronach, der Stadt Ludwigsstadt sowie der Bayerischen Schlösserverwaltung in Auftrag gegebene Studie zur Nutzung des Burghotels und die damit verbundenen Kosten vorgestellt. Erarbeitet hatte diese das Wirtschaftswissenschaftliche Institut für Fremdenverkehr der Universität München. Darin war von Investitionen in Höhe von 3,6 Millionen Euro die Rede.

Investor Anfang 2011 wurde es offiziell, dass der Kronacher Unternehmer Bernd Holzmann das Burghotel wieder beleben wolle. Seitdem gab es viele Verhandlungen, Gespräche und mitunter auch einige Rückschläge.

Politik Vor allem im vergangenen Jahr war es, als sich die politischen Parteien aller Gruppierungen mit einschalteten und sich für die Wiederbelebung des Burghotels aussprachen. Auch der Landtag hat sich einstimmig für die Wiederbelebung des Burghotels Bernd Holz ausgesprochen. Noch im Jahr 2012 konnte MdL Christa Steiger die Nachricht an Bürgermeister Timo Ehrhardt übermitteln, dass der Freistaat für die Jahre 2012/2013 2,75 Millionen Euro für die Sanierung des Burghotels zur Verfügung stellt.

Notartermin Am 30. April wurde schließlich der Erbbaurechtsvertrag zwischen der Bayerischen Schlösserverrwaltung und Bernd Holzmann besiegelt. Der Spatenstich war für 2014 geplant. Man ging von einer 18-monatigen Bauphase aus. Das Burghotel Lauenstein befindet sich seit dem Jahr 1962 im Besitz der Bayerischen Seen- und Schlösserverwaltung.

Zuschüsse Die Kronacher SPD-Angeordnete Christa Steiger konnte der Stadt Ludwigsstadt mitteilen, dass im Doppelhaushalt 2012/13 Mittel für das Burghotel Lauenstein eingestellt wurden. Der Bewilligungsrahmen für Sanierung und Umbauten im Gastronomie- und Hotelbereich einschließlich der Verbesserung des Besucherservices beträgt laut Haushaltsentwurf für die Schlösser- und seenverwaltung des Freistaats Bayern ungefähr 2,75 Millionen Euro.