Sie sticht sofort ins Auge. Keine Frage: Die dreiteilige - gleich am Eingang des herrlich gelegenen Golfareals aufgestellte - Skulpturengruppe hat hier ihren optimalen Platz gefunden. Bis in den Herbst hinein können die außergewöhnlichen Kunstwerke den Golfern beim Einspielen im Übungsbereich - der "Driving Range" - über die Schulter schauen - und auch vom Clubheim aus sind sie gut sichtbar.


Großer Zuspruch

"Wir freuen uns sehr, dass auch heuer wieder die HolzART unsere Golfanlage besucht", bekunden Seniors-Captain Pauli Meusel sowie Vize-Präsident Joachim Hofmann des Clubs. Nachdem bereits im vergangenen Jahr die ausgestellten Holzskulpturen von der Bildhauerin Judith Franke aus Wurzbach auf großen Zuspruch der Besucher gestoßen waren, zieren das Areal nun heuer aussagekräftige Exponate von Klaus Behr.
Seitens des Golfclubs Kronach Gut Nagel hoffe man, dass aus dem "Besuch" der HolzART eine Tradition entstehen könne.


Vielseitiger Künstler

Mit Klaus Behr konnte man - freute sich Ingo Cesaro, Vorsitzender der Regionalen Kunstförderung Kronach e.V. - einen höchst vielseitigen Künstler für die Ausstellung gewinnen. Bekannt gerade auch durch seine teilweise schon einmal acht Meter hohen Skulpturen aus Stahl oder Stein, verstehe er sich meisterhaft auf das Bearbeiten verschiedenster Materialien - so auch auf Holz. "Die ausgestellte dreiteilige Skulpturengruppe entstand 2015 bei der HolzART XIX auf dem Parkplatz des Aparthotels Frankenwald in Steinwiesen", so der Organisator und Initiator des einzigen internationalen Kunstprojekts im Landkreis Kronach, der HolzART. Bereits bei der damaligen Erlebnis-Ausstellung am Fuße der Festung Rosenberg habe diese starke Beachtung gefunden. "Klaus Behr ist ein Künstler, der sehr spontan und kraftvoll arbeitet. Eines seiner Markenzeichen ist, dass er das Holz komplett nutzt und überaus ökonomisch arbeitet", würdigte Cesaro. So seien die Skulpturen aus lediglich zwei Stämmen entstanden. "Sparsam" gehe er auch mit der Farbe um.


Aus Pappelholz

Die in Nagel zu sehenden Kunstwerke schuf der über ein außergewöhnliches Naturverständnis verfügende Künstler aus Pappelholz, von dessen prägnantem Holzbild eine ganz eigene, riesige Anziehungskraft ausgeht. Wie Cesaro erklärte, färbe sich Pappelholz zunächst schwarz, dann silbergrau, bevor es schließlich wieder heller werde. Das Holz werde vom Künstler nicht großartig bearbeitet. Vielmehr beziehe dieser die charakteristischen Eigenarten des Materials wie Risse des "arbeitenden" Holzes mit ein. Deutlich sichtbar wird dies insbesondere bei der Skulpturengruppe "Getrennt", bei dem der Stamm gerissen ist. Zu sehen sind weiter das weiße Skulpturenpaar "Männlich - Weiblich" sowie das rote mit dem Titel "Verliebt?" Gemein sind den Kunstwerken in ihrer geschlängelten Linienform, dass sie sich auf die entscheidenden Formen konzentrieren und in ihrer auf geometrische Elemente reduzierten Formensprache sehr minimalistisch gehalten sind - auch dies ein besonders Kennzeichen des Künstlers, dessen Werke einen immensen Wiedererkennungswert haben. Die Skulpturen stehen auf den dafür verarbeiteten Baumstamm.

"Mein Grundgedanke gilt immer zunächst dem leeren Raum, denn dieser sollte konsequenter Weise als integrierter Bestandteil naturellen Volumens genutzt werden. Um einem Raum etwas zu geben, sollte man wissen oder danach suchen, was ihm fehlt. Die Entwicklung meiner Arbeiten beruht auf der vitalen Gegensätzlichkeit und der Dynamik von Masse und Leere, Innen- und Außenvolumen, positiven und negativen Formen", heißt es auf der Homepage des Künstlers. Zielsetzung seines Schaffens sei es, nackte, abstrakte Konturensprache in bildhauerischer Weise zu übersetzen, um die Vitalität und das Sein der Natur zu veranschaulichen. Der Rhythmus der Skulptur und die Strenge seiner Formensprache würden in einem plastischen Element vereint - ein Spiegelbild des Lebens zwischen Mensch und Technik, zwischen Ökologie und Ökonomie.

Die sehr authentischen Skulpturen, die auch erworben werden können, sind natürlich nicht nur für Golfer, sondern für alle Kunstliebhaber einen Besuch wert. Gleichzeitig bilden sie eine schöne Einstimmung auf das Kunstprojekt HolzART XX, das heuer vom 27. Juni bis 10. Juli in seine 20. Runde geht und damit ein schönes Jubiläum feiern kann.