Es soll ein stadttypisches Gericht werden, zur Steigerung des Bekanntheitsgrades von Kronach beitragen und es soll an die Geschichte - genauer an die Zeit der Belagerung der Kreisstadt durch die Schweden - erinnern. Am Mittwochabend wurde das "Schäufela der Kroniche Housnkuh" vom Konsul des "Schäufela Konsulates Oberfranken", Alexander Böhm, im Brauhaus "'s Antla" getestet.

Die Idee für dieses "Kronacher Nationalgericht" kam von Stadtvogt Götz und Viertelmeister Markus Steller.
Es sollte ein typisches fränkisches Traditionsgericht mit einer Verbindung zur "Housnkuh" und der Historie Rechnung getragen werden, erzählt Götz. Damals, während des 30-jährigen Krieges sei der Hase die Nahrungsgrundlage für die Menschen in der Oberen Stadt gewesen. Den Hasen war es auch mit zu verdanken, dass die Schweden nach der dreimaligen Belagerung der Festung endlich von dannen zogen. In diesem Zusammenhang spricht der Stadtvogt davon, dass die Kronacher die Hasen auf der Stadtmauer herum hoppeln ließen und somit die Schweden täuschten. Diese glaubten nämlich, dass die Kronacher noch Mengen an Vorrat auf ihrer Festung hätten und somit auch in der Lage sein würden, noch lange Zeit der Belagerung stand zu halten.


Hase statt Schwein



"Das Schäufela der Housnkuh" besteht daher nicht wie üblich aus einer Schweine- sondern aus einer Hasenschulter mit einer Senfzwiebelkruste. Der Koch vom Brauhaus "'s Antla", Markus Steller, hat dieses Gericht kreiert.

Insgesamt elfmal habe er zusammen mit seinem Kollegen Michael Bauer das Gericht getestet, bis er mit dem Geschmack zufrieden gewesen sei. Zuerst habe er Wein mit verwendet, dann verschiedene Sorten von Bier, bis er endlich den richtigen Gerstensaft gefunden habe. "Bier passt besser zur ,Kroniche Housnkuh‘ als Wein", erklärt er. Das Rezept will Markus Steller aber nicht preisgeben.

Als der Stadtvogt Hans Götz den Konsul des Clubs "Schäufela Konsulat Oberfranken", Alexander Böhm, bat, das "Schäufela der Housnkuh" zu testen, sagte dieser spontan zu. Und er war begeistert. "Das Gericht ist durchaus zu empfehlen und hat einen festen Platz auf der Speisekarte verdient", so sein Fazit. Allerdings, so Alexander Böhm, würde er statt Kartoffeln und grüner Bohnen, Klöße mit Soße als Beilage bevorzugen. Markus Steller versprach, darüber nachzudenken.


Das "Schäufela Konsulat Oberfranken"



Das "Schäufela Konsulat Oberfranken" ist ein Club mit 24 Personen. Er wurde erst im vergangenen Jahr gegründet. Es sei eine spontane Idee gewesen, erzählt Alexander Böhm. Damals saßen einige Personen in der Radspitzeinkehr Mittelberg/Marktrodach. Zufällig kristallisierte sich heraus, dass alle "Schäufela-Liebhaber" waren. Also wurde der Club aus der Taufe gehoben. Ziele sind, das "Fränkische Schäufele zu fördern" und die fränkische Lebensart zu pflegen.