Der Saal des Kulturhauses erstrahlt in schönen warmen Farben und einem geschmackvollen Mobiliar - ebenso wie der neue Ausschankbereich mit moderner Theke. Die Sanitäranlagen wurden erneuert; Türen und Fenster ausgetauscht. Das Gebäude erhielt einen neuen Außenputz. Eine sonnige Terrasse lädt zum Verweilen ein. Die geräumige Küche lässt keine Wünsche offen. Und da ist auch noch das wunderschöne im Jahre 1964 von Künstler Hubert Weber gestaltete Wandbild der Schöpfungsgeschichte, das die Besucher beim Eintreten willkommen heißt.

Das ehemalige Hainer Schulhaus ist zum Kulturhaus geworden. Die Freude und der Stolz über die gelungene Rundumerneuerung standen den Verantwortlichen bei der offiziellen Einweihung am Samstag ins Gesicht geschrieben. "Wir haben wahrlich viel Grund zum Feiern", sagte der Küpser Bürgermeister Bernd Rebhan, als er die vielen Gäste im Herzstück der Begegnungsstätte, dem erweiterten Saal, willkommen hieß. Wie Rebhan ausführte, sei das Gebäude 1964 von der damals noch selbstständigen Gemeinde Hain errichtet worden. Fünf Jahre beherbergte es die Schule in Hain, bis diese 1969 aufgelöst wurde. Seit 1972 ist Hain Ortsteil des Marktes Küps. "Das jetzige Kulturhaus hat in den vergangenen Jahrzehnten immer mehr an Bedeutung gewonnen, zumal die Gasthäuser geschlossen haben", zeigte er sich sicher. Zugleich sei aber auch der Sanierungsbedarf immer offensichtlicher geworden. Sein Dank galt allen, die das Gebäude nun nach über 50 Jahren im neuen Glanz erstrahlen ließen.


Der Zahn der Zeit

Vieles über die Hintergründe der Umbau- und Sanierungsmaßnahme wusste Marktgemeinderat Gerhard Sesselmann zu erzählen. Nach der Eingemeindung sei das ehemalige Schulhaus den Hainer Vereinen zur Verfügung gestellt worden. In den letzten Jahren habe stark der Zahn der Zeit am Gebäude - insbesondere auch an den Toiletten, den "50 Shades of Yellow" - genagt, zumal nur kleinere Verbesserungen erfolgt waren. Bereits am 16. Dezember 2011 stellten die Hainer Vereine den Antrag auf Generalsanierung. Dem stimmte der Marktgemeinderat nach zahlreichen Abstimmungen und Gesprächen am 27. Januar 2015 zu. Hierfür dankte er dem Gremium mit dem damaligen Bürgermeister Herbert Schneider sowie dessen Nachfolger Bernd Rebhan.

Zahlen, Daten, Fakten nannte "Bauleiter" Markus Renner. Nachdem die erste Kostenschätzung mit 311.000 Euro zu teuer gewesen sei, habe man einiges streichen müssen. Zudem habe man mit möglichst viel Eigenleistung die Kosten gedrückt. So begann man mit einem Ausgangspunkt von 237.800 Euro. Die Arbeiten starteten am 8. Mai 2015 mit Ausräum- sowie Abbrucharbeiten, wobei einige "Riesengeräte" zum Einsatz gekommen seien. "Es gab kein Halten mehr", sagte er schmunzelnd. Einige bauliche Gegebenheiten hätten sich durchaus als widerspenstig erwiesen, was man aber gemeinsam bewältigt habe. Danach habe man den Ausschank geplant sowie die Küche mit dem kleinen Lager dahinter. Sehr umsichtig sei man mit dem Wandgemälde von Hubert Weber umgegangen. Ab Dezember 2015 ging man die Farb- und Raumgestaltung an sowie im Februar 2016 den Einbau der neuen Küche. "Nach einer Zwischenkalkulation waren wir sehr gut im Budget und hatten noch circa 40.000 Euro noch zur Verfügung", blickte Markus Renner zurück. Deshalb habe man verschiedene Posten, die man eingangs gestrichen hatte, doch verwirklichen können - so unter anderem neues Mobiliar, eine Terrasse, einen Außenputz sowie die Pflasterung im Eingangsbereich. Dies wurde von April bis Oktober 2016 realisiert. Mit den Gesamtkosten von 243.500 Euro schafften die Hainer eine Punktlandung. Hierfür wurden über die zwei Jahre verteilt insgesamt 3385 Stunden von einem Kern von zehn bis 15 Ehrenamtlichen geleistet.


Den Segen Gottes erbeten

Mit sorgsam ausgewählten Worten erbat Pfarrer Reinhold König den Segen Gottes für das Gebäude sowie alle, die darin ein- und ausgehen. Der Kontakt mit anderen Menschen werde immer weniger und deshalb seien Orte der Begegnung - wie die Kirche oder auch das Kulturhaus - so wichtig.

Bei der offiziellen Übergabe lobte der Bürgermeister die große Eigeninitiative in vielen Gemeindeteilen von Küps, in denen Bürger tatkräftig Hand anlegten. Sein Dank galt den vielen Ehrenamtlichen in Hain wie auch seinen Mitarbeitern in der Verwaltung und im Bauhof. Der Markt Küps habe die Maßnahme bei der Heizungs- beziehungsweise Sanitärinstallation und bei den Kanalarbeiten unterstützt. "Wir haben viel mehr geschafft als ursprünglich gedacht", lobte er die Schnelligkeit, den Gemeinschaftsgeist und die Kompromissbereitschaft der Ehrenamtlichen. Lob hatte er auch für Kreisheimatpfleger Dr. Robert Wachter, der sich sehr für den Erhalt des Wandbildes eingesetzt habe. Erich Reis, Vorsitzender der Feuerwehr Hain, dankte namens der Vereinsgemeinschaft, den Baufirmen sowie dem Planer Alexander Hempfling.