Immer wieder tauchen Stammtisch-Fußballmannschaften auf, bilden sich Hobby-Sportgruppen. Einige Zeit lang trainieren sie, nehmen sie an Turnieren teil, mit den Jahren aber verschwinden sie wieder von der Bildfläche. Obwohl nach 37 Jahren bei den Sportfreunden Kreuzberg Kronach bereits die "dritte Generation" auf dem Platz steht, ist diese Zerfallserscheinung an dem Hobby-Fußballverein vorbeigegangen. Ein Grund dafür ist sicher, dass neben den jungen Spielern immer noch die Urgesteine auf und neben dem Platz ein Auge auf ihren Club haben.

Nicht wegzudenken sind etwa die Titz-Brüder Matthias und Rainer. Beide waren Gründungsmitglieder der Hobbymannschaft (1975) wie auch 1984 des eingetragenen Vereins. "Die Wurzeln unseres Vereins reichen bis in die 60er Jahre zurück", erinnert sich Matthias Titz an die Anfänge. In dieser "entschleunigteren Zeit" sei der Straßenfußball überall angesagt gewesen. "Er war ein kostenloses Freizeiterlebnis für uns als Jugendliche und Heranwachsende."


Plötzlich rückten Bagger an



Auf dem Gaz in Kronach - heute etwa im Bereich Max-Reger-Straße/Innerer Ring - fanden die jungen Leute ebene Wiesen, die perfekt für das Fußballspielen waren. "Etwa 1968 hatten wir uns einen kleinen ,Sportplatz‘ angelegt", beschreibt Titz diese Zeit. "Allerdings hatte die Sache einen Haken. Genau an dieser Stelle rückte 1970 zu unser aller Entsetzen schweres Baugerät an." Mit langen Gesichtern beobachteten die Freizeitsportler, wie die Baugrube für den "Mississippi-Dampfer" ausgehoben wurde.

Die Vertreibung aus ihrem kleinen Fußball-Paradies sollte aber zu einer ungeahnten Entwicklung führen. Da im Bereich des Inneren und Äußeren Rings Zug um Zug mit der weiteren Bebauung zu rechnen war, schauten sich die jungen Leute auf dem Kreuzberg nach einer neuen Trainingsmöglichkeit um. "Wie sich aus heutiger Sichtweise feststellen lässt, war es wohl die richtige Entscheidung."

So pachteten die Freizeitkicker nach einiger Zeit ein Gelände auf dem Berg, der ihnen später ihren Namen geben sollte. Und heute noch sind sie in der warmen Jahreszeit dort, in der Nähe des Ottenhofs, beim Training zu finden. Solange es allerdings draußen zu kalt ist, spielen die Kreuzbergler in der Berufsschul- und der Schulzentrumshalle der Kreisstadt.


Neue Mitglieder gewonnen



Der Vorsitzende des Vereins, Hardy Hanuschke, ist mit der Entwicklung der Sportfreunde über die lange Zeit hinweg ebenfalls sehr zufrieden. "Gerade in den letzten Jahren haben wir wieder einige neue Mitglieder aufgenommen", sagt er mit einem Blick auf die inzwischen deutlich verjüngte Mannschaft.

Dadurch liege das Augenmerk heute auch wieder etwas mehr auf dem sportlichen Aspekt, wobei der soziale Gedanke weiter eine große Rolle im Verein spiele. Wenn etwas auf die Beine gestellt werden kann, trifft man sich laut Hanuschke nämlich auch gerne privat zu einem Skiausflug oder unternimmt eine Radtour mit den Familien. Und nach dem Training wird natürlich gerne einmal eingekehrt.

Aber das Wichtigste sei, dass die Sportfreunde eben ein Hobby-Fußballverein für Jedermann seien, so der Vorsitzende. "Da wird auch niemand krumm angeguckt, wenn er nicht so gut spielt wie ein anderer."