Erfrischend locker ging es bei der bunten Entlassfeier in der Turnhalle am Schulzentrum zu. Besonderen Grund zur Freude hatte Kai Hühnlein aus Oberlangenstadt, der seinen Mittleren Schulabschluss (MSA) mit der Traumnote 1,33 gemeistert hat und damit der Beste im ganzen Landkreis war.

Der 16-Jährige hatte sich Jahr für Jahr gesteigert, so dass er ab der 7. Klasse jeweils mit zu den Klassenbesten gehörte. Sein Topergebnis kommt nicht von ungefähr. "Ich habe viel gelernt und mich gut vorbereitet", erzählte er. Der Oberlangenstädter hat bereits einen konkreten Berufsplan. "Ich gehe ab September auf die FOS in Kulmbach. Danach möchte ich ein Dualstudium als Elektroniker für Informations- und Systemtechnik - am liebsten bei der Firma Loewe - absolvieren", verriet Kai.
Er sei gerne zur Schule gegangen und werde seine Mitschüler und Lehrer vermissen.

Aber nicht nur hinter Kai, sondern auch hinter den meisten anderen Absolventen liegt ein erfolgreiches Schuljahr. Die Jahrgangsbesten erhielten gesonderte Auszeichnungen. Sie konnten sich über gute bis sehr gute Abschlussergebnisse freuen. Erfreulicherweise schaffte der komplette zehnte Jahrgang - insgesamt 69 Schüler - ihren MSA.

Aber auch die Teilnehmer am Qualifizierenden Abschluss waren größtenteils sehr erfolgreich. Von 93 Teilnehmern haben 80 ihren Quali gemeistert, stolze 86 Prozent. Die Beste war Vanessa Schirmer mit einem Notendurchschnitt von 1,6.

Lange Abschiedsreden waren bei der Entlassfeier Fehlanzeige. Dafür gab es jede Menge stimmungsvolle Musik- und Tanzeinlagen von Schülern der verschiedenen Jahrgangsstufen. "Ihr habt in den vergangenen neun oder zehn Jahren viel gelernt - in der Schule, aber nicht für die Schule", betonte stellvertretende Schulleiterin Barbara Schmid.

Rektorin Anita Dauer erinnerte sich zurück, als die Absolventen vor fünf oder sechs Jahren erstmals in die Schule gekommen seien. In all den Jahren hätten sie enorme Fortschritte gemacht. Aus den kleinen Zwergen seien junge selbstständige Erwachsene geworden. "Seid mutig und trefft mutige Entscheidungen. Wagt etwas, geht nicht immer den einfachsten Weg", appellierte sie an die Absolventen, sich ihren Wünschen und Träumen zu stellen. "Persönlichkeiten sollt ihr sein, individuell, vielfältig und bunt."

Launige Worte zum Abschied fanden die Schüler wie auch Klassenleiter, die viele lustige Anekdoten und Erlebnisse von den vergangenen Schuljahren zu berichten wussten. Ein dickes Lob zollte beispielsweise Oli Müller seiner Ganztagesklasse 9cG. Mit großer Offenheit hätten diese junge Flüchtlinge in ihre Schulklasse aufgenommen, sie integriert und mit ihnen Freundschaften geschlossen. "Da könnte sich so mancher Erwachsene eine Scheibe davon abschneiden", würdigte er.

"Ihr werdet nun in einen neuen Lebensabschnitt voller Freiheit, Eigenständigkeit und Eigenverantwortung entlassen", sagte Schulamtsdirektor Uwe Dörfer. Sicherlich müssten die jungen Leute auch Misserfolge, Benachteiligungen, Enttäuschungen und Schwierigkeiten verkraften. Diese sollten sie mit Mut und Selbstvertrauen angehen. Mit ihrer Ausbildung hätten sie sich eine solide Grundlage geschaffen. Er sei aber keine Garantie. "Entscheidend ist, was ihr daraus macht", gab er ihnen mit auf den Weg. Schweren Herzens verabschiedete abschließend Rektorin Dauer die Lehrer Hilmar Neder sowie Hans Kraus wie auch Junglehrerin Nora Streicher, die es Richtung München zieht.